«Es war jedes Mal der Hammer»
27.08.2019 WohlenFestival Zamba Loca: Freiämter Power trifft auf südafrikanischen Groove
Die letzten Bässe sind verstummt. Doch vorher wummerten sie noch einmal, als gäbe es kein Morgen. Das letzte Zamba Loca war ein Zamba Loca der Superlative: Neun Hauptacts und ...
Festival Zamba Loca: Freiämter Power trifft auf südafrikanischen Groove
Die letzten Bässe sind verstummt. Doch vorher wummerten sie noch einmal, als gäbe es kein Morgen. Das letzte Zamba Loca war ein Zamba Loca der Superlative: Neun Hauptacts und über 40 weitere Bands und Djs. Die Organisatoren hatten noch ein weiteres Ass im Ärmel und sorgten für eine besondere Überraschung.
Joel Gattlen
Was als kleineres für 800 Personen ausgelegtes Festival vor zehn Jahren begann, schlug gleich zu Beginn ein wie eine Bombe. «An unserer ersten Ausgabe wurden wir von 1600 Besuchern überrannt», erinnert sich Lukas Renckly, Presseverantwortlicher und Gründungsmitglied des Open Airs. Heute sind es mehr als dreimal so viele Besucher. «Ohne unsere Helfer und Chefhelfer wäre so ein Festival gar nicht möglich. Wir sind alles Idealisten und stecken viel Herzblut in das Open Air.»
Qualität der Nachfolge war nicht gewährleistet
Dies sei auch der Grund für das Ende des Zamba Loca. «Wir haben keine Nachfolger gefunden, die das Festival mit der gleichen Passion und Qualität fortgeführt hätten. Deswegen entschieden wir uns schweren Herzens, das Zamba Loca dieses Jahr das letzte Mal durchzuführen», erklärt Renckly. Besonderer Dank gelte auch der Familie Isler vom Föhrenhof, auf deren Gelände das Festival jeweils stattfand.
Vom südafrikanischen Strand direkt ins Freiamt
Das Festival dauerte von Donnerstag bis Samstag. Eröffnet wurde es mit dem Konzert der Wohler Kultband NH3. Ebenfalls grosser Beliebtheit erfreute sich der Auftritt des südafrikanischen Künstlers Sean Koch. Der Musiker verbringt den grössten Teil seiner Zeit auf dem Surfbrett oder mit der Gitarre am Strand. Nun brachte er diese Vibes direkt nach Wohlen und begeisterte das Publikum mit seiner eingängigen Musik.
Name im Koffeinvollrausch kreiert
Das Programm bot auch immer wieder Überraschungen. Nebst mit Feuerwerk begeisterten die Organisatoren ihre Besucher mit einem Überraschungsauftritt der Freiämter Band «Messer». Die Band mit dem eigentümlichen Namen setzt sich aus Marco Baltisberger alias «Baltis» (32) aus Waltenschwil, Sandro Bachmann alias «Sandy» (37) aus Wohlen und Patrick Fürst alias «Fürscht» (37) aus Bremgarten zusammen. «Auf den Namen sind wir völlig spontan beim Kaffeetrinken gekommen. Vermutlich im Koffeinvollrausch», lacht Baltisberger und ergänzt: «Unsere Musik orientiert sich stark an der Musik der 60er-Jahre und ist eher rockig. Wir sind wie die Beatles, einfach staubiger.» Die Band verfügt in der Region über eine grosse Fanbase. Insbesondere, da sie aus den Bands «Dirty Venus» und «Just a Hype» hervorging.
«Unsere neue Band haben wir extra für das Zamba Loca gegründet. Vor zwei Jahren hatten wir hier unseren ersten Auftritt. Unsere Rückkehr ist für uns deswegen besonders emotional. Normalerweise sind wir vor Auftritten nie nervös. Doch hier sind wir es», gesteht Fürst. Dieses Jahr bestritt die Band bereits 25 Auftritte. Ihre Tour schloss sie nun mit ihrem Auftritt am Zamba Loca. «Das Festival ist für uns somit sowohl Anfang als auch Ende», sagt Fürst.
«Messer» ist einfach der Hammer. Musik vom Feinsten. Für mich ist die Band das persönliche Highlight des Zamba Loca», schwärmt Cédric Meier (21) aus Wohlen. Erstmalig am Festival waren Cristina Krauer aus Nesselnbach und ihre Kollegin Melanie Rimann (beide 17) aus Wohlen. «Uns gefallen besonders die schöne Dekoration und die gute Lage», sagt Cristina Krauer.
Matsch und Starkregen getrotzt
Stammgast war Beni Burkart (56) aus Waltenschwil. Begleitet wurde er von seinem «Göttibueb» Simeon Müller (33), in Villmergen aufgewachsen, und dessen Kollegen Lucas Mutzner (38) aus Chur. «Ich habe neun von zehn Ausgaben des Festivals besucht und es war jedes Mal der Hammer. Nur ein einziges Mal konnte ich leider nicht», sagt Burkart. «Am Zamba Loca hat es öfter geregnet. Das hat mich aber nie vom Besuch abgehalten. Ich habe selbst grösstem Matsch und Starkregen getrotzt. Umso mehr freut es mich, dass für die letzte Ausgabe des Festivals nun das Wetter so gut mitgemacht hat.»
Das Zamba Loca begeistere ihn besonders deswegen, weil hier Menschen mit unterschiedlichstem Musikgeschmack zusammengekommen sind und man immer wieder neue Musikperlen entdecken konnte. «Die Qualität der Musiker ist spitze, obwohl sie nicht so bekannt sind. Das fasziniert mich», sagt Burkart. «Wehmütig macht mich das Ende des Zamba Loca jedoch nicht. Denn jedes Ende ist auch ein Neuanfang und auch die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich bin mir sicher, dass es in irgendeiner Form einen würdigen Nachfolger geben wird. Die Gerüchteküche brodelt zumindest schon einmal fleissig.»





