Fussball als Lebensschule
18.06.2019 Fussball21. Nicoletti-Cup in Sarmenstorf unter neuer Leitung
Zum ersten Mal hat die Turnierkommission des FC Sarmenstorf die Organisation des Nicoletti-Cups übernommen. Mit Erfolg: Die Kleinen sind begeistert und die Besucher sprechen in höchsten Tönen vom Turnier ...
21. Nicoletti-Cup in Sarmenstorf unter neuer Leitung
Zum ersten Mal hat die Turnierkommission des FC Sarmenstorf die Organisation des Nicoletti-Cups übernommen. Mit Erfolg: Die Kleinen sind begeistert und die Besucher sprechen in höchsten Tönen vom Turnier – sogar im Ausland.
Chantal Gisler
Schon vom Parkplatz her ist das Lachen der Kinder zu hören. Auf dem Gelände dribbeln sich die kleinen Fussballer durch die Besucher und die Stände. Rund um die vier Spielfelder stehen stolze Eltern und Geschwister, aber auch Zuschauer aus den Vereinen und der Region. Einige haben es sich mit Campingstühlen bequem gemacht und feuern die Mannschaften an. Über den Platz hallen die Stimmen der Moderatoren – auf Deutsch und Italienisch für die kleinen Spieler aus Italien und dem Tessin.
Die Spiele der U9 laufen. «Wir hatten mit dem FC-Fäscht und dem Sponsorenlauf einen grossartigen Start ins Wochenende», erzählt Markus Wyss von der Sarmenstorfer Turnierkommission. Es ist das erste Mal, dass die neue Turnierkommission den Nicoletti-Cup durchführt. Die Organisation behalten sie bei, lediglich das Logo hat sich geändert. Für ihn ist klar: Der Spass der Kinder muss im Vordergrund stehen. «Wir tun alles dafür, dass sich die Kinder bei uns wohlfühlen.»
Guter Ruf in Deutschland
Auf dem Fussballplatz 3 spielen der SV Weil gegen den FC Windisch. Blaue Trikots gegen orangefarbene. «Nach hinten, geht nach hinten!», rufen Rafik Maxhuni und Christoph Levante, die Trainer des SV Weil «ihren» Kleinen zu. Diese reagieren sofort. Prompt landet der Ball im Tor. Die Blauen strahlen, umarmen sich vor Freude. Die Orangefarbenen raufen sich zusammen und kämpfen weiter. Doch die Deutschen lassen keinen Ball durch ihre Verteidigung.
Am Schluss steht es 2:0. Die Blauen toben vor Freude. «Wir haben gewonnen!», rufen sie im Chor. Auch den beiden Trainern steht die Freude ins Gesicht geschrieben. «Wir sind zum ersten Mal am Nicoletti-Cup», erklärt Maxhuni. Ihre Vorgänger waren schon mal in Sarmenstorf. «Wir haben nur Gutes vom Nicoletti-Cup in Deutschland gehört», erklärt Kollege Christoph Levante. «Der Nicoletti-Cup hat bei uns einen sehr guten Ruf.» Als die Einladung im Briefkasten lag, war für die beiden klar, dass sie den Weg ins Freiamt einschlagen wollen. «Für die Kinder ist das eine grosse Chance und eine riesige Freude», so Maxhuni. Levante ergänzt: «Die Organisation ist grossartig. Und unsere Kleinen können gegen grosse Schweizer Namen wie die BSC Young Boys spielen.» Hier, wo schon grosse Namen wie Noah Okafor vom FC Basel oder Natispieler Breel Embolo gespielt haben.
Ein Ziel
Und wie finden die «Kleinen» den Cup? «Mega cool», rufen sie im Chor. Dann geht es weiter in die Mittagspause. Denn die Kleinen vom SV Weil haben es in der Vorrunde auf den 3. Platz geschafft. Und am Nachmittag wollen sie wie die meisten Kinder eines: Auf dem Podest stehen und den Pokal entgegennehmen. Der Nicoletti-Cup ist für die Kleinen auch eine Art Lebensschule. Sieg und Niederlage liegen oft nur Sekunden auseinander. «Jungs, auch das Verlieren müssen wir lernen», sagt ein Trainer im Vorbeilaufen zu seinem aufgelösten Team.
Und ist für jeden Zuschauer ersichtlich: Toleranz und Fairness werden grossgeschrieben. «Das ist mir auch aufgefallen», so Markus Wyss. «Die Kinder helfen einander, wenn sie umfallen oder sich verletzen.»




