Doppelter Einsatz für Familien
24.04.2019 Wohlen3. Angliker Eierauflesete beim Alpenzeiger bei schönstem Wetter
Bei den Kindern stand die Suche nach den versteckten Eiern im Mittelpunkt. Die Erwachsenen diskutierten hingegen vor allem über die Situation an der Schule und die Pläne des ...
3. Angliker Eierauflesete beim Alpenzeiger bei schönstem Wetter
Bei den Kindern stand die Suche nach den versteckten Eiern im Mittelpunkt. Die Erwachsenen diskutierten hingegen vor allem über die Situation an der Schule und die Pläne des Gemeinderats.
Chregi Hansen
Eigentlich handelt es sich ja um einen völlig unpolitischen Anlass. Die vor zwei Jahren erstmals durchgeführte Eierauflesete soll in erster Linie die Familien im Dorfteil für ein paar Stunden zusammenbringen. Und den Neuzuzügern die Möglichkeit bieten, Anschluss in Anglikon zu finden.
Organisiert wird der Event vom Dorfverein. Er verfolgt damit auch eigene Ziele. In erster Linie möchte er natürlich neue Mitglieder werben – und das scheint ihm auch zu gelingen. In diesem Jahr nutzte der Dorfverein den Event aber auch für politische Ziele. Er informierte die anwesenden Eltern über die Pläne des Gemeinderates Wohlen, dass die Angliker Kinder ab Schuljahr 20/21 bereits ab der 3. Klasse ins Bünzmatt wechseln sollen.
Mit Petition und Motion für die Schule einsetzen
Und diese Pläne stossen im Dorfteil auf Widerstand. Denn dieser Entscheid würde bedeuten, dass schon 8bis 9-jährige Kinder einen langen und nicht ungefährlichen Schulweg auf sich nehmen müssen. Und weil sie in diesem Alter die Veloprüfung noch nicht absolviert haben, müssten sie diesen zu Fuss machen. «Für viele Kinder bedeutet das einen Marsch von über 1,5 Kilometern. Dafür brauchen sie in dem Alter mindestens eine halbe Stunde. Das heisst, sie könnten vermutlich am Mittag auch nicht nach Hause kommen, weil auch die Fahrpläne des Busses nicht stimmen», erklärte Einwohnerrat Hansruedi Meyer.
Das wollen der Dorfverein und sein politischer Ableger, der Dorfteil Anglikon, verhindern. An der Eierauflesete lancierten sie eine Petition gegen diesen Entscheid. Der Zeitpunkt war gut gewählt – am Event sind vor allem Familien mit kleinen Kindern dabei. Und diese wären von diesem Entscheid später auch betroffen. Allerdings – eine Petition hat nur wenig politisches Gewicht. Aus diesem Grund wollen Meyer und Parteikollege Mika Heinsalo noch mit einer Motion im Parlament nachdoppeln.
Problem würde nur verlagert
Der lange Schulweg ist allerdings nur ein Argument, das sie ins Feld führen. Wenn in Anglikon neben dem Kindergarten nur die 1. und die 2. Klasse angeboten werden, würde dies ihrer Meinung nach die Wohnattraktivität des Dorfteils mindern. Gerade die schnelle Erreichbarkeit von Schulen sei ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Wohnortes, so Meyer. Letztlich spreche aber auch eine gesamtheitliche Sicht gegen diese Lösung. Wenn die Angliker Kinder früher nach Wohlen wechseln, dann nehmen die Schülerzahlen dort zu – und dabei hat Wohlen selber ein Schulraumproblem. «Kinder, die in der Nähe des Schulhauses Bünzmatt leben, müssten dann vermutlich eine andere Schule besuchen. Zum Beispiel das Halde. Und dort haben sie jetzt schon zu wenig Platz», erklärte der Einwohnerrat.
Dabei gibt es aus seiner Sicht eine einfache Lösung. Hinter dem Schulhaus Anglikon besitzt die Gemeinde noch 45 Aren Land, welches einst für die Erweiterung der Schule reserviert wurde. Hier würde sich schnell und einfach eine Lösung realisieren lassen. Unter Umständen auch mit einem Provisorium.
Wichtiger Anlass für die Verbundenheit im Dorfteil
Von den politischen Diskussionen liessen sich die Kinder den Spass nicht verderben. Mit grosser Freude suchten sie im Wald nach den Eiern, die der Osterhase am Vorabend verloren hatte. Rund 150 Stück hätte man aufspüren können. Aber ganz so einfach wurde den rund 25 Kindern die Aufgabe nicht gemacht. Es brauchte ab und zu einen kleinen Hinweis eines Elternteils, damit die Kids die farbigen Eier auch entdeckten. Der Freude über den Fund tat dies aber keinen Abbruch.
«Es hat etwas weniger Teilnehmer als sonst», erklärte Vereinspräsident Daniel Seiler, «aber das liegt wohl auch daran, dass der Karfreitag dieses Jahr mitten in die Ferien fällt.» Die Anwesenden aber freuten sich über die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und bei Alphornklängen vom benachbarten Hof und einem feinen Apéro sich noch etwas auszutauschen. Es musste ja nicht unbedingt das Thema Schule sein.



