Keine Macht den kalten Füssen
28.08.2018 WohlenKeine Macht den kalten Füssen
Ein Blick hinter die Bühne nach dem Auftritt von Tobias Carshey am Zamba Loca
Das Zamba Loca glänzte auch dieses Jahr mit abwechslungsreichem Line-up – und bringt mit Tobias Carshey eine ...
Keine Macht den kalten Füssen
Ein Blick hinter die Bühne nach dem Auftritt von Tobias Carshey am Zamba Loca
Das Zamba Loca glänzte auch dieses Jahr mit abwechslungsreichem Line-up – und bringt mit Tobias Carshey eine Schweizer Grösse mit Freiämter Bezug nach Wohlen. Das Wetter hielt ihn nicht von einem kühlen Auftritt ab.
In dicke Wanderschuhe, lange Jeanshosen und Lederjacke eingepackt, macht er sich im Zirkuszelt neben der Hauptbühne breit. «Die Zehen sind langsam wieder aufgetaut», sagt Tobias Carshey und lacht. «Die Schuhe helfen. Die haben da oben gefehlt.»
Wenige Minuten zuvor stand Carshey da oben, auf der Hauptbühne am Open Air Zamba Loca. Gekleidet in nichts ausser einem hellblauen Krankenhaushemd, den Infusionsständer nebendran. Er habe sich vor dem Auftritt noch überlegt, ob er bei knapp 15 Grad und Regen sein Ding wirklich durchziehen wolle. «Aber es gehört zu meiner Show und zu meinem Album. Ich bin den ganzen Sommer lang so aufgetreten. Also auch in Wohlen.» Die Show und seine Kleiderwahl sind Symbol für sein neues Album «Semicolon», zu Deutsch Strichpunkt, das ein Zeichen der Solidarität ist für Menschen mit Selbstmordgedanken, Depressionen und seelischen Problemen. Der Künstler selbst stand bereits öffentlich dazu, dass auch er unter depressiven Verstimmungen leidet.
Von St. Gallen bis Wohlen
Also steht er da, friert und beginnt seine Show. Bloss wenige Menschen stehen vor der Hauptbühne im Regen und lauschen der sanften Stimme des Singer-Songwriters, der den ganzen Sommer auf Schweizer Bühnen stand. «Für mich spielt es keine Rolle, ob mir 1000 oder 50 Menschen zuhören. Ich spiele meine Musik gerne und bin glücklich über jeden, dem sie gefällt.»
Carsheys Auftritt am Zamba Loca ist sein Sommer-Abschluss mit Band. Von Juni bis August tourte er durch die Schweizer Festival-Landschaft. Vom Open Air St. Gallen bis zum Zamba Loca. Dabei stoppte er vor drei Wochen sogar in Bremgarten und gab sein Können am «Festival i de Marktgass» zum Besten. «Bremgarten ist wundervoll», schwärmt der Zürcher, der ursprünglich aus Hünenberg kommt. «Und auch das Spezielle hier am Zamba Loca gefällt mir. Es ist nicht 08/15, es hat Charme.»
Freiämter schweizweit unterwegs
Unkompliziert sei es hier am Festival. So wie auch der 35-Jährige sich gibt. Backstage schauen immer wieder andere Künstler und Helfer des Zamba Loca vorbei, schütteln ihm die Hand: «Hey, du bist doch Tobias? Geile Show war das, Respekt.» Carshey, bescheiden, schüttelt Hände und dankt. Irgendwann setzt sich auch Nici Struchen in den Backstage-Bereich. Er ist Bremgarter und der Schlagzeuger von Carshey. Diesen Freiämter Bezug hat Carshey schon länger. Er spielte in der Band Al Pride, in der der Bremgarter Struchen heimisch ist.
Dadurch sitzt Struchen nun am Schlagzeug bei Carshey. «Ein Glück, dass ich ihn gefunden habe», so der Sänger. Und für Struchen? «Ein Glück, dass ich dabei sein darf», sagt er und lacht. «Ich kenne das Zamba Loca natürlich seit Geburtsstunde und es war mir eine Ehre, diese Tour hier in Wohlen mit Tobias und Band abzuschliessen.»
Perfekter Mix
Auch für die Zamba-Loca-Crew war Carshey ein Glücksfall. «Wir sind sehr froh, ihn hier zu haben. Er ist ein umgänglicher Typ», so OK-Mitlied Lukas Renckly. «Ein krönender Abschluss für seine Tournee, würde ich sagen.» Überhaupt ist Renckly glücklich mit dem Line-up. Grosse Varietät war vorhanden. «Wir haben es sehr gut hingekriegt, denke ich. Für jeden war etwas dabei, so wie es am Zamba Loca sein soll.» Zum zweiten Mal in der Geschichte des Festivals gab es Hip-Hop zu geniessen. Mit der Mundwerk-Crew haben die Locas voll ins Schwarze getroffen. Am Freitagabend zogen die Münchner die Meute voll in ihren Bann.
Auch E-Light zeigten am Freitagabend als Auftakt, wieso sie im Finale des BandX-Contest Nordwest stehen. «Wir haben jedes Jahr eine Zusammenarbeit mit BandX», so Renckly. Das OK des Zamba Loca sucht sich dann jeweils einen Finalisten aus, der in Wohlen auftreten darf. Am Donnerstag, dem Eröffnungstag, packten die altehrwürdigen Lokalmatadoren «Shaking Shoes» ihren Rock ’n’ Roll aus und verzauberten bei ihrem einmaligen Comeback das Wohler Publikum. «Genau das wollten wir», sagt Renckly. «Der erste Abend stand ganz im Zeichen von Wohlen.» --mwi








