Freiämter Szene möchte glänzen
05.06.2018 WohlenWenige Wochen bis zur Premiere von «1918.ch – 100 Jahre Landesstreik» – Einblick in eine Probe in der Bleichi
Die ganze Schweiz blickt nach Olten. Das Theaterprojekt «1918.ch – 100 Jahre Landesstreik» thematisiert ein ...
Wenige Wochen bis zur Premiere von «1918.ch – 100 Jahre Landesstreik» – Einblick in eine Probe in der Bleichi
Die ganze Schweiz blickt nach Olten. Das Theaterprojekt «1918.ch – 100 Jahre Landesstreik» thematisiert ein Ereignis der Schweizer Geschichte. 22 Kantone haben sich für das Werk vereint – darunter auch ein Freiämter Theaterteam, das den Aargau repräsentiert.
In rund zwei Monaten wird das gigantische Theaterprojekt «1918.ch – 100 Jahre Landesstreik» in Olten über die Bühne gehen (16. August bis 23. September). An 25 Abenden zeigt das 200-köpfige Ensemble die Inszenierung «1918.ch». Zudem sind jeden Abend zwei szenische Beiträge mit Geschichten aus anderen Kantonen und Städten aller Landesteile zu sehen. «Der Kanton Aargau ist an der Premiere und an den zwei darauffolgenden Abenden zusammen mit dem Kanton Tessin zu Gast und zeigt den sechsminütigen Beitrag, den wir momentan am Proben sind», erklärt Regieassistentin Anna Galizia.
Grosse Schauspielszene im Freiamt
Im Zentrum des Aargauer Beitrags steht die Bildung einer Bürgerwehr auf Initiative von Dr. Eugen Bircher. Unter der Leitung von Adrian Meyer (Konzept, Gesamtleitung, Regie), Paul Steinmann (Konzept, Autorenarbeit), Mariana Covello (Choreografie), Marc Urech (Komposition, Chorleitung) und Anna Galizia (Produktionsleitung, Regieassistenz) proben momentan in der Bleichi rund 40 Laienschauspieler aus der nahen Region, die den Kanton Aargau in Olten vertreten werden. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass die kraftvolle Darbietung der Freiämter Schauspieltalente einen gewaltigen Eindruck hinterlassen soll. Die Schauspieler haben bereits einige Proben hinter sich – die letzten stehen ihnen noch bevor.
Die Premiere rückt immer näher und statt Lampenfieber zu spüren, strahlen die Schauspieler pure Sicherheit und Professionalismus aus. «Sie sind zwar Laien, haben aber eine Menge Theatererfahrung», fügt Adrian Meyer hinzu. Der Auftritt der Schauspieler soll «plakativ, frech und überzeugend» sein. Trotz der kurzen Bühnenzeit ist der Aufwand immens. «Wir spielen nur sechs Minuten, aber der Aufwand ist so gross, als würden wir zehnmal so lange spielen», erklärt Galizia, Produktionsleiterin und Regieassistentin.
Das hat auch einen Grund: Rhythmische und chorische Elemente werden zu einer anspruchsvollen Choreografie zusammengesetzt, die in dieser Kombination zu einem mitreissenden Ereignis wird: «Wir gehen vom Zustand des Chaos zur Ordnung über und zeigen, wie sich die Bürgerwehr geformt hat.»
In Olten wird nur einmal geprobt
Eine prominente Figur in der Aargauer Darbietung ist Dr. Eugen Bircher, der von Silvio Pescatore gespielt wird. Er steht gemeinsam mit Martine Friz, Übersetzerin, und Didi Zehnder, Tagespräsident, im Zentrum des Geschehens.
Die Gefahr eines sozialistischen Umbruchs steht bevor und dieser soll mit der Gründung einer Aargauer Bürgerwehr verhindert werden. Sein Gebot erhält von zahlreichen Gruppen, Vereinen und Einzelpersonen Unterstützung. Der wuchtige Auftritt soll das aggressive gesellschaftspolitische Klima von damals repräsentieren.
Das Fundament sitzt bei den Schauspielern, jetzt geht es laut Adrian Meyer nur noch darum, die Übergänge zwischen den Szenen fliessend zu gestalten, damit es zu einer Einheit werden kann. Dies soll durch die «Automatisierung» der einzelnen Abläufe geschehen. Weiter stehen dem Aargauer Team noch einige Herausforderungen bevor: Auf der richtigen Bühne, einer riesigen Halle in den alten Werkstätten der SBB, wird nur einmal geprobt.
Das Setting wird auf kleinem Raum in der Bleichi inszeniert, jedoch bestehen räumliche und akustische Diskrepanzen zwischen den beiden Schauplätzen. Eine weitere Schwierigkeit ist die Koordination zwischen den einzelnen Darbietungen der Kantone – Wiederholungen sollen vermieden werden, damit das Publikum dem Ablauf der Geschichte stets folgen kann. Gleichzeitig sollen die Szenen aufeinander abgestimmt sein und einen gemeinsamen Schnittpunkt haben.
«Wahnsinniges und einmaliges Theaterprojekt»
Durch regelmässige Zusammenkünfte der Oltener Gesamtleitung und der Beteiligten der Kantone werden diese Knackpunkte diskutiert und für jeden kantonalen Beitrag wird eine individuelle Lösung gesucht.
Was erwartet die Besucher vor Ort in Olten? «Es ist ein wahnsinniges und einmaliges Theaterprojekt, das ein bedeutendes historisches Ereignis thematisiert, das zentral für die Schweizer Geschichte ist. Zudem sind ganz viele Menschen aus der gesamten Schweiz mit sehr viel Herzblut daran beteiligt», so Produktionsleiterin und Regieassistentin Anna Galizia, «kurz gesagt ist es ein einzigartiges Werk, das die ganze Schweiz zusammenbringt.» --mnj




