1355 Kilometer für «Moja Nada»
19.06.2026 Bremgarten, Schule, SozialesSchülerinnen und Schüler aus Bremgarten laufen im Rahmen von Sozialprojekt
Beim traditionellen Sponsorenlauf kommen über 9000 Franken zugunsten eines Hilfsvereins in Bosnien-Herzegowina zusammen. 160 Schülerinnen und Schüler zeigten eine ...
Schülerinnen und Schüler aus Bremgarten laufen im Rahmen von Sozialprojekt
Beim traditionellen Sponsorenlauf kommen über 9000 Franken zugunsten eines Hilfsvereins in Bosnien-Herzegowina zusammen. 160 Schülerinnen und Schüler zeigten eine beeindruckende Laufleistung.
Einmal im Jahr wird am Schulhaus Isenlauf in Bremgarten nicht nur gelernt, diskutiert und geprüft – sondern gelaufen. Beim traditionellen Sponsorenlauf setzen sich die Schülerinnen und Schüler jeweils für ein soziales Projekt ein. Jahr für Jahr entscheidet das Lehrerkollegium neu, wem der Erlös zugutekommen soll. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den Verein «Moja Nada» in Nevesinje in Bosnien-Herzegowina. «Moja Nada» bedeutet auf Deutsch «Meine Hoffnung». Der Verein unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen – «Menschen, die in vielen Gesellschaften noch immer zu wenig sichtbar sind und oft an den Rand gedrängt werden», wie die Bremgarter Schulen befinden.
Initiative von Pantic
Am diesjährigen Sponsorenlauf beteiligten sich rund 160 Schülerinnen und Schüler der Sekundar- und Realschule des Schulhauses Isenlauf. Gemeinsam legten sie beeindruckende 1355 Kilometer zurück. Dank ihrem grossen Einsatz und der grosszügigen Unterstützung zahlreicher Sponsorinnen und Sponsoren kamen insgesamt 9246.60 Franken zusammen. Die Initiative für das diesjährige Projekt ging von Mischa Pantic aus, der am Schulhaus Isenlauf über viele Jahre mit grossem Engagement als Lehrer tätig war und nun definitiv in Pension geht. Durch seine persönlichen Kontakte entstand die Idee, eine soziale Einrichtung in Bosnien-Herzegowina zu unterstützen. Das Lehrerkollegium nahm diesen Vorschlag auf und entschied sich für «Moja Nada».
Damit die Hilfe ohne Umwege dort ankommt, wo sie gebraucht wird, reisten Mischa Pantic und sein Lehrerkollege Stefan Dietrich für sechs Tage nach Bosnien-Herzegowina. Vor Ort kauften sie für 49 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene das Notwendigste ein. Dazu gehörten neben Hygieneartikeln auch Grundnahrungsmittel für oft mittellose Familien. Die Reisekosten für Flug, Mietauto, Unterkunft und Verpflegung im Wert von je 800 Franken übernahmen Pantic und Dietrich ebenso selbst wie den zeitlichen Aufwand. So konnten die gesammelten Spenden eins zu eins vor Ort umgesetzt, die benötigten Güter eingekauft und persönlich an die Betroffenen übergeben werden. Jeder gespendete Franken kam direkt und ohne Abzug den betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zugute.
Bremgarter Lehrer über ihre Erlebnisse vor Ort
Nach ihrer Rückkehr berichten die beiden von ihren Erfahrungen vor Ort. «Wer die Region um Mostar und Nevesinje besucht, spürt noch heute die Folgen des Krieges der 1990er-Jahre. Zerstörte Häuser prägen mancherorts weiterhin das Bild.» Auch die politischen und gesellschaftlichen Teilungen seien noch immer spürbar. Gleichzeitig zeige der Alltag, dass Menschen Grenzen überwinden – sichtbare und unsichtbare. «Menschen aus Nevesinje gehen in Mostar einkaufen, suchen dort Arbeit, lassen sich medizinisch versorgen oder pflegen Kontakte über frühere Trennlinien hinweg. Die alltäglichen Bedürfnisse, Sorgen und Hoffnungen bringen Menschen wieder näher zusammen», konstatieren die Bremgarter Lehrkräfte. Gerade in diesem Umfeld leiste «Moja Nada» wertvolle Arbeit und sei deshalb eine vorzügliche Wahl als Spendenempfängerin. «Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen und ihre Familien ist die Einrichtung ein wichtiger Ort der Unterstützung, Förderung und Gemeinschaft – unter schwierigen Bedingungen und mit sehr begrenzten Mitteln. Umso wichtiger ist jede Unterstützung», finden Pantic und Dietrich. Der Sponsorenlauf zeigte eindrücklich, was möglich ist, wenn viele gemeinsam handeln. «Jede gelaufene Runde, jeder gesammelte Franken und jedes Zeichen der Solidarität trugen dazu bei, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Nevesinje ein Stück Hoffnung zu schenken», bilanzieren die Bremgarter Lehrer.
Das Schulhaus Isenlauf danke allen Schülerinnen und Schülern für ihren grossartigen Einsatz sowie allen Eltern, Angehörigen, Bekannten und Unterstützenden für ihre grosszügigen Spenden. «Der diesjährige Sponsorenlauf war nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein starkes Zeichen gelebter Solidarität – von Bremgarten bis nach Bosnien-Herzegowina», halten die Verantwortlichen abschliessend fest. --pd/red


