Zwischen Wehmut und Aufbruch
09.06.2026 Mutschellen, Handball, SportVon Müller zu Baur
Präsidentenwechsel beim HC Mutschellen
Nach fast drei Jahrzehnten als Präsident des Handballclubs Mutschellen gab Pitsch Müller sein Amt ab. Mit Pascal Baur übernimmt nun ein Mann das Präsidium, der den ...
Von Müller zu Baur
Präsidentenwechsel beim HC Mutschellen
Nach fast drei Jahrzehnten als Präsident des Handballclubs Mutschellen gab Pitsch Müller sein Amt ab. Mit Pascal Baur übernimmt nun ein Mann das Präsidium, der den Verein ebenso inund auswendig kennt. Er hat den Verein schon als Spieler geprägt. «Mit meinem neuen Amt kann ich nun dem Verein etwas zurückgeben», sagt der Beriker.
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Mit neuem Präsidenten, neuem Vorstand und grossen Visionen startet der Handballclub Mutschellen in die Zukunft
Die Generalversammlung des HC Mutschellen war weit mehr als der Rückblick auf ein erfolgreiches Vereinsjahr. Mit Präsident Pitsch Müller sowie zwei weiteren langjährigen Vorstandsmitgliedern verabschiedet der Verein prägende Persönlichkeiten – und startet mit einer neuen Führungscrew in eine neue Ära.
Sabrina Salm
Der Generationenwechsel an der Spitze beim Handballclub (HC) Mutschellen war seit Längerem angekündigt. Nun war es so weit und die Mitglieder des Vereins sagten Adieu und Danke. Und das geschah mit ganz vielen Emotionen.
Nach sechs Jahren Vorstandsarbeit trat Rafael Hernandez zurück und übergab seine Aufgaben in neue Hände. Zudem trat Roman Stierli aus dem Vorstand zurück. Während 19 Jahren führte er die Vereinskasse und war dabei weit mehr als nur Kassier. Unter dem Motto «Hauptsache Handball» engagierte sich der ehemalige Aktivspieler mit grossem Einsatz für den Verein und behielt auch in finanziell anspruchsvollen Zeiten stets den Überblick.
«Du bist das Gesicht des HCM»
Die grössten Emotionen löste jedoch der Abschied von Pitsch Müller aus. Kaum eine Persönlichkeit hat den HC Mutschellen so stark geprägt wie er. Fast 30 Jahre lang führte er den Verein als Präsident, zuvor stand er selbst auf dem Spielfeld. In seiner Amtszeit entwickelte sich der Club kontinuierlich weiter und etablierte sich sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport als feste Grösse in der Region. Entsprechend würdigte sein Nachfolger Pascal Baur die Verdienste des scheidenden Präsidenten. «Was Pitsch alles für diesen Verein gemacht hat, lässt sich in wenigen Zeilen gar nicht beschreiben. Du warst dir nie zu schade für irgendeinen Job, hast unzählige Stunden investiert und bist einfach das Gesicht des HCM», sagte er unter grossem Applaus. Sichtlich gerührt nahm Müller die Abschiedsgeschenke entgegen. «Ich musste mich echt zusammenreissen», gestand er später mit feuchten Augen.
Mit Pascal Baur übernimmt ein Mann das Präsidium, der den Verein seit Jahrzehnten kennt. Seit 29 Jahren gehört er dem HC Mutschellen an, führte die erste Mannschaft während vieler Jahre als Captain und feierte zahlreiche sportliche Erfolge. Als ihn sein Vorgänger auf eine mögliche Nachfolge ansprach, musste er nicht lange überlegen. «Der HCM ist wie eine Familie für mich. Nun kann ich dem Verein etwas zurückgeben», sagt Baur. Für seine Amtszeit hat er klare Ziele formuliert. Im Zentrum stehen ein solides finanzielles Fundament, zusätzliche Passivmitglieder und die konsequente Umsetzung der Vereinsvision. Gleichzeitig soll der Zusammenhalt weiter gestärkt werden. Der HC Mutschellen wolle sportliche Heimat für alle sein – vom Nachwuchs bis zum ambitionierten Leistungssport. Die Devise lautet: «Handball für alle.»
Dass Baur die richtige Wahl ist, daran zweifeln viele im Verein nicht. Ein Gründungsmitglied brachte es mit einem Schmunzeln auf den Punkt: «Wenn es blutet, dann blutet es bei Pascal grün.»
Sportliche Heimat und Treffpunkt
Der personelle Umbruch beschränkt sich nicht auf das Präsidium. Um die anfallenden Aufgaben besser zu verteilen, wurde der Vorstand erweitert und neu organisiert. Neben den bisherigen Mitgliedern Carmen Rau, Severin Kamm und Niclas Gündel wurden neu Christoph Fröhli, Kevin Thalmann, Jan Müller, Daniel Bossard, Dieter Bergmaier und Pascal Baur neu gewählt. Gleichzeitig wurden die Ressorts neu strukturiert.
Inhaltlich orientiert sich der Verein an einer Vision, die schon lange gelebt wird und nun schriftlich festgehalten wurde. Der HC Mutschellen versteht sich als sportliche Heimat und Treffpunkt für Menschen jeden Alters. Das Motto: «Am Mutschälle dihei – im Handball vereint.» Bis 2030 soll diese Rolle weiter gestärkt werden. Im Fokus stehen eine nachhaltige Nachwuchsarbeit, attraktiver Breitensport, gezielte Talentförderung, ein lebendiges Vereinsleben und eine gesunde finanzielle Basis. Ganz ohne Herausforderungen geht der Verein jedoch nicht in die Zukunft. In mehreren Bereichen fehlen weiterhin Freiwillige. Besonders dringend sucht der Club Unterstützung für den Liveticker. Christoph Hajagos machte die Versammlung auf die angespannte Situation aufmerksam: «Von 20 Personen haben neun ihren Austritt erklärt.» Gleichzeitig erinnerte er an die Bedeutung der Helferinnen und Helfer: «Ohne uns könnt ihr keine Spiele ausführen.»
Trotz dieser offenen Baustellen überwog an diesem Abend die Zuversicht. Mit einem neuen Präsidenten, einem breiter aufgestellten Vorstand und einer klaren Vision hat der HC Mutschellen die Weichen für die Zukunft gestellt.
Sportlich erfolgreich, finanziell auf Kurs
Der HC Mutschellen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück
Der HC Mutschellen blickt auf ein erfreuliches Vereinsjahr zurück. Sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Jahresrechnung gab es positive Nachrichten zu vermelden. Zum letzten Mal präsentierte Kassier Roman Stierli die Jahresrechnung. Und diese fiel deutlich erfreulicher aus als in den vergangenen Jahren. «Zum Glück ist sie besser als in anderen Jahren», sagte Stierli mit einem Lächeln. Einen wesentlichen Beitrag zum positiven Ergebnis leisteten die zahlreichen Anlässe, welche der Verein im vergangenen Jahr durchgeführt hatte. Das Vereinsvermögen beläuft sich neu auf 31 257 Franken. Trotz der verbesserten Situation will der Verein weiterhin vorsichtig wirtschaften. Bestehende Darlehen sollen vorerst nicht zurückbezahlt werden. «Auch wenn wir wieder etwas auf dem Konto haben, sind wir bei der Liquidität nach wie vor sehr eng», erklärte Stierli. Deshalb wolle man noch mindestens ein weiteres Jahr abwarten.
Auch sportlich verlief die Saison äusserst erfolgreich. Die SG1 Wohlen-Mutschellen schaffte den Aufstieg in die 1. Liga. Trainer Alex Milosevic zeigte sich entsprechend zufrieden: «Die Teambildung und die Teamentwicklung sind uns gelungen.» Nun gelte es, die Leistungskultur weiter zu festigen und sich in der kommenden Saison in der höheren Liga zu etablieren. Ebenfalls erfolgreich war die SG2 Mutschellen-Wohlen, die ihr Ziel Ligaerhalt erreichte. Einen weiteren Höhepunkt setzte die SG Freiamt mit dem Aufstieg der Frauen in die 1. Liga. Für besonderen Jubel sorgte zudem der Cupsieg der Frauen U14 Inter. Nach den Wahlen stellte der neue Vorstand bereits das Budget für das kommende Vereinsjahr vor. Auffällig ist dabei der deutlich höhere Aufwand für die Hallenreinigung. Neu sind dafür 22 000 Franken (Vorjahr 9745 Franken) vorgesehen. Der neue Kassier Kevin Thalmann erklärte die markante Erhöhung damit, dass der HC Mutschellen künftig viel mehr an die Reinigung der KSM-Halle zahlen müsse.
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