Zwischen Titeln und Hörsaal
03.02.2026 Eishockey, SportAuf dem Eis zu Hause
Lia Egger spielt beim EV Zug
Die Murianerin Lia Egger hat beim HC Wohlen Freiamt mit dem Eishockeysport angefangen. Mittlerweile spielt die in Hermetschwil-Staffeln wohnhafte 22-Jährige beim EV Zug und konnte vor Kurzem beim ...
Auf dem Eis zu Hause
Lia Egger spielt beim EV Zug
Die Murianerin Lia Egger hat beim HC Wohlen Freiamt mit dem Eishockeysport angefangen. Mittlerweile spielt die in Hermetschwil-Staffeln wohnhafte 22-Jährige beim EV Zug und konnte vor Kurzem beim Cupsieg ihren ersten Titel holen. Neben dem Eishockey studiert sie Jura und träumt vom Gewinn der Meisterschaft und dem Nationalteam. --jl
Die Freiämterin Lia Egger ist mit den Frauen des EV Zug auf Meisterkurs
Lia Egger ist in Muri aufgewachsen und lebt jetzt in Hermetschwil-Staffeln. Seit dieser Saison spielt sie für die Frauen des EV Zug. Mit dem Team hat sie grosse Ziele. Neben dem Eishockey studiert sie Jura an der Universität Luzern und meistert den Spagat zwischen Studium und intensivem Trainings- und Spielbetrieb.
Josip Lasic
Mitte Januar erfüllte sich ein Traum für Lia Egger. Mit den Frauen des EV Zug gewann sie ihren ersten Titel im Eishockey. Beim Final-Four-Turnier des National Cups besiegte das Team zunächst die ZSC Lions mit 7:1 und im Final die HC Davos Ladies mit 4:0. Die 22-Jährige durfte den Pokal in die Höhe recken. Sie hofft, das bald mit einer weiteren Trophäe zu wiederholen. Nach den Olympischen Spielen beginnen die Pre-Play-offs und die Play-Outs der Nationalliga A. Als Siegerinnen der Qualifikation stehen die Zugerinnen bereits im Play-off-Halbfinal und warten auf ihre Gegner, die durch die Pre-Play-offs müssen. Mit 26 Siegen aus 28 Spielen gelten sie als Favoritinnen auf den Meistertitel.
Lia Egger ist erst seit dieser Saison Teil des Teams. Das allein ist für sie ein wahr gewordener Traum. «Ich bin seit meiner Kindheit Fan des EVZ. Die Zugehörigkeit zum Verein ist eine Ehre für mich. Zudem ist es eine gigantische Erfahrung», erzählt die Stürmerin. «Ich trainierte und spielte nie zuvor unter solchen Bedingungen. Wir trainieren viermal pro Woche, auch nachmittags. Meine vorherigen Vereine boten nur Abendtrainings. Die Umstellung gefällt mir. Abends habe ich mehr Zeit zur Erholung und für Familie und Freunde.»
Mit 13 Jahren erste Einsätze in der NLA
Die junge Frau sammelte bereits Erfahrung in der höchsten Schweizer Liga. Ihre Ausbildung machte sie bei Wohlen Freiamt und den Argovia Stars. Danach wechselte sie mit 13 Jahren zum ersten Mal zu den Frauen des SC Reinach. Das Team spielte damals in der Nationalliga A. «Damals war die Liga noch eine Nummer zu gross für mich», sagt sie. Nach einer Station bei Sursee in der Nationalliga B kehrte sie 2021 nach Reinach zurück. Dort spielte sie eineinhalb Jahre wieder in der höchsten Liga. Nach dem Abstieg löste sich das Team auf. Egger wechselte zu den EHC Bassersdorf Ladies in die Nationalliga B und spielte dort drei Saisons. «In meinem zweiten Jahr arbeiteten wir mit Lugano zusammen. Einige Spielerinnen bestritten NLA-Spiele bei den Tessinerinnen. Im dritten Jahr gab es das Gleiche mit dem SC Langenthal. In diesen beiden Saisons hatte ich immer wieder Einsätze in der höchsten Liga.»
Gegen Ende der letzten Saison kontaktierte Sandra Thalmann, Co-Trainerin der Zug-Frauen, Egger. Beide spielten zusammen in Reinach. Zuerst sollte Egger nach Sursee wechseln, das Partnerteam der Zugerinnen. Sie hätte dort gespielt und wäre Teil einer Trainingsgruppe in Zug gewesen. Da Egger zu dieser Zeit mit Bassersdorf in den Play-offs stand, bat sie um Bedenkzeit. Wenig später meldete sich Thalmann erneut. Sie teilte mit, dass Trainerin Daniela Diaz ihr einen Ausbildungsvertrag bei Zug anbietet. «Das war eine riesige Chance für mich. Ich musste zusagen.» Sie spielt jetzt trotzdem zusätzlich für Sursee. Sie erklärt: «Bei Überschneidungen war ich meist in Sursee im Aufgebot. Dort habe ich die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen. Oft kann ich am Wochenende aber eine Partie mit Zug und eine mit Sursee absolvieren. Ich kam jetzt häufig in der NLA zum Einsatz und erhalte viel mehr Eiszeit als ursprünglich erwartet.»
Lange Wochenenden mit langen Auswärtsfahrten
Das Programm der jungen Frau ist intensiv. Besonders an Wochenenden, an denen sie zwei Spiele bestreitet. Zug hat unter anderem Davos, Fribourg-Gottéron, Ambri-Piotta oder Neuchâtel als Gegner. Sursee spielt in derselben Liga wie Lausanne. Lange Auswärtsfahrten sind oft die Folge. Lia Egger studiert neben dem Eishockey im dritten Jahr Jura an der Universität Luzern. Wie bringt sie alles unter einen Hut? «Wir haben zum Glück keine Präsenzpflicht. Die Vorlesungen werden ausserdem als Podcast angeboten», berichtet sie. «Ich bin meistens am Morgen an der Uni oder lerne von zu Hause, je nachdem, wie mein Stundenplan aussieht. Am Nachmittag habe ich dann Training. Den Lernstoff, den ich verpasse, hole ich meistens am Abend oder am Wochenende nach. Das klappt gut.»
Im Gegensatz zu vielen männlichen Eishockey-Talenten besuchte sie kein Sportgymnasium, sondern war an der normalen Kantonsschule in Wohlen. «Ich habe dort schon gelernt, mir den Stoff oft selbst beizubringen. Das klappt auch jetzt. Meine Noten sind gut. Ich habe aber gemerkt, dass es im Sommer einfacher war, den Stoff nachzuholen, weil am Wochenende kein Spiel war. Jetzt, während der Saison, ist es intensiver. Ende Dezember und Anfang Januar hatte ich eine Prüfungsphase. Zwei Prüfungen habe ich auf den Sommer verschoben, damit es mir nicht zu viel wird.»
Da sie in Zug trainiert und in Luzern studiert, sind ihre Wege zwischen Universität und Eishalle nicht sehr weit. Ein kleiner Nachteil: Lia Egger wuchs in Muri auf, zog aber 2022 mit ihrer Familie nach Hermetschwil-Staffeln. Von Muri aus wäre die Zugverbindung in die Innerschweiz einfacher. «Jetzt fahre ich mit dem Auto nach Muri und steige dort in den Zug. Das ist halb so wild», sagt sie lächelnd.
Aufgebot für das Prospect Camp des Nationalteams
Lia Egger ist glücklich beim EV Zug. Die Stadt ist eishockeybegeistert. Mit über 1300 Zuschauern pro Spiel hat das Team den höchsten Schnitt in der Liga. «Ich habe, seit ich hier bin, auch grosse Fortschritte gemacht. Nach meiner Zeit in Reinach und den Einsätzen für Lugano und Langenthal wollte ich wieder dauerhaft auf diesem Niveau spielen. Aber Spiele allein reichen nicht. Um erfolgreich zu sein, ist auch das Training unter diesen Bedingungen wichtig. Das habe ich jetzt in Zug.» Durch den Wechsel nimmt der Sport eine noch grössere Rolle in ihrem Leben ein. «Mein Ziel ist, nach dieser Saison Stammspielerin im A-Team zu werden. Ich möchte eines Tages eine Leaderrolle in dieser Mannschaft übernehmen.»
Im Juniorenbereich nahm sie an Trainings der U13- und U16-Nationalmannschaft teil. Deshalb hat sie auch das Nationalteam im Hinterkopf. «Das ist momentan vielleicht nicht mein Hauptfokus, aber ich schliesse es nicht aus.» Am vergangenen Freitag erhielt sie zumindest eine Nachnominierung für das Prospect Camp der Nationalmannschaft, das vom 2. bis zum 8. Februar in Klagenfurt stattfindet. Dort wird sie am Sechs-Nationen-Turnier teilnehmen, bei dem neben der Schweiz auch Dänemark, Norwegen, die Slowakei, Ungarn und Österreich antreten. Spielerinnen, die dort überzeugen, können sich für weitere Einsätze empfehlen. Danach konzentriert sie sich wieder auf den Meistertitel mit dem EVZ. «Mit dieser Mannschaft einen weiteren Titel zu feiern – das wäre wie beim Cupsieg eine sehr grosse Ehre.»


