Lou Wey aus Muri an der U18-EM in Belgrad
Lou Wey aus Muri bestreitet mit dem Schweizer U18-Nationalteam die Europameisterschaft in Belgrad. Nach der verpassten Hauptrunde wollte sich die Schweiz zumindest das WM-Ticket sichern. Dafür hätte sie mindestens Rang ...
Lou Wey aus Muri an der U18-EM in Belgrad
Lou Wey aus Muri bestreitet mit dem Schweizer U18-Nationalteam die Europameisterschaft in Belgrad. Nach der verpassten Hauptrunde wollte sich die Schweiz zumindest das WM-Ticket sichern. Dafür hätte sie mindestens Rang 14 erreichen müssen. Doch das Team scheiterte in der Zwischenrunde auf dramatische Weise.
Am Ende entschieden zwei Tore. Zwei Treffer mehr erzielen oder zwei weniger kassieren – das hätte der Schweiz gereicht, um sich eine Chance auf Rang 14 und damit die WM-Qualifikation zu sichern. In der Zwischenrunde verlor das Team mit dem Murianer Lou Wey gegen Israel mit 38:44. Danach besiegten die Schweizer jedoch Tschechien mit 32:28 und erreichten Platz 2 in ihrer Gruppe. Um in die Play-offs für die Ränge 9 bis 16 zu kommen, hätte das Team der beste Gruppenzweite sein müssen. Hier lag Nordmazedonien mit zwei Toren vorn.
Dabei war die Schweiz gegen Tschechien auf Kurs. Beim Stand von 31:25 führten die Schweizer exakt mit den sechs Toren Vorsprung, die sie für die Klassierungsspiele um die Ränge 9 bis 16 brauchten. Dann wurden dem Team die letzten 90 Sekunden zum Verhängnis. Was war passiert? Zunächst erhielt Nevio Rychener eine Zweiminutenstrafe. Kurz darauf wurde Nico Petrig bei einem Durchbruch klar gefoult, doch der Pfiff blieb aus. Die Schweizer Bank protestierte lautstark. Die Schweizer standen auf und äusserten ihren Unmut im Kollektiv. Der Delegierte griff ein und verhängte eine weitere Zweiminutenstrafe, die Assistenztrainer Lukas von Deschwanden stellvertretend absitzen musste. Am Ende gewannen die Schweizer zwar mit 32:28, doch zwei Tore fehlten, um als bester Gruppenzweiter weiterzukommen. «Für uns ging es um sehr viel. Wir wollen, dass die Bank emotional ist. Leider liessen die Unparteiischen das Fingerspitzengefühl vermissen, weil sie nicht wussten, dass wir mit sechs Toren gewinnen müssen. So zu scheitern, ist ganz bitter», sagt von Deschwanden auf der Homepage des Schweizer Handballverbandes.
Rang 17 als neues Ziel, Wildcard als letzte WM-Hoffnung
Während Nordmazedonien weiter um das WM-Ticket spielen darf, könnte die Schweiz nur dank einer Wildcard an der WM teilnehmen. 2025 erhielt beispielsweise die Schweizer U21 eine solche Einladung.
An der EM bleiben Wey und der Schweiz nur noch die Play-offs um die Ränge 17 bis 24. Gestern Donnerstag bezwang das Team die Türkei mit 39:32 und blieb damit im Rennen um Rang 17. Diese Platzierung ist nun das Ziel. Die Schweizer hoffen, damit ihre Chance auf eine WM-Wildcard zu wahren.
Trotz verpasster Hauptrunde und höchstwahrscheinlich gescheiterter WM-Qualifikation kann Wey viel aus seiner ersten Europameisterschaft mitnehmen. Er durfte einiges an Erfahrung sammeln. Die Schweiz bezwang ausserdem neben Tschechien auch Montenegro. Nach dieser Partie wurde der Murianer als «Best Player» ausgezeichnet. --jl