Zwei Jahre Zwangspause?
31.07.2026 Bremgarten, KantonKein Summer Splash
Der Rutschparty droht die doppelte Absage
Der Summer Splash fällt 2026 ins Wasser. Und derzeit sieht es so aus, als könnte es ihm im Folgejahr genauso gehen. Dafür verantwortlich sind geplante und verzögerte Bautätigkeiten in Hermetschwil-Staffeln. Wir haben mit dem OK-Präsidenten und dem Stadtschreiber über die Gründe, den Ablauf und die Zukunft des Anlasses gesprochen. --huy
Summer Splash: Die beliebte Wassersause fällt 2026 aus – und möglicherweise auch gleich 2027
Wen es in Hermetschwil-Staffeln nach Abkühlung und Geselligkeit dürstet, wird diesen August enttäuscht. Der Summer Splash wird nicht stattfinden. Grund dafür sind unglückliche Umstände – und dies gleich doppelt.
Marco Huwyler
Wer den städtischen Veranstaltungskalender regelmässig konsultiert, dem dürfte es schon vor längerer Zeit aufgefallen sein. Im Bremgarter Sommer fehlt ein grosses Highlight. Der «Summer Splash» – ein Wasserrutschspass mit Volksfestcharakter im neusten Ortsteil – ist nirgends aufgelistet. Und auch die Website des Veranstalters «Event-Schmiede» weist noch immer bloss auf die gelungene Ausgabe 2025 hin.
Suterhübelstrasse als Ausweichroute
Und tatsächlich: wie das OK bestätigt, ist man dieses Jahr wirklich nicht einfach nur spät dran. Der Summer Splash 2026 fällt aus. «Uns wurde von der Stadt mitgeteilt, dass der Suterhübel diesen Sommer leider nicht zur Verfügung steht», sagt OK-Präsident Jwan Müller. Die steile Strasse am Hügel, wo die Wasserrutschbahn in Hermetschwil-Staffeln jeweils aufgestellt wird, werde diesen Sommer anderweitig benötigt – als Ausweichroute, weil im Dorf der Umbau der Hochwasserentlastung anstehe (siehe Box). Dies kündigte das Rathaus den Organisatoren im Herbst an. Der Summer Splash müsse deshalb über die Klippe springen und notgedrungen pausieren. Dabei waren die Vorbereitungen dafür bereits angelaufen. Sie mussten gestoppt werden.
Weder Umbau noch Wasserrutsche
Doppelt ärgerlich aus Sicht der Veranstalter, Festliebhaber und Rutschfans ist aber, dass dem alles nun gar nicht so ist. Die Bauarbeiten haben sich verschoben. Dies, weil die Stadt eine kantonale Bewilligung dafür braucht und diese nicht rechtzeitig für eine Umsetzung des Projekts diesen Sommer vorliegt. Der Summer Splash hätte also ohne Weiteres stattfinden können in diesem Jahr. Diese Entwicklung wurde den Veranstaltern der Event-Schmiede zwar Ende März mitgeteilt. «Aber das war leider viel zu spät für uns, um die Planung nochmals in Angriff zu nehmen», sagt Müller.
Der Summer Splash benötige mittlerweile rund ein Jahr Anlaufzeit mit der Mobilisierung aller im Einsatz stehender Helfer, den nötigen Bewilligungen, der Organisation – und natürlich dem Bereitstellen der beträchtlichen Infrastruktur. Vor allem aber müssten auch die potenziellen Sponsoren frühzeitig angegangen und gewonnen werden. «Denn ohne sie funktioniert unser Anlass nicht», bekräftigt Müller. Ohne externe finanzielle Unterstützung wäre der Summer Splash ein Minusgeschäft, das für die Organisatoren nicht zu stemmen wäre. Schliesslich sind die Preise für den Rutschspass bewusst äusserst moderat gehalten und kompensieren den Aufwand bei Weitem nicht.
2027 erneut blockiert – gibt es Alternativen?
Die Sponsorensuche für nächstes Jahr können sich die Organisatoren allenfalls auch gleich sparen. Denn die 2026 nicht umgesetzten Umbauarbeiten finden nun voraussichtlich stattdessen zum selben Zeitpunkt 2027 statt (siehe Box). Mit dem Ergebnis, dass die Suterhübelstrasse dann als Ausweichroute gebraucht wird – und dem Summer Splash erneut in die Quere kommt. So muss der Hermetschwil-Staffler Sommerspass nicht nur dieses, sondern voraussichtlich auch nächstes Jahr aussetzen. «Das Ganze ist natürlich maximal unglücklich für uns», sagt Müller.
Das OK wird sich zu gegebener Zeit Überlegungen machen, ob man nach alternativen Terminen oder Standorten sucht. «Doch ganz einfach ist das nicht», erklärt der OK-Präsident. Die Leute hätten sich an das Wochenende nach den Sommerferien gewöhnt, der Termin habe sich bewährt. Besuchertechnisch macht es wenig Sinn, den Anlass in die Ferienzeit zu verlegen. Und vor den Sommerferien ist sonst schon allenthalben sehr viel los.
Ganz abschreiben möchte Müller die Ausgabe im nächsten Jahr aber noch nicht. «Wir bleiben dran», verspricht er. Auch andere Standorte wären grundsätzlich für die Organisatoren eine Option. «Doch ein passendes und bewilligungsfähiges Gelände dafür in Hermetschwil-Staffeln zu finden, ist nicht einfach», sagt er. Allenfalls müsse man notgedrungen in die Kernstadt Bremgarten oder eine andere Gemeinde ausweichen, wenn die Ausgabe 2027 nicht ins Wasser fallen soll.
Regelmässigkeit scheint schwierig
Eine Hiobsbotschaft für alle Hermetschwil-Staffler, die sich jeweils darüber freuen, wenn ihre Heimat für einmal «The place to be» in Bremgarten ist. Das Rutschspektakel im ehemaligen Dorf scheint allgemein unter einem schwierigen Stern zu stehen – zumindest was die Regelmässigkeit des Anlasses anbelangt, der eigentlich im Jahres-Turnus stattfinden sollte.
Zwar waren die bisherigen drei Durchführungen seit der Premiere 2021 jeweils ein schöner Erfolg – doch ebenso oft musste der Anlass auch schon abgesagt werden. Jetzt erneut – nach den ausgefallenen Ausgaben 2023 (stattdessen Summer-Splash-Festinsel am Leuefäscht) und 2024 (OK im Umbruch und Rutsch-Engagement in Spreitenbach).
So braucht es von den vielen begeisterungsfähigen Kindern der Region abermals Geduld, bis sie im Hochsommer das nächste Mal den Suterhübel im kühlen Nass runterrutschen dürfen. Doch eines ist gewiss: der Summer Splash wird wieder hierherkommen, wenn es nach den Veranstaltern geht. «Wir hoffen schwer, dass es spätestens 2028 der Fall ist», sagt Jwan Müller. Man möchte Hermetschwil-Staffeln nicht im Stich lassen und dem jüngsten Bremgarter Stadtteil weiterhin sein Rutschvergnügen mit Volksfestcharakter bieten.
Doch ebenso klar ist: Über die Durchführung entscheiden nicht nur Müller und sein OK. Das hängt auch von anderem ab – wie zum Beispiel den Baustellen-Planspielen im Bremgarter Rathaus.
Das sagt man im Rathaus
Stadtschreiber Beat Neuenschwander über das Bauprojekt und die Terminkollision
Stadtschreiber Beat Neuenschwander bestätigt die Ausführungen des Summer-Splash-OKs. Man hatte geplant, die Umbauarbeiten für den Regenauslass Haldemättli diesen Sommer auszuführen. Dabei handelt es sich um ein 580 000 Franken teures Projekt, das ein unterirdisches Entlastungsbauwerk im Kanalisationsnetz vorsieht, um den ökologisch wertvollen Rotbach bei Hochwasser vor Schadstoffzufuhr zu schützen.
Dafür sind Bauarbeiten vorgesehen, die mindestens acht Wochen dauern. Da der Linienbus normalerweise über die Strasse Haldemättli verkehrt, braucht es während dieser Zeit eine Ausweichroute. Diese soll über die Sutterhübelstrasse führen – womit sie dem Summer Splash in die Quere kommt. «Das bedauern wir», sagt Neuenschwander zwar. «Doch bei einem solchen Bauprojekt muss so vieles bedacht werden – da konnten wir auf den Anlass keine Rücksicht nehmen.» Der Zeitpunkt des Baubeginns unmittelbar nach den Sommerferien, sei nun mal nach Rücksprache mit allen beteiligten Akteuren als der gangbarste für das Projekt definiert worden.
Vom Kanton abhängig
Auch aus Sicht der Stadt ist es unglücklich, dass wegen des Projekts nun wohl gleich zweimal der Summer Splash ausfallen muss. Doch ein eigenes Versäumnis sieht das Rathaus in diesem Fall nicht. Sobald man Ende März den kantonalen Bescheid erhalten habe, der eine Verschiebung des Bauvorhabens um ein Jahr letztlich nötig machte, habe man dies dem Summer-Splash-OK entsprechend kommuniziert und den Hang grundsätzlich für dieses Jahr wieder freigegeben, erklärt Stadtschreiber Beat Neuenschwander. --huy


