Zum letzten Mal gesperrt
11.08.2026 Mutschellen, Oberwil-Lieli, Verkehr, Kommende EventsOberwil-Lieli: Am 14. August wird die sanierte Dorfdurchfahrt Lieli mit einem Dorffest eingeweiht
Seit Januar 2025 kam es auf der Dorfdurchfahrt Lieli immer wieder zu Einschränkungen. Bald sind die Sanierungen von rund 5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Gemeinde ...
Oberwil-Lieli: Am 14. August wird die sanierte Dorfdurchfahrt Lieli mit einem Dorffest eingeweiht
Seit Januar 2025 kam es auf der Dorfdurchfahrt Lieli immer wieder zu Einschränkungen. Bald sind die Sanierungen von rund 5 Millionen Franken abgeschlossen. Die Gemeinde feiert deshalb am 14. August von 15 bis 2 Uhr.
«Wir möchten dem Dorf mit dem Fest etwas zurückgeben. Die Bewohner hatten schliesslich in den letzten 1,5 Jahren einige Unannehmlichkeiten hinzunehmen», sagt Jenny Gerber, Vizeammann von Oberwil-Lieli. Gemeinderat Stefan Strebel betont: «Es soll ein schlichtes Fest für die Bevölkerung werden.» Beide freuen sich darüber, dass sowohl die Vereine, das Gewerbe wie auch die Jugendarbeit Mutschellen JAM mitmachen. Um 17 Uhr findet die offizielle Eröffnung mit einer Ansprache von Gemeindeammann Ilias Läber und musikalischer Begleitung statt. Sonst ist kein offizieller Programmpunkt geplant – ausser einer Aufführung von Streetdance und Hip-Hop des Schulsports. «Die Besucher sollen Zeit für Gespräche haben und selbstständig die angebotenen Aktivitäten in Anspruch nehmen», erklärt Jenny Geber.
Bewusst am Ort des Geschehens
Geboten wird ab 15 Uhr einiges im und um das Festzelt auf der sanierten Strasse zwischen den beiden Bushaltestellen beim Volg. Der Männerturnverein lädt Gross und Klein zu einem Spass-Parcours ein, der Kellerämter Fussballclub (KFC) organisiert ein Torwandschiessen, der Familienverein ein Päckli-Fischen, die Feuerwehr ein Feuerhaus mit Eimerspritze. Auch die Ludothek Mutschellen kommt mit Spiel und Spass, während «Hair Design Umiker» ein Express-Styling anbietet und das Volk zum Mitmachen bei einem Wettbewerb einlädt.
Für kulinarische Vielfalt sorgen der Männerchor mit dem Damenturnverein, das Restaurant Hirschen und ein asiatischer Stand. Die Hühnerbar-Crew stellt eine Lounge mit Bar und DJ auf, während das JAM alkoholfreie Drinks und Hotdogs anbietet. Die Infrastruktur wird den Vereinen von der Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt. Einwohnerinnen und Einwohner erhalten zudem pro Person einen 10-Franken-Gutschein. Dieser kann während des Festes für Essen und Getränke eingelöst werden. Er muss auf der Gemeindeverwaltung abgeholt werden.
Für Jenny Gerber und Stefan Strebel ist es wichtig, dass mit diesem Dorffest ein Abschluss für die Sanierung dieser Dorfstrasse gesetzt wird. «Wir überlegten uns, auf dem Schulhausareal zu feiern, haben uns aber bewusst für den ‹Ort des Geschehens› entschieden», so Gerber. Dafür wird die Dorfdurchfahrt Lieli wohl zum letzten Mal gesperrt. Sie ist ab Donnerstagmorgen bis nach den Aufräumarbeiten spätestens am Samstagabend blockiert.
Fehlender Respekt
Apropos Blockaden: Diese sorgten während der Sanierung immer wieder für rote Köpfe: «Die grössten Herausforderungen waren nicht etwa baulicher Natur, sondern Leute, die sich bei uns beschwerten», staunt Stefan Strebel. «Es wurden temporäre Fahrverbote missachtet, Abschrankungen weggeräumt und der Respekt gegenüber den Bauarbeitern liess zu wünschen übrig.» Offenbar gebe es doch einige Personen, welche das Gefühl haben, jederzeit einen Weg nutzen zu können, egal ob da gerade gebaut wird und sie sich beim Betreten oder Befahren selbst gefährden. «Zudem erhielten wir Beschwerden, weil die Lichtsignale über die Wochenenden nicht weggeräumt wurden», weiss Strebel. «Das Aufstellen und Wegräumen ist aufwendig und hätte damit weitere Kosten verursacht.» Der Gemeinderat betont, dass auch ganz viele Leute Freude an der Sanierung haben. «Gerade die direkt betroffenen Anwohner hatten mehrheitlich Verständnis. Die wenigen anderen brauchten dagegen viel Zeit.»
Zu 95 Prozent abgeschlossen
Saniert wurde auf der rund einen Kilometer langen Dorfdurchfahrt praktisch alles. Namentlich die Elektroleitungen, die Wasserversorgung und die Abwasserleitungen. Auch neue Leitungen wurden eingezogen und die Bushaltestellen nach Behindertengleichstellungsgesetz umgebaut. Umgestaltet ist jetzt der Platz vor dem Volg. Die Fussgänger laufen nun so, dass sie parkierende Autos bei der Ausfahrt nicht mehr behindern. Auch der Platz vis-à-vis des Volgs wurde neu gestaltet. Dort stehen jetzt ein Wegkreuz und ein Brunnen, die sich einst beim alten Feuerwehrmagazin befanden und mehrere Jahre eingelagert waren. Bald werden noch mehrere Bäume gesetzt. «Bis zur Eröffnung am 14. August sind die Arbeiten wohl zu 95 Prozent abgeschlossen», freut sich Stefan Strebel.
Er weiss, dass der Kostenrahmen von 5 Millionen Franken ziemlich sicher eingehalten werden kann. Und unterstreicht: «Die Bauarbeiten gingen teilweise stark an die Nerven. Wir schufen aber einen Mehrwert. Die Infrastruktur ist nun gesichert. Wir haben hier wieder etwas Schönes und für die nächsten 40 Jahre Ruhe.» Eine, die nur durch das Dorffest nochmals kurz unterbrochen wird.
--rwi

