Windräder und Cervelat
05.06.2026 Kolumne, Kelleramt, Grosser RatAUS DEM GROSSEN RAT
Stefanie Köpfli, SVP, Arni.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben Ende Monat immer weniger im Portemonnaie. Umso unverständlicher ist es, wenn bei öffentlichen ...
AUS DEM GROSSEN RAT
Stefanie Köpfli, SVP, Arni.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben Ende Monat immer weniger im Portemonnaie. Umso unverständlicher ist es, wenn bei öffentlichen Bauprojekten Steuergelder für Kunstinstallationen und fragwürdige Gestaltungselemente verschwendet werden. In jüngster Vergangenheit kostete Kunst am Tiefbau teils weit über 100 000 Franken pro Projekt. Statt Kultur an Tunnelportalen oder Kunst an Brücken zu finanzieren, sollte dieses Geld besser in Lärmschutz, funktionierende Infrastruktur oder direkt in Entlastungen für die Bevölkerung fliessen. Noch besser wäre es, unnötige Ausgaben ganz zu streichen. Leider fand die entsprechende Motion von SVP und EDU im Grossen Rat keine Mehrheit.
Besonders realitätsfremd sind die geplanten Windkraftanlagen des Kantons Zürich entlang der Aargauer Kantonsgrenze. Geplant sind Windräder mit einer Höhe von bis zu 300 Metern. Dies ist vergleichbar mit einem Hochhaus von rund 80 Stockwerken. Der Mindestabstand zu Wohnhäusern beträgt dabei nur 500 Meter. Für mich ist klar: Das ist viel zu nahe. Besonders stossend ist die Situation rund um die geplanten fünf Anlagen in Arni.
Die Gemeinden Islisberg, Arni und Oberwil-Lieli wurden kaum in die Planung einbezogen und erfuhren eher zufällig von den Zürcher Projekten. Während der grüne Kanton Zürich vom Strom und von den Erträgen dieser Windkraftanlagen profitiert, bleiben Schattenwurf, Lärm, Infraschall und massive Eingriffe ins Landschaftsbild bei der Aargauer Bevölkerung hängen.
Gerade der Kanton Aargau investiert viel in die Standortförderung und Attraktivität als Wirtschafts- und Wohnkanton. Umso absurder ist es, wenn man gleichzeitig zulässt, dass Nachbarkantone unsere Gemeinden mit Windrädern einzäunen. Dazu kommen berechtigte Sorgen um sinkende Liegenschaftswerte aufgrund der Anlagen.
Auch der Naturschutz wird erstaunlich leichtfertig ausgeblendet. Dank dem Flachsee kreisen heute zahlreiche Störche und Rotmilane über unserer Region. Was die fünf Grosswindanlagen für die Vogelwelt bedeuten würden, wird auch von den grünen Parteien lieber verdrängt. Für mich ist klar: Windkraft gehört an sinnvolle Standorte. Sicher nicht mitten in dicht besiedelte und geschützte Landschaften.
Erfreulich ist die klare Antwort des Regierungsrats auf die Interpellation «unsere eigenen Werte nicht verdrängen, Parallelgesellschaften … verhindern». Der Regierungsrat hält unmissverständlich fest, dass Schulen Schweizer und lokale Traditionen, Feste und Gebräuche pflegen und für die Kinder erlebbar machen sollen. Wer in der Schweiz lebt, soll sich an unsere Kultur, unsere Werte und unsere Traditionen anpassen, nicht umgekehrt. Unsere Identität darf nicht aus falsch verstandener Toleranz schrittweise verdrängt werden. Gerade in Zeiten zunehmender Parallelgesellschaften braucht es endlich wieder mehr Mut, zu unseren Schweizer Traditionen und Werten zu stehen.
Bei den kommenden Schulschlussfeiern dürfen wir uns also auf Cervelats und Hotdogs mit Schweinewürstchen freuen.

