Wie weiter wirten?
03.12.2024 BremgartenGrosse Umfrage gestartet
Meinung zum Gassenreglement
Die Richtlinien rund ums Wirten in den Gassen der Altstadt geben in Bremgarten bereits seit längerer Zeit zu reden. Vor eineinhalb Jahren hat der Souverän dem Stadtrat den Auftrag erteilt, das ...
Grosse Umfrage gestartet
Meinung zum Gassenreglement
Die Richtlinien rund ums Wirten in den Gassen der Altstadt geben in Bremgarten bereits seit längerer Zeit zu reden. Vor eineinhalb Jahren hat der Souverän dem Stadtrat den Auftrag erteilt, das sogenannte «Gassenreglement» zu überarbeiten. Im Zuge dessen hat dieser nun in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz eine Umfrage lanciert. Dabei soll in den nächsten Wochen bis Ende Jahr der Puls der Bevölkerung gefühlt werden. Die Umfrage wird morgen Mittwoch aufgeschaltet. Teilnehmen kann jeder, der sich für die Gastronomie in der Altstadt interessiert oder sich davon betroffen fühlt. Die Ergebnisse sollen dem Rat dann als Grundlage für einen Entscheid dienen.
Neues «Gassenreglement»: Morgen Mittwoch startet eine grosse Umfrage
Vor eineinhalb Jahren hatte der Stadtrat an der «Gmeind» den Auftrag gefasst, das Regelwerk über das Wirten in Bremgartens Altstadt zu überarbeiten. Nun präsentiert er diesbezüglich sein Vorgehen. Eine Umfrage soll in einem nächsten Schritt Klarheit über die Bedürfnisse bringen.
Marco Huwyler
Im Prinzip hat der Stadtrat selbst erkannt, dass das herrschende Gassenreglement für Bremgartens Altstadt in einigen Punkten reformbedarf hat. Darauf lässt zumindest sein Handeln schliessen. Wiederholt hat er in jüngerer Vergangenheit die starren Daten, die das Regelwerk vorgibt, selbst per Ratsbeschluss aufgeweicht. Jüngst durften die Gastrobetriebe bis und mit Markt der Vielfalt Ende Oktober rausstuhlen – also zwei Wochen länger als im Gassenreglement definiert. Dort ist die Zeit des Draussen-Wirtens strikt vom 15. April bis zum 15. Oktober festgelegt.
Wirte fühlen sich eingeschränkt
Das Reglement, welches die Spielregeln für das Wirten in Bremgartens Altstadt festlegt, ist vielen Gastronomen schon länger ein Dorn im Auge. An der Sommer-«Gmeind» 2023 hatte deshalb GLP-Bremgarten-Co-Präsident Sandro Schmid einen Antrag gestellt, dieses zu überarbeiten. Insbesondere die Saisonbeschränkung zum Rausstuhlen, sei ein unnötiges Hindernis für die Gastronomie in der Altstadt. Entgegen der Empfehlung des Stadtrats wurde der Antrag damals angenommen und das Rathaus fasste den Auftrag, bezüglich Gassenreglement über die Bücher zu gehen.
30 Interviews mit Betroffenen
Nun, eineinhalb Jahre später, präsentiert Stephan Troxler – damals bei Schmids Antrag noch gar nicht im Amt – das weitere Vorgehen des Stadtrats. Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz haben in den vergangenen Monaten im Auftrag der Stadt Bremgarten eine Umfrage bei den Interessengruppen der Altstadt ausgearbeitet. «Die fünf jungen Frauen haben im Rahmen einer Projektarbeit ihres Studiums zahlreiche Interviews mit Stakeholdern unserer Stadt geführt», erklärt Troxler. Befragt wurden Altstadt-Wirte, solche ausserhalb der Altstadt, Vertreter der Ortsparteien, der HGV, die FAB, Anwohner, sonstige Einwohner, der Citymanager, die Repol und Einwohner ausserhalb der Altstadt. 30 solche Gespräche haben die Studierenden geführt und die Resultate daraus dem Stadtrat unterbreitet. Gemeinsam hat man dann einen Fragekatalog erarbeitet, der nun Klarheit darüber bringen soll, wie in Bremgartens Gassen in Zukunft gewirtet wird – resp. wie sich ein Querschnitt von Bremgartens Bevölkerung dies wünschen würde.
15 Fragen an alle, die sich mit dem Thema beschäftigen mögen
Insgesamt 15 Fragen sind es, die ab morgen Mittwoch, 4. Dezember den Bremgartern gestellt werden. Wobei auch Auswärtige bei der Umfrage zum «Reglement über die Nutzung der Gassen und Plätze» mitmachen dürfen. «Wir haben den Kreis bewusst für möglichst viele geöffnet», sagt Troxler. Schliesslich soll die Meinung von jedem angehört werden, dem die Gassenwirtschaft Bremgartens, deren Herausforderungen und Nebenerscheinungen am Herzen liegen – oder der davon in welcher Art und Weise auch immer tangiert wird. Wobei in der Umfrage auch erhoben wird, wer welcher Interessengruppe zugeordnet werden kann.
Die Fragen reichen über die allgemeine Zufriedenheit mit der Gastronomie im Städtli, über die Wichtigkeit des Erscheinungsbildes der Gassen, die Gebührenregelung, das Wünschenswerte und natürlich auch die Zufriedenheit mit der momentanen Saisonregelung. «Wir erhoffen uns, dass möglichst viele mitmachen und wir so einen guten Eindruck darüber erhalten, was die Menschen vom Gassenreglement halten», sagt Troxler. Die Umfrage findet online statt und dauert rund 8 bis 10 Minuten. Sie wird über einen Zugangs-QR-Code zugänglich, der ab morgen Mittwoch von der Stadt gestreut wird.
Frühstens an der nächsten Wintergmeind
Bis am 29. Dezember können Interessierte die Fragen zum Gastroreglement beantworten. Danach, im neuen Jahr, wertet die Studentengruppe die Ergebnisse aus und unterbreitet dem Stadtrat ihren Schlussbericht. Dieser dient dem Stadtrat dann als Grundlage für den Entscheid, inwiefern das Gassenreglement eine Anpassung benötigt. Dieses allenfalls überarbeitete Gassenreglement soll dem Souverän dann frühestens an der Winter-«Gmeind» in einem Jahr zur Genehmigung vorgelegt werden. «Wir hoffen, dass wir dann ein für möglichst viele zufriedenstellendes Resultat präsentieren können», sagt Troxler.
Das hoffen auch die Altstadtgastronomen. Das Wirten in den Gassen wird für sie derweil bis dann nicht einfacher.
Bei Anliegen im nächsten Jahr bleibt weiterhin die Hoffnung auf Spezialbeschlüsse des Stadtrats, welche die starren Regeln etwas aufzuweichen vermögen. Das nächste Mal wohl spätestens Ende März, wenn die ersten Frühlingssonnenstrahlen zum Draussen-Höckeln einladen würden – Wochen vor dem 15. April.
Die Online-Umfrage startet morgen Mittwoch, 4. Dezember. Die Teilnahme ist bis am 29. Dezember möglich. Zugang via städtische Website www.bremgarten.ch.



