Wie aus einer guten Idee Zirkusgeschichte wird
27.03.2026 Firmenreportage, Kommende Events, WerbungDreissig Jahre – der Jugendzirkus Arabas Cirque Jeunesse im Jubiläumsjahr
Im Jahr 1984 hat der damals dreizehnjährige Beat «Biber» Rhyner in Arni seinen Sommerzirkus «Ferienplausch» organisiert. Am «Freiämter Jugendfest» im Rahmen ...
Dreissig Jahre – der Jugendzirkus Arabas Cirque Jeunesse im Jubiläumsjahr
Im Jahr 1984 hat der damals dreizehnjährige Beat «Biber» Rhyner in Arni seinen Sommerzirkus «Ferienplausch» organisiert. Am «Freiämter Jugendfest» im Rahmen von CH91 in Bremgarten ist der Zirkus Biber mit Martin Indlekofer in Kontakt gekommen, dem «Clown für Kids». Er stieg als Trainer ein. Später wuchs am Küchentisch des Komikers Marco Rima in Arni die Idee für den Zirkus Arabas. 1996, vor dreissig Jahren also, wurde er aus der Taufe gehoben.
«Am Anfang war es ein Hoselopf, eigentlich verrückt, was wir damals gewagt haben», erinnerte sich Martin Indlekofer in einem Abschiedsinterview 2021 an die Gründerjahre. Der Zirkuspionier war von Stunde null an der Hauptverantwortliche. «Das Startkapital lag bei 300 bis 400 Franken, gespendet von ein paar Eltern. Aber wir wollten es einfach wagen.» Zaudern ist nicht die Art von Zirkusmenschen. Die Anfangszeit war geprägt von Improvisation und viel Idealismus. Im ersten Jahr trainierten sie in den Bremgarter Turnhallen.
Jugendzirkus «Arabas Cirque Jeunesse Bremgarten»
Das erste Zelt kam vom Walter-Zoo, Gossau SG. Rolf Wüest, der Finanzmensch des «Monti», gab den Tipp für die Zeltmiete. Jahre später würde man ein grösseres Zelt mieten, diesmal vom Zirkus Harlekin in Thun, schliesslich hat man es gekauft.
Bereits in der ersten Saison entstand auch der Name «Arabas», gewählt von den Kindern selbst, inspiriert vom Zauberer Tarabas aus der Fantasysage «Prinzessin Fantaghirò». Der Name steht bis heute für Magie, Abenteuer und Zirkusleidenschaft.
Der gute Zufall führte kurz nach der Gründung dazu, dass der blutjunge «Arabas» eine nationale Plattform erhielt, die er als willkommene Anschubhilfe für sich nutzte. Martin Indlekofer und Mitstreiter wurden in die damalige DRS1-Sendung «Talisman» eingeladen, in der sie die Zuhörer um Mithilfe beim Zirkusaufbau bitten durften. Die Resonanz war überwältigend. Innert kürzester Zeit gingen zahlreiche Spenden ein: Von ausrangierten Bauwagen, die zu Zirkuswagen umfunktioniert wurden, bis hin zu tonnenweise Stoff für Kostüme aus einer Pleite gegangenen Textilfirma und viel weiteres Brauchbares. Hinzu kam ein bedeutender Kleinkredit einer Privatperson.
Jahre später sollte wieder der Zufall prächtig spielen in Form einer Fernseh-Weihnachtssendung über den Bremgarter Christchindli-Märt. Für den Zirkus Arabas erfüllte sich die Wahrheit: «Weihnachten beginnt in Bremgarten.» Martin Indlekofer konnte seinen innigsten Wunsch schweizweit anbringen: ein eigenes Zelt zum Fünfzehnjährigen. Gekauft hat man es beim berühmten Zeltbauer «Scola Teloni» in Bologna. Es hat 120 000 Franken gekostet und bietet 284 Sitzplätze. Blick voraus: Im Hinblick auf das heurige Dreissig-Jahr-Jubiläum wurde letztes Jahr beim selben Zeltbauer – «Knie» und «Monti» sind dort Kunden, unter anderen weltweit – das neue Buffetzelt gekauft, farblich passend.
Jugendzirkus «Arabas Cirque Jeunesse Bremgarten» ist als Verein strukturiert und will «eine zweite Heimat für Dutzende Kinder und ihre Familien und ein erfolgreicher Zirkus sein, der jedes Jahr unzähligen Menschen Spass und Ablenkung bereitet». Die beiden Co-Leiter Nina Hegnauer (26, seit 2011 dabei) und Joël Demierre (24, seit 2008) sind echte Arabas-Kinder.
Generationen- und Familienprojekt der Lebensschule
Mit ihrer Direktorenwahl vor sechs Jahren sind sie wohl die Jüngsten der zirzensischen Branche.
Jedes Jahr trainieren höchstens 40 «Kinder des Arabas» von der 1. Klasse bis 19-jährig Einrad, Diabolo, Jonglieren, Trapez, Vertikaltuch, Schwungseil, Rolla Rolla, Bodenakrobatik. Tragende Basis aber sind die 60 bis 70 Erwachsenen: Eltern, Freunde, Freiwillige, Ehemalige. Sie sind Trainer, stellen Administration und Logistik, schneidern Kostüme, betreiben während der Trainingslager den Küchenwagen, Bauen die Zelte auf und ab, leisten die Transporte der 14 Zirkuswagen, führen das Bistro im Buffetzelt usw. Alle Chargen bis zur letzten Handreichung werden von Vereinsmitgliedern – Mitgliederbeitrag: 80 Franken pro Person, gerne mehr – unentgeltlich geleistet.
Im Zentrum aber stehen die jungen Artisten. Sie lernen jung, Verantwortung zu übernehmen, auch über die individuellen Zirkuskünste hinaus. Sie sollen sich in geschütztem Rahmen verwirklichen können und einbringen, sind in Regie und Darbietung einbezogen, Teil der Manege, zeichnen fürs Plakat und ins Programmheft, werden ernst genommen. Es gibt die Gotte/Götti-Funktion: Gross begleitet Klein. In der Trainingslagerwoche unmittelbar vor der Premiere (diesmal ist sie am 8. August) am Zirkusstandort Hevo AG in Mellingen geht das bis zum «Guetnachtgschichtli»-Vorlesen. Da entstehen Freundschaften. --rts


