Weltbühne als nächster Schritt
24.07.2026 Sport, LeichtathletikNorina Hug von der LA Mutschellen startet an der U20-WM in Eugene vom 5. bis 9. August
Im vergangenen Jahr setzte Siebenkämpferin Norina Hug am EYOF mit Silber eine erste internationale Duftmarke. Nun startet die Unterlunkhoferin an der U20-Weltmeisterschaft in ...
Norina Hug von der LA Mutschellen startet an der U20-WM in Eugene vom 5. bis 9. August
Im vergangenen Jahr setzte Siebenkämpferin Norina Hug am EYOF mit Silber eine erste internationale Duftmarke. Nun startet die Unterlunkhoferin an der U20-Weltmeisterschaft in Eugene im US-Bundesstaat Oregon. Dort will die 18-Jährige persönliche Bestleistungen erzielen.
Josip Lasic
Es ist geschafft. Am vergangenen Sonntag gab Swiss Athletics sein 41-köpfiges Kader für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene bekannt. Auch Norina Hug gehört dazu. Dass die Siebenkämpferin der LA Mutschellen selektioniert wird, schien nur noch Formsache zu sein. Ende Juni hatte sie an der Schweizer Mehrkampfmeisterschaft in Teufen die U20-WM-Limite erfüllt. Mit 5649 Punkten belegte sie Rang 2 hinter Anna Pfister vom LAC TV Unterstrass. Weil zwei Athletinnen für die Wettkämpfe in den USA vorgesehen waren, durfte Hug auf die Teilnahme hoffen. Gross war die Freude trotzdem, als die Nomination offiziell war.
Nicht von Medaillen sprechen
Im vergangenen Jahr startete Hug am Europäischen Olympischen Jugendfestival EYOF im nordmazedonischen Skopje erstmals an einem internationalen Wettkampf. Mit Silber zeigte sie gleich, dass sie auch auf dieser Stufe konkurrenzfähig ist. Vor der U20-WM bleibt sie dennoch zurückhaltend. «Letztes Jahr hatte ich viele Gegnerinnen mit Jahrgang 2009. Jetzt starten auch ältere Athletinnen mit Jahrgang 2007. Diese erzielen im Siebenkampf schon über 6000 Punkte und nehmen an Wettkämpfen mit Erwachsenen teil», sagt Hug. Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 5689 Punkten. «Ich masse mir deshalb nicht an, von einer Medaille zu sprechen. Ich will in erster Linie Spass haben und meine Leistungen abrufen. Einen Rang setze ich mir nicht als Ziel. Stattdessen möchte ich einige persönliche Bestleistungen erzielen.» Die U20-Kategorie brachte für Hug weitere Umstellungen. Der Speer ist 100 Gramm schwerer, die Kugel wiegt ein Kilogramm mehr, auch die Hürden sind höher. «Die Unterschiede sind spürbar», sagt sie. Besonders jenen der Hürden bekam sie anfangs zu merken. «Zwischendurch habe ich das Knie angeschlagen. Auch bei der Kugel merkt man, dass man ein paar Zentimeter weniger weit stösst. Mittlerweile habe ich mich aber an die neuen Voraussetzungen gewöhnt.»
Sechs Trainings pro Woche
Nach dem Gespräch mit dieser Zeitung trainiert Hug auf der Burkertsmatt mit ihrem Vater noch Speerwurf. Weil sie mit der WM-Teilnahme rechnen durfte, richtete sie die Vorbereitung früh auf Eugene aus. Generell investiert sie viel Zeit in ihren Sport. Seit drei Jahren trainiert sie in einer Mehrkampfgruppe des Nationalen Leistungszentrums mit Athletinnen aus den Kantonen Aargau, Solothurn und Basel. Die Einheiten finden unter anderem in Aarau, Basel und Frick statt. Aktuell hat Hug viel Zeit, um zu trainieren. Sie besucht die United School of Sports in Zürich (deren Gründer und Schulleiter der Wohler Tobias Rohner ist) und absolviert dort eine kaufmännische Ausbildung mit Berufsmatur. Aktuell hat sie Ferien und kann dadurch noch mehr Zeit für das Training aufwenden. Pro Woche sind es rund sechs Einheiten.
Eine klare Lieblingsdisziplin hat sie nicht. Gerade die Vielseitigkeit macht für sie den Reiz des Siebenkampfs aus. «Das Schöne ist, dass man verschiedene Disziplinen hat. Es kann sein, dass man in einer stagniert und dafür in einer anderen plötzlich grosse Fortschritte macht. Das motiviert immer wieder aufs Neue. Ich könnte es mir nicht vorstellen, nur in einer einzelnen Disziplin anzutreten.»
Erstmals in die USA
Die Teilnahme in Eugene war bereits zu Saisonbeginn ein Ziel. Um dort möglichst frisch antreten zu können, verzichtet Hug auf einen Start an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven. In den USA war sie noch nie. Auch Eugene kannte sie vorher nicht. Vor möglichen hohen Temperaturen fürchtet sie sich nicht. Am EYOF in Skopje herrschten teilweise bis zu 42 Grad. Dort zeigte sie, dass sie unter solchen Bedingungen gute Leistungen bringen kann. «Ich bin auch ausgerüstet – unter anderem mit einer Kühlweste, damit mir nicht so heiss wird.» Ihre Eltern und drei Geschwister reisen ebenfalls nach Oregon. Nach dem Wettkampf wird Hug mit ihnen Ferien in der Region verbringen. «Eigentlich wollten wir nach Italien», sagt ihr Vater Mario Hug lachend. «Jetzt haben wir kurzfristig umdisponiert und uns eingelesen, was es in diesem Teil der USA zu sehen gibt.» Zuerst aber steht der Siebenkampf im Zentrum. Hug ist gleich an den ersten beiden Wettkampftagen im Einsatz, am Mittwoch, 5. August, und am Donnerstag, 6. August. Danach warten die Familienferien. Vorher erhält die Unterlunkhoferin die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass sie auch international bestehen kann.

