Die Schweiz versteht und rühmt sich als Willensnation. In lateinischer Sprache steht in der Kuppel des Bundeshauses das Motto: «Einer für alle, alle für einen». Der Kitt, welcher unser Land mit vier Sprachregionen und den unterschiedlichsten Kulturen ...
Die Schweiz versteht und rühmt sich als Willensnation. In lateinischer Sprache steht in der Kuppel des Bundeshauses das Motto: «Einer für alle, alle für einen». Der Kitt, welcher unser Land mit vier Sprachregionen und den unterschiedlichsten Kulturen zusammenhält, heisst Solidarität. Die Bahnen und die Postautos fahren nur in jeden «Krachen», weil Menschen, die sich nie dorthin verirren würden, bereit sind, trotzdem ihren Beitrag zu unserem System des öffentlichen Verkehrs zu leisten. Auch hier zahlen übrigens Unternehmen mit, obwohl ich noch nie ein Unternehmen in einem Bus gesehen habe. Einfach, weil Solidarität die Grundlage unseres Zusammenlebens ist.
Genauso verhält es sich mit dem, was die SRG ausmacht: Die Rätoromanen tragen 0,5 Prozent zum Budget der SRG bei und erhalten 2 Prozent des Geldes. Die italienische Schweiz trägt 4 Prozent bei und erhält 22 Prozent. Aus der Romandie kommen 23 Prozent des Geldes, aber 32 Prozent des Budgets der SRG werden dort eingesetzt. Aus der Deutschschweiz schliesslich stammen 73 Prozent der Medienabgabe, aber nur 44 Prozent werden für SRF eingesetzt.
Die Zahlen zeigen eindrücklich, dass dem System SRG ein ausgesprochener Solidaritätsgedanke zugrunde liegt. Nur so kann eine flächendeckende Versorgung des Landes mit Programmen in vier Sprachen gewährleistet werden. Geben wir uns auch hier nicht mit halben Sachen zufrieden und schicken lieber die Halbierungsinitiative statt die solidarische Schweiz bachab!
Robert Frauchiger, Hägglingen