Warten auf die Chance
31.07.2026 Sport, FussballFussball, Super League: Marvin Hübel spricht über seinen Wechsel zu GC
Er wollte endlich in der Super League spielen. Deshalb wechselte Marvin Hübel vom FC Aarau zum Grasshopper Club Zürich. Beim Rekordmeister ist der 23-jährige Goalie vorerst die ...
Fussball, Super League: Marvin Hübel spricht über seinen Wechsel zu GC
Er wollte endlich in der Super League spielen. Deshalb wechselte Marvin Hübel vom FC Aarau zum Grasshopper Club Zürich. Beim Rekordmeister ist der 23-jährige Goalie vorerst die Nummer zwei. Nun kämpft er um seinen Platz im Tor.
Josip Lasic
Beim Auftaktspiel des Grasshopper Clubs Zürich gegen Lausanne (1:1) sass Marvin Hübel nur auf der Ersatzbank. Für den 23-jährigen Goalie war das keine Überraschung. «Es war von Anfang an klar, dass Justin Hammel zum Saisonstart die Nase vorn hat. Aber ich werde meine Chance bekommen. Die Kunst wird sein, dann zu überzeugen.»
Nach zwei verpassten Aufstiegen mit Aarau – beide Male scheiterte das Team in der Barrage an GC – stand für den Tägliger fest: Er musste den Verein verlassen, um in die höchste Liga zu kommen. Angebote gab es mehrere, doch die Ausgangslage war überall ähnlich. «Es ist selten, dass ein Keeper aus der Challenge League direkt Stammspieler in der Super League wird. GC hat sich am meisten um mich bemüht. Das war entscheidend.» Für Hübel zahlt sich der Wechsel gleich mehrfach aus: Vom Elternhaus in Tägerig braucht er nur zehn Minuten länger ins Training als zuvor nach Aarau.
Teamkollegen und gleichzeitig Rivalen
Hübel gefällt es bei seinem neuen Club. «Ich bin erst zwei Wochen hier, aber ich lebe mich langsam ein.» Sein Ziel ist, sich jeden Tag von seiner besten Seite zu präsentieren und so langfristig zu Einsatzzeiten zu kommen. Der Verein hat ihm gesagt, dass er seine Chance erhalten wird, aber nicht wann. Die Verpflichtung von Hübel hatte auch zum Ziel, den bisherigen Stammkeeper, Justin Hammel, zu noch besseren Leistungen zu pushen. Eine spezielle Situation für die Goalies, die einerseits Teamkollegen und gleichzeitig auch Rivalen sind. «Für mich ist das Neuland. In Aarau und Baden war ich die unumstrittene Nummer eins», sagt Hübel. Mit Hammel verstehe er sich gut. «Justin ist ein sehr guter Typ. Er ist eher ruhig, aber enorm hilfsbereit. Wir haben ein gutes Verhältnis. Alles andere wäre wohl das Dümmste, was passieren könnte. Aber wir sind beide intelligent genug, dass es nicht so weit kommt.» Hübels Vater wuchs in Kloten auf und ist ein grosser GC-Fan. Das weckte beim Sohn früh Sympathien für den Rekordmeister. Doch nicht nur deshalb ist es für Hübel etwas Besonderes, für GC zu spielen. «Die alten Fotos, Pokale und Jahreszahlen der Titel auf dem Campus strahlen etwas Besonderes aus. Der Verein besitzt trotz der schwierigen letzten Jahre eine besondere Aura.» Die Zürcher retteten sich zweimal in Serie in der Barrage vor dem Abstieg. Ziel in dieser Saison ist es, über dem Barrage-Platz zu landen. «Alles darüber ist Bonus. Der Plan ist, dass wir ein solides Fundament legen und darauf in den kommenden Saisons aufbauen. Wir haben ein sehr junges und ehrgeiziges Team.» Mit dem Auftakt in Lausanne ist man zufrieden. «Auf Kunstrasen dort zu spielen, ist nie einfach. Ein Punkt ist ein gutes Ergebnis. Von aussen betrachtet ist das Tempo in der Super League etwas höher, das Spiel unberechenbarer. Aber die Unterschiede zur Challenge League sind nicht riesig.»
Ambitionen sind vorhanden
Der Goalie ist zuversichtlich, dass er sich auf diesem Niveau zurechtfinden kann. Langfristig strebt er einen Stammplatz in der Super League und später einen Wechsel ins Ausland an. Für den ehemaligen U-Nationalspieler wäre auch die A-Nationalmannschaft ein Traum.
Er ist auch überzeugt davon, dass ihm Trainer Peter Zeidler dabei helfen kann, diese Ziele zu erreichen. Hübel beschreibt ihn als Fachmann, der bei ihm einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat und der sehr empathisch mit den Spielern umgeht. «Egal ob Stammspieler oder Ersatz, alle erhalten die gleiche Wertschätzung von ihm.» Nach der Sportkanti in Aarau konzentrierte sich der Tägliger in seinem ersten Challenge-League-Jahr ganz auf den Fussball. Mittlerweile studiert er Wirtschaft an einer Fernuniversität. Seinen Bachelor will er im Sommer 2028 abschliessen. Bis dahin läuft auch sein Vertrag bei GC. Man darf gespannt sein, an welchem Punkt in seiner Karriere er dann stehen wird. «Im Fussball kann es schnell gehen. Und zwar in beide Richtungen.»

