Vom Arzt genehmigt
19.03.2024 SportDie Stars im «Sternen»
Ehrung der «Freiämter Sportler des Jahres»
Ringer Pascal Strebel holte sich den Spezialpreis – und verdrückte dabei eine Träne. «Es war wundervoll, diese Wertschätzung zu ...
Die Stars im «Sternen»
Ehrung der «Freiämter Sportler des Jahres»
Ringer Pascal Strebel holte sich den Spezialpreis – und verdrückte dabei eine Träne. «Es war wundervoll, diese Wertschätzung zu spüren», sagt der Olympia-Ringer aus Aristau. Für ihn markierte die Ehrung des Freiämter Sportlers des Jahres so etwas wie den Schlusspunkt seiner starken Karriere. Fussballerin Julia Stierli (3. Rang) aus Muri war ebenfalls gerührt angesichts der lobenden Worte und der überraschenden Botschaften. Der Sieger und neue Freiämter Sportler des Jahres genoss einen «wundervollen Abend mit rührenden Worten», so der Wohler Kickboxer Roy Cipriano.
Die Ehrung im Restaurant Sternen in Wohlen hatte einiges zu bieten und war für alle, die dabei waren, ein Highlight. --spr
Ehrung des «Freiämter Sportlers des Jahres» wie immer familiär und voller Überraschungen
Grüsse aus Thailand, von der Cousine oder direkt aus der Arztpraxis, dazu bestes Essen, spannende Gespräche und drei glückliche Sportler. Die Ehrung zum «Freiämter Sportler des Jahres» im Restaurant Sternen in Wohlen hatte viel zu bieten.
Stefan Sprenger
Auch er hatte wässrige Augen. Und gleichzeitig ein Lachen im Gesicht. Roy Cipriano, der grosse Sieger und neue «Freiämter Sportler des Jahres» wurde bei der Laudatio gelobt. «Roy, du bist wie dein Vater», war ein Kompliment, das der 21-Jährige gerne hört. Roy Cipriano ist menschlich und sportlich ein Abbild seines Vaters Rocco, Weltmeister und Kickboxlegende, aber er geht dennoch seinen eigenen Weg. Und der ist erfolgreich. Doppelt Bronze an der WM holte er 2023, dazu die Teilnahme an den European Games. Das sind Ziele, von denen die meisten Sportler nur träumen. «Ich bin noch lange nicht fertig», sagt Cipriano, der seinen Kumpel und Manager Daniel Berger als Begleitung an den Abend im Restaurant Sternen mitnahm.
Training auf Rezept
Weitere Profikämpfe, Boxtraining oder das Personal-Training-Angebot, das er gemeinsam mit seinem Vater kürzlich startete, sind nur einige Beispiele von vielen. Roy Cipriano steht erst am Anfang seiner Karriere. Der Wohler erhielt eine besondere Grussbotschaft per Video aus Thailand. Dort ist Toni Cerundolo, letztjähriger Gewinner des Spezialpreises bei dieser Wahl, gerade im Urlaub. «Du hast es geschafft, so soll es sein, wir glauben an dich», sagt der frühere Kickboxer und heutige Ringrichter, der auf der ganzen Welt im Einsatz steht.
Ebenso amüsant war die Videobotschaft von Dr. Orest Biehle aus Wohlen. Er ist der Vertrauensarzt von Roy Cipriano. «Ein toller Mensch, den ich sehr respektiere», sagt Cipriano. Dr. Biehle gratuliert, kassiert im Video einen sanften Faustschlag und «genehmigt» Roy Cipriano das Feiern an diesem Abend im Restaurant Sternen. Ausserdem stellt er ein Rezept aus für alle, die Probleme haben, den inneren Schweinehund zu überwinden. «Ein Training bei den Ciprianos und es wird klappen. Dort wird man auf vielen Stufen gefördert», so der Arzt.
Roy Cipriano nahm zum zweiten Mal den Pokal für den 1. Rang bei dieser Wahl entgegen. Sein Vater Rocco – der mit vier Titeln Rekordsieger ist – kam auf das Dessert noch vorbei (er musste vorher die Trainings im Dojo leiten). Roy Cipriano sagt: «Es war ein wundervoller Abend, wie immer. Ich fühle mich sehr geehrt und es ist immer wieder toll, mit solch spannenden Menschen an einem Tisch zu sitzen. Danke vielmals.»
Besondere Worte der Cousine
Auch Fussballerin Julia Stierli war gerührt. Sie kam mit Mutter Irene. In den Videobotschaften erhielt sie die Glückwünsche von FC-Muri-Präsident Michael Stadelmann und Alayah Pilgrim. Auch Pilgrim kommt aus Muri, spielt mit Julia Stierli in der Nati und früher beim FC Zürich. «Was du erreicht hast, ist richtig stark», meinte sie – direkt auf dem Balkon in Rom (wo sie seit wenigen Monaten spielt). Was Julia Stierli besonders freute, waren die Worte ihrer Cousine Michelle Stierli, die Captain ist der FC-Aarau-Frauen in der höchsten Liga. «Ich bin riesiger Fan von dir. Du bist ein Vorbild», sagte sie. Julia Stierli war gerührt. «Das war ein Highlight für mich», meinte die 26-Jährige, die letztes Jahr an der Weltmeisterschaft jedes Spiel mit der Nati bestritt und Meister mit dem FC Zürich wurde. «Diese Videobotschaften habe ich nicht erwartet und deshalb war das für mich eine riesige Überraschung.» Es sei ein «spannender und schöner Abend» gewesen, wie sie sagt. Auch die Gespräche am Tisch fand sie spannend. Sie diskutierte beispielsweise mit Philipp Stöckli. Das Jurymitglied, das einst auf der Sportredaktion dieser Zeitung tätig war und heute als Produktionsleiter beim Schweizer Fernsehen arbeitet. «Der Einblick hinter die Kulissen vom Schweizer Fernsehen, den mir Philipp Stöckli gegeben hat, fand ich sehr interessant, da ich als Skifan auch viele von ihm produzierte Sendungen mitverfolge», erzählt Stierli.
Als Kind bei der RS Freiamt mitgefiebert
Eine Persönlichkeit im Restaurant Sternen hat besonderen Eindruck hinterlassen. «Der Austausch mit Pascal Strebel war speziell für mich. Da ich noch gut in Erinnerung habe, wie ich als Kind einige Ringkämpfe der Ringerstaffel Freiamt am Mattenrand verfolgte und mitfieberte», sagt Profifussballerin Stierli.
Bei jenem Pascal Strebel, der für sein ringerisches Lebenswerk und seine einmalige Karriere den Spezialpreis erhielt, gelang ein kleiner Coup. Nicht nur die Laudatio durch die Sportredaktion war emotional (man kennt sich schon 15 Jahre und hat viel gemeinsam erlebt), sondern auch eine ganz besondere Videobotschaft berührte den Ringer. Hintergrund: Schon bei seinem letzten Kampf im Dezember 2023 durfte er ehrende Worte von vielen nahen Menschen und Ringern anhören. Einer fehlte damals: sein langjähriger Weggefährte und Olympia-Trainer Andrey Maltsev. Pascal Strebels Frau Jenny (die an der Sportlerehrung seine Begleitung war) organisierte damals diese Botschaften. Jedoch konnte sie Maltsev nicht erreichen. Der Greco-Trainer der RS Freiamt wurde von der Sportredaktion nun angefragt – und es klappte. «Wir haben zusammen einen langen Weg gemacht. Wir haben gesagt, wir schaffen den Traum von Olympia, und wir haben es geschafft. Ich danke dir für alles, was du für die Sportgeschichte und die Ringerstaffel Freiamt getan hast. Bleib, wie du bist, und der Erfolg wird dir überall im Leben hin folgen.»
Pascal Strebel war zu Tränen gerührt. Für ihn schliesst sich damit ein Kapitel. Und er erhält zum absoluten Ende seiner Aktivkarriere einen Pokal, wie es sich für solch einen Champion gehört. «Es war lustig, es war interessant, es war wunderbar», sagt Pascal Strebel. «Noch einmal solch ehrende Worte zu hören und zu spüren, was ich bei anderen Menschen auslösen konnte, war sehr schön und bedeutet mir enorm viel. Ich danke allen, die mich begleitet haben, die das alles ermöglicht haben.» Ob Jury, Redaktion, Verleger oder die Sportlerin und die Sportler mit ihren Begleitpersonen – sie gingen allesamt happy nach Hause. Pascal Strebel sagte zum Abschluss: «Dieser Pokal kriegt einen ganz besonderen Platz.»
Wo war Joel Strebel?
Schwinger Joel Strebel konnte an der Ehrung nicht dabei sein. Der Aristauer wurde die letzten zwei Jahre «Sportler des Jahres» und verpasst den dreifachen Sieg nur knapp, er holte sich den 2. Rang. Strebel nervte sich, dass er das Triple nicht holte. Das war aber nicht der Grund für seine Abwesenheit. Aufgrund einer kurzfristigen Terminkollision im beruflichen Umfeld war es ihm nur in dieser Woche möglich, mit seiner langjährigen Freundin Aline Dormann in die Ferien zu reisen. Das hat Tradition beim Paar, dass sie vor der Schwingsaison noch einmal gemeinsam ein paar schöne Tage verbringen und Kraft tanken. Strebel hat sich schwergetan, dass er nicht dabei sein konnte. «Dieser Abend und diese Ehrung ist mir sehr wichtig und immer wieder toll. In diesem Jahr musste ich mich entscheiden zwischen Sportlerwahl und Ferien mit meiner Freundin.» Strebel weilte im Südtirol und startet bald in die neue Saison. Den Pokal für den 2. Rang bei der Wahl zum «Freiämter Sportler» wird Strebel voraussichtlich am 14. April erhalten. Dann steigt der Guggibad-Schwinget. Strebel siegte zuletzt zwei Mal in Serie. Bleibt zu hoffen, dass ihm dort das Triple gelingt. --spr