Vielseitige Pflanzenkunde
19.06.2026 BremgartenZum Rundgang «Läbigi Gärte» kamen über 50 Personen
Bei der fünften Ausgabe dieser informativen Gartenführung ging es um das Thema «Beikräuter – Gefahr oder Gewinn?». Unter der Leitung von Hanni Käch und Thomas ...
Zum Rundgang «Läbigi Gärte» kamen über 50 Personen
Bei der fünften Ausgabe dieser informativen Gartenführung ging es um das Thema «Beikräuter – Gefahr oder Gewinn?». Unter der Leitung von Hanni Käch und Thomas Hufschmid gab es auf einer Wiese und in zwei Gärten viel Interessantes zu erfahren.
Bernadette Oswald
«Mit dem diesjährigen Thema wollen wir ins Bewusstsein bringen, dass nicht alle ungefragt wachsenden Pflanzen in denselben Unkraut-Topf gehören», erklärte Erika Basin vom fünfköpfigen «Läbigi Gärte»-OK-Team von «Läbigs Bremgarte». Im ersten Teil vom Rundgang informierte Thomas Hufschmid, Fachspezialist bei der Koordinationsstelle Neobiota, über das Erkennen und den Umgang mit invasiven Neophyten. Im zweiten Teil sprach die Kursleiterin von Bioterra Hanni Käch über den möglichen Gewinn von Beikräutern.
Neophyten gehen uns alle an
Start war beim Pyramidenbrunnen, wo Thomas Hufschmid gleich klarstellte: «Die Neophyten-Problematik geht uns alle an. Denn gebietsfremde Pflanzen beeinträchtigen durch ihre Ausbreitung die Artenvielfalt, gefährden die Gesundheit von Menschen und Tieren, beschädigen Gebäude und führen zu wirtschaftlichen Einbussen in der Land- und Forstwirtschaft.» Mit zirkulierenden Bildern zeigte er Beispiele von Neophyten wie etwa Sommerflieder, Essigbaum oder Kirschlorbeer. Bei der nächsten Station auf der «Bijou-Wiese» konnte Hufschmid mit dem dort wachsenden Berufkraut gleich ein praktisches Beispiel vorführen. «Diese Pflanze werden wir nicht mehr los, doch wir können ihre Ausbreitung dort verhindern, wo sie noch nicht vorkommt», wusste der Fachmann. Deshalb stelle sich natürlich die Frage: «Was ist genau zu tun?»
«Zäme sammle»
Thomas Hufschmid gab daraufhin viele praktische Tipps zum Entfernen, Entsorgen und Ersetzen von invasiven Neophyten. Er erwähnte auch die Neophyten-Säcke, die zum fachgerechten Entsorgen gratis bei der Stadtverwaltung erhältlich sind. «Melden Sie sich einfach bei uns mit allen Fragen zu invasiven Pflanzen und Tieren, wie etwa der Asiatischen Hornisse, unter www.ag.ch/neobiota», motivierte Thomas Hufschmid die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Und ergänzte: «In Bremgarten ist die Anlaufstelle beim Leiter vom Werkhof, Oliver Burgunder.» Der Referent wies auch noch auf die neue Vermittlungsplattform «zäme sammle» hin, wo freiwillige Gruppen zusammen mit Fachleuten gegen ein kleines Entgelt betroffene Gebiete von invasiven Neophyten befreien. «Das funktioniert super. Es machen viele Schulklassen mit», freute sich Thomas Hufschmid.
Positive Beikräuter
Anschliessend ging der Rundgang weiter zu zwei nachbarschaftlichen Gärten am Lerchenweg, wo Hanni Käch zum Einstieg sagte: «Unkraut ist eigentlich unerwünscht, weil es immer dort wächst, wo man es nicht will.» Ausserdem verdränge es andere Pflanzen oder unterwandere und überwuchere ganze Beete. «Heute möchte ich Ihnen jedoch von diesen Beikräutern oder Wildkräutern eine andere Seite zeigen», betonte die Fachfrau. Sie begann, positive Seiten aufzuzählen, beispielsweise, dass der Schachtelhalm den Boden lockert, der Huflattich als Bienenweide die Biodiversität fördert oder dass die Beikräuter als Bodenschutz vor Hitze und Trockenheit agieren können. «Es hört nicht auf mit den Vorteilen», sagte Hanni Käch lachend. Man könne mit dieser Pflanzenwelt so viel machen, man müsse einfach Bescheid wissen. «Viele der Beikräuter wirken auch als Heilkräuter. So ist zum Beispiel der Gundermann gut für den Magenraum, die Knospen vom Spitzwegerich helfen bei Husten und die nährstoffreiche Brennnessel ist ein Superfood.»
Ein Kompliment für den Garten
«Das Wichtigste für jegliche Verwendung von Beikräutern ist jedoch, die Pflanzen genau zu kennen», mahnte Hanni Käch. Zu diesem Zweck konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den beiden Gärten Beikräuter pflücken, welche die Fachfrau dann einzeln vorstellte. Viel Wissenswertes war dabei zu erfahren, etwa, dass mit dem Labkraut Käse gemacht werden kann oder dass die Skabiose als Kompliment für jeden Garten gelte, in dem sie wächst. Zum Ausprobieren der essbaren Beikräuter gab es am Schluss einen Imbiss mit einem Quark voller Wildkräuter. Und die Garteninhaber erhielten je eine «Igel-Tafel», mit der «Läbigi Gärte» besonders gelungene Naturgärten auszeichnet.


