Viel positive Veränderung
16.06.2026 Sport, FussballPlötzlich beim Meister
Dorian Derbaci wechselt zum FC Thun
Der Rudolfstetter Dorian Derbaci begann seine Fussballkarriere beim FC Mutschellen. In den letzten Jahren reifte er beim FC Aarau zum Challenge-League-Spieler. Nun unterschreibt er beim ...
Plötzlich beim Meister
Dorian Derbaci wechselt zum FC Thun
Der Rudolfstetter Dorian Derbaci begann seine Fussballkarriere beim FC Mutschellen. In den letzten Jahren reifte er beim FC Aarau zum Challenge-League-Spieler. Nun unterschreibt er beim Schweizer Meister FC Thun einen Vertrag bis 2029. Der 20-jährige Mittelfeldspieler sagt: «Ich freue mich enorm auf die neue Herausforderung bei Thun.»
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Der Freiämter Dorian Derbaci wechselt zum Schweizer Meister FC Thun
Kanti fertig, Vertrag beim Meister. Der 20-jährige Dorian Derbaci aus Rudolfstetten erlebt aufregende Zeiten. Er wechselt vom FC Aarau in die Super League zum FC Thun. Es ist aktuell nicht die einzige Veränderung in seinem Leben.
Stefan Sprenger
Er hat letzten Donnerstag seine letzten Prüfungen an der Sportkanti in Aarau abgelegt – und unterschreibt einen Tag später beim Schweizer Meister bis 2029. «Das kommt gut», sagt Dorian Derbaci. «Beides», wie er lachend anfügt. Die Prüfung wird er wohl bestehen, denn er ist ein gewissenhafter Schüler, der stets gute Noten vorzuweisen hatte. Und auch seine neue Aufgabe beim FC Thun wird er vorbildlich erfüllen.
Er zieht erstmals aus dem Freiamt weg
Für ihn ist es eine Zeit des Wandels. Nach fünf Jahren an der Kantonsschule ist dort nun Schluss, «was doch speziell ist für mich», sagt der 20-Jährige. Auch seine Zeit beim FC Aarau endet nach sieben Jahren. Im Brügglifeld reifte er vom talentierten Nachwuchsspieler zum Challenge-League-Akteur mit 53 Einsätzen in der zweithöchsten Liga. Der Mittelfeldspieler sagt: «Auch das ist besonders. Nun kommt etwas ganz Neues auf mich zu. Ich freue mich.» Und er wird auch erstmals von seinem Zuhause in Rudolfstetten ausziehen und in Thun wohnen. «Ich habe die volle Unterstützung von meiner Familie und dem nahen Umfeld. Ich wohne erstmals alleine, auch das ist neu, aber ich werde das schaffen», sagt Derbaci, der mit seiner Heimat im Freiamt sehr stark verbunden ist.
Er kennt den neuen Trainer aus der Nachwuchs-Nati
Doch nun fliegt er aus. Vor wenigen Tagen hat der Schweizer Meister angeklopft. Mittelfeldspieler Derbaci, der im letzten September sein Debüt für die U21-Nati gegeben hat, sagt: «Die Super League war immer mein Ziel. Wenn die Chance kommt, und dann noch vom sympathischen FC Thun, der gerade Schweizer Meister wurde, dann braucht man nicht lange zu überlegen.» Ein schneller Entscheid war es aber nicht, jedoch ein bewusster. Derbaci, ein enorm besonnener und überlegter Typ, sagt: «Es gab mehrere Gründe, dass dieser Wechsel jetzt Sinn macht.» Die Kanti-Zeit endet, beim FC Aarau war er nun sieben Jahre – und der FC Thun zeigt ihm einen Plan auf, gibt ihm grosse Perspektiven für die Zukunft. Und: «Ich kenne den neuen Thun-Trainer gut», sagt Derbaci, der unter dem neuen Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli schon in der U20 auflief.
Viele Gratulationen erhalten – und alle beantwortet
Derbaci, der eigentlich noch Ferien gehabt hätte (der FC Aarau startet erst nächste Woche in die Vorbereitung), war gestern Montag nun beim Trainingsstart des Schweizer Meisters mit dabei. Am letzten Freitag fuhr er nach Thun, absolvierte die Medizin-Checks, unterschrieb den Vertrag – und informierte sein Umfeld. Als der Transfer am Freitag dann öffentlich wurde, «gab es viele Nachrichten und Gratulationen. Alles nur positiv. Auch von Leuten, die ich gar nicht wirklich kenne», sagt Derbaci lachend. Geantwortet hat er aber allen.
Zwei Ex-Wohler begrüssen ihn im Berner Oberland
In Thun trifft Derbaci auf zwei Spieler mit Freiämter Bezug. Einerseits Simone Rapp, der Ex-Stürmer des FC Wohlen, der seit dieser Saison in der sportlichen Führung anpackt. Und dazu Goalie Tim Spycher, der Meisterschwander, der ebenfalls einst beim FC Wohlen spielte. Derbaci hat eine Anekdote zu ihm bereit: «Weil ich am 25. März Geburtstag habe, wollte ich die Rückennummer 25. Doch die hat Tim Spycher. Nun nehme ich halt die Nummer 21.» Denn seine Mutter hat am 21. August Geburtstag.
Ein Privileg, wofür er dankbar ist
Derbaci ist ein Typ, der stets genau weiss, was er will. Was will er beim FC Thun erreichen? «Ich will mich durchsetzen, Einsatzzeit erhalten, Stammspieler werden. Das braucht auch Geduld. Zuerst muss ich mich an das höhere Niveau der Super League gewöhnen.»
Gewöhnen muss er sich aber auch an alles, was neu ist. Neuer Verein, neuer Wohnort, neue Lebensumstände, neue Menschen, neue Mitspieler. «Ich gehe das positiv an. Ich setze voll auf den Fussball. Das ist ein Privileg. Ich bin dankbar, dass ich das kann. Ich freue mich sehr auf alles, was jetzt auf mich zukommt. Ich glaube, mit der Einstellung, die ich habe, kommt das gut.» Der FC Thun erhält nicht nur einen hochtalentierten Fussballer aus dem Freiamt – sondern auch einen richtig tollen Menschen.
Über Derbaci
Dorian Derbaci besuchte die Sportkanti in Aarau. In seiner Freizeit spielt er gerne Klavier und verbringt kaum Zeit in den sozialen Medien. Er ist mit seiner Familie in Rudolfstetten gross geworden, wo er heute noch wohnt. Sein jüngerer Bruder Andrin spielt in der U19 des FC Aarau.
Er wollte als Bub nicht kicken
Seine Eltern sind international. Seine Mutter Daniela ist eine Schweizerin mit Wurzeln in Amerika. Und Vater Ilir Derbaci, der einst im Vorstand des FC Mutschellen tätig war, ist ein aus Albanien stammender Nordmazedonier. Sie arbeiten beide in der Immobilienbranche.
Derbaci galt schon früh als talentiert. Obwohl er als Bube eigentlich gar nicht Fussball spielen wollte. «Es hat mir zu Beginn nicht gefallen, ich wollte nicht mehr ins Training gehen», erzählt er. Der Vater ermutigte ihn, etwas Geduld zu haben. Das tat er. Sein Weg war fortan erfolgreich. Und das hat auch mit zwei Vereinen im Freiamt zu tun.
Mutschellen, Wohlen, GC, Aarau, Thun
Erst beim FC Mutschellen, dann beim FC Wohlen, wo er in der U12 spielte. Derbaci erklärt: «Beim FC Mutschellen hat alles begonnen, dort habe ich den Spass am Fussball entdeckt, dort habe ich viele positive Erfahrungen gesammelt. Beim FC Wohlen machte ich dann den ersten Schritt hin zum Leistungssport. Dort erlebte ich eine erfolgreiche Zeit und habe herausgefunden, was ich will.» Und er wollte Profi werden. Und das hat er geschafft. Von Wohlen geht es in den Nachwuchs des Grasshopper Club Zürich und dann in die U14 zum FC Aarau (Team Aargau). Der Weg geht weiterhin aufwärts. Seit Sommer 2023 gehört Derbaci zum Kader der ersten Mannschaft. Im Brügglifeld unterschreibt er damals einen Profivertrag. «Ich gehe es geduldig an, Schritt für Schritt», sagt er immer wieder. Derbaci spielte für die U-Nationalmannschaften der Schweiz (U16 bis U21). Dort brilliert der Mittelfeldspieler teilweise mit starken Leistungen und vielen Toren. Im Februar 2024 gab er sein Debüt in der Challenge League. Heute hat er 53 Einsätze (7 Tore) in der zweithöchsten Spielklasse – und macht mit seinem Wechsel zum Schweizer Meister Thun in die Super League einen grossen Karriereschritt.
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