Unkompliziertes Spektakel
17.03.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: FC Wohlen – FC Besa Biel 6:3 (4:2)
So viele Tore schoss der FC Wohlen schon lange nicht mehr. Nach sieben Minuten steht es schon 2:0. In Abwesenheit von Abwehrboss Alban Pnishi bringen nur Standardsituationen die Wohler in Bedrängnis. Aber an ...
1. Liga classic: FC Wohlen – FC Besa Biel 6:3 (4:2)
So viele Tore schoss der FC Wohlen schon lange nicht mehr. Nach sieben Minuten steht es schon 2:0. In Abwesenheit von Abwehrboss Alban Pnishi bringen nur Standardsituationen die Wohler in Bedrängnis. Aber an jenem Abend fällt das Toreschiessen so leicht, dass es ein ungefährdeter Heimsieg wird.
Stefan Sprenger
Die schlechte Nachricht zuerst. In der 9. Minute (2:1), 32. (3:2) und 47. Minute (4:3) kassiert der FC Wohlen drei Gegentore. Alle fallen nach einer Standardsituation. Jedes Tor bringt Besa Biel wieder ran. «Drei Standardtore. Alle waren vermeidbar. Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass Biel eigentlich nur so zum Torerfolg kommen konnte. Aus dem Spiel heraus hatten sie keine Möglichkeiten. Das war nicht gut. Da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen», sagt Wohlens Leistungsträger Bijan Dalvand.
Die Gründe dafür sind schnell gefunden. Bei Alban Pnishi, Abwehrboss und Captain, macht im Abschlusstraining die Wade zu. Er fällt kurzfristig aus. Weil auch Noah Jappert verletzt ausfällt, fehlen zwei wichtige Innenverteidiger. Immerhin – und nun folgen nur noch gute Nachrichten – sollten beide in dieser Woche wieder ins Training einsteigen.
Immer eine Antwort bereit
Bei nasskaltem Wetter vor 222 Zuschauern startet der FC Wohlen brandheiss ins Spiel. «Wir waren extrem präsent», sagt Dalvand. Erst trifft Berdan Senyurt (5.), dann Dalvand. 2:0. Besa Biel verkürzt in der 9. Minute, doch Dramane Sissoko trifft nach 29 Minuten zur neuerlichen Zwei-Tore-Führung (3:1). Drei Minuten später: Wieder ein Standard. Wieder Tor für Biel 3:2. Doch bei den Wohlern funktioniert das Toreschiessen für einmal unkompliziert. Vor der Halbzeit (39.) trifft wieder der 27-jährige Dalvand. 4:2. «Für uns ist es ein schönes Zeichen, dass wir in der Offensive mit Überzeugung etwas reissen können.» Im letzten Heimspiel gegen Zug (1:1) vergab der FCW noch zahlreiche Torchancen. Das ist jetzt anders. «Nun hat es geklappt. Gegen Zug sind die Abschlüsse nicht rein, jetzt schon. Es gibt so Tage.
Wichtig war, dass wir den Kopf nicht hängen liessen, sondern stets positiv geblieben sind», erklärt Dalvand.
Als Biel gleich nach Wiederanpfiff erneut verkürzt (4:3, 47. Minute) drehen die Wohler auf, lassen den Ball und Gegner laufen. Es schien eine Frage der Zeit zu sein, bis der FC Wohlen wieder eine Kiste erzielt. Und so war es. Doch es benötigte einen Fehler der Bieler. 74. Minute: Ein Bieler will im Strafraum klären, der Ball springt an die Hand. Klare Sache. Penalty. Dramane Sissoko, zuletzt eher wackliger Elfmeterschütze, drischt den Ball kompromisslos ins Netz. 5:3. In der Nachspielzeit erhöht Dorde Komatovic auf 6:3. Erstmals seit August 2023 erzielt der FC Wohlen wieder sechs Tore (damals war es ein 6:0-Erfolg gegen Emmenbrücke). In den ersten 18 Saisonspielen treffen die Wohler 22-mal, jetzt in einem Spiel sechs Mal. «Das war richtig gut», sagt Dalvand. «Und jetzt für einmal hinten keinen kassieren, das wäre auch mal was Positives», fügt er an.
Jetzt gegen den Leader
Wohl auch im Hinblick auf den nächsten Gegner. Denn dann kommt GC U21. Der Leader, die Tormaschinerie (48 Treffer). «Ein Bewährungstest. Unsere Rückrunde war bislang gut. Doch jetzt kommt der beste Gegner der Liga. Ich vertraue auf unsere Qualitäten», sagt Dalvand. Tabelle, sechs Punkte auf 2. Rang. «Es wäre falsch, wenn wir nicht Vollgas geben würden.» Die Freiämter hüpfen auf Platz 6, sind noch sechs Punkte hinter Langenthal und den Aufstiegsspielen. Dalvand: «Wir sind nahe dran. Aber es ist wohl besser, für uns wenn wir uns nicht darauf fokussieren. Wenn wir anfangen zu träumen, dann verfallen wir in einen Trott, der vielleicht nicht gut wäre. Wir sollten Spiel für Spiel nehmen und immer das Maximum herausholen.»
«Wir brennen, wir geben alles»
Gegen Biel zeigt der FC Wohlen Feuer, Leidenschaft und ist vor dem Tor unkompliziert und kompromisslos. «Wir brennen. Wir geben alles. Das habe ich beim FC Wohlen schon lange nicht mehr in diesem Ausmass gespürt. Wir machen viel für den Erfolg, haben ein breites und gutes Kader, die Stimmung ist bestens. Nun müssen das alle nur noch immer auf dem Platz auch so zeigen», sagt Dalvand. Und natürlich weiterhin so viele Tore schiessen.

