Trostpflaster für den FCB?
22.05.2026 Bremgarten, Fussball, Vereine«Gmeind»: Die Stadt beantragt eine Drainage auf dem Waffenplatz
Seit Jahren beklagt der ansässige Fussballclub die prekäre Platzsituation in Bremgarten. Seine Hoffnungen auf Besserung haben mit der Abfuhr einer neuen Bärenmatte und dem Nein zum Kunstrasen arge ...
«Gmeind»: Die Stadt beantragt eine Drainage auf dem Waffenplatz
Seit Jahren beklagt der ansässige Fussballclub die prekäre Platzsituation in Bremgarten. Seine Hoffnungen auf Besserung haben mit der Abfuhr einer neuen Bärenmatte und dem Nein zum Kunstrasen arge Dämpfer erlitten. Nun möchte der Stadtrat dem FC andernorts unter die Arme greifen.
Gross war das Wehklagen der Fussballer nach der «Gmeind» im November 2024. Die grosse Hoffnung des FC Bremgarten, wonach sich die Infrastruktur für den Verein nun entscheidend verbessert, erlitt einen jähen Dämpfer. Das Projekt wurde in seinen Millionen-Dimensionen abgelehnt und zur Überarbeitung an den Stadtrat zurückgewiesen – welcher in der Folge einen Marschhalt einlegte. Ein neues, pfannenfertiges Projekt für eine neue Sportanlage und damit eine neue Heimat des FCB geriet in weite Ferne.
Zumal ein halbes Jahr später die Stimmberechtigten im Juni 2025 gleich nochmals nachdoppelten. Auch ein Kunstrasen – Teil des ursprünglichen Bärenmatte-Projekts – blieb dem FCB verwehrt. Der Stadtrat hatte diesen dem Stimmvolk nochmals separat zur Abstimmung vorgelegt – was Schiffbruch erlitt.
Pachtverlängerung mit Armee
Nun, ein Jahr danach, kommt schon wieder ein «fussballerischer» Antrag an die «Gmeind». «Weil wir nach wie vor einsehen, dass Handlungsbedarf herrscht», wie Stephan Troxler sagt. Nun aber geht es um anderes Grün. Nämlich um den Rasen auf dem Sportplatz Waffenplatz, wo der FCB einen Teil seiner Trainingseinheiten durchführt. Das Areal gehört als Teil des Armeegeländes der «armasuisse», welche den dort liegenden Sand- und Rasenplatz seit vielen Jahren an die Gemeinde Bremgarten verpachtet. Diese wiederum vermietet die Plätze weiter an den FCB. Nun steht für die Stadt eine Verlängerung des Vertrages mit der «armasuisse» bevor, welcher Ende Jahr ausläuft.
Im Zuge dessen möchten die Verantwortlichen den Platz aufwerten, um dem FC und seinen zahlreichen Juniorenteams unter die Arme zu greifen. Denn der Fussballplatz beim Waffenplatz hat keine Drainage. «Beziehungsweise nur um das Feld, was praktisch nicht viel nützt», wie der Stadtammann sagt. Als Folge dessen steht der Platz nach Regenfällen des Öfteren tagelang unter Wasser und ist unbespielbar – sodass die Fussballer nicht trainieren können.
Zwei Fliegen mit einer Klappe
Dieses Manko möchte die Stadt nun beheben und den fehlenden Unterbau – welcher bei Fussballvereinen landauf, landab mittlerweile Standard ist – mittels Bauprojekt ergänzen. Bei der Gelegenheit will man auch gleich eine automatische Bewässerungsanlage miteinbauen. «Weil wir so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können», wie der Stadtammann sagt. Die Leitungen für die Bewässerung könnten in die Gräben der Entwässerung eingelegt werden, womit Synergien genutzt werden können. «Langfristig sparen wir so auch einiges Geld», erklärt Troxler. Denn was heute händisch gemacht werden muss – pro Saison leistet der Werkhof 18 Bewässerungstage vor Ort – würde künftig automatisch erfolgen.
Der FC beteiligt sich finanziell
232 000 Franken kostet die Stadt das Gesamtprojekt, wobei auf die Bewässerungsanlage 47 000 Franken entfallen. Die Gelegenheit scheint günstig, da die Arbeiten mit einem Umbauprojekt der Armee zusammenfallen würden, was aufgrund von Synergieeffekten Geld einsparen könnte. Der FCB beteiligt sich zudem mit 20 Prozent an den Gesamtkosten (voraussichtlich 32 000 Franken). Ein Projekt im Übrigen, welches aufgrund der Gesamtsumme (deutlich unter 500 000 Franken) nicht zwingend dem Souverän vorgelegt werden müsste. Auch aufgrund der Vorgeschichte und vorheriger sportlicher Abfuhren, möchte man dies im Rathaus dennoch tun. --huy

