Traumlos mit Sahnehäubchen

  03.07.2026 Sport, Fussball

Schweizer Cup: Attraktives Los für die Frauen des FC Wohlen, reizloser Gegner für den FC Mutschellen

Mit dem Sieg im Aargauer Cup haben sich beide Freiämter Teams den Einzug in den nationalen Cup-Wettbewerb verdient. Die Frauen des FC Wohlen kriegen ein Derby gegen den FC Aarau, während die Männer des FC Mutschellen einen unbekannten Gegner kriegen, der kaum für Euphoriestürme sorgen wird.

Josip Lasic

Jubel bei den Frauen des FC Wohlen. Ein Jahr nach dem Cupduell der Männer mit dem FC Aarau erleben nun die Frauen ihr Cup-Highlight gegen denselben Gegner. Das 2.-Liga-Team aus dem Freiamt spielt am Wochenende des 22. und 23. August gegen die Mannschaft aus der Women’s Super League. «Die Freude ist riesig. Wir haben uns einen grossen Namen als Gegner gewünscht», sagt Jasmin Hochstrasser. Obwohl sie ihr Amt als Frauenverantwortliche an Miro Khamis übergeben hat, ist Hochstrasser als Spielerin dabei. «Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Zuschauer kommen. Beim Aargauer Cupfinal waren es rund 1000. Es wäre schön, wenn wir diese Marke knacken könnten.»

In der Saison 2023/24 spielten die Wohlerinnen bereits im Cup. Damals warfen sie in der ersten Runde ein tieferklassiges Team aus dem Wettbewerb, ehe in der 2. Runde gegen Zürisee United aus der 1. Liga Endstation war. «Es war eine tolle Erfahrung, die zweite Runde zu erreichen. Aber wir wollten schon damals einen grossen Namen.» Einen kleineren Gegner, gegen den die erste Runde leichter zu überstehen gewesen wäre, wollte niemand. Doch was traut man sich gegen den Favoriten zu? Trainer Christian Maier: «An der WM sieht man jetzt, dass kleinere Teams oft die grösseren ärgern können, und im Cup gab es das auch schon sehr oft. Aber es wird natürlich sehr schwer. Unsere Gegnerinnen werden dann schon voll im Rhythmus sein. Aber vielleicht gelingt es uns mit Disziplin und Einsatz zu überraschen.» Hochstrasser: «Wir sind der Underdog. In dieser Rolle haben wir schon Spiele und Cupfinals gewonnen. Aber Aarau ist ein anderes Kaliber. Ich spielte mal mit Baden gegen Luzern im Cup, und wir verloren 0:18. Wenn wir nicht so untergehen und das Spiel spannend gestalten, wäre das super.»

Vorfreude auch im Aarau-Lager

Die Partie könnte das grösste Spiel in der Geschichte der FC-Wohlen-Frauen werden. «Ich sehe die beiden Cupfinals auf einem ähnlichen Level», sagt Maier. «Aber der Name des Gegners macht den Rahmen grösser. Ich bin stolz, das mit diesem Team zu erleben.» Für Hochstrasser ist das Spiel umso spezieller, weil es ein Kantonsderby ist. «Wir spielten noch nie gegen einen so hochklassigen Gegner. Bei Aarau spielen ehemalige Wohlerinnen in den U-Mannschaften. Dass es ein Aargauer Derby ist, wird wohl noch mehr Zuschauer anziehen.» Auch beim Gegner freut man sich. Aarau-Captain Michelle Stierli ist Murianerin. Als Freiämterin ist für die 28-Jährige das Spiel auch etwas Besonderes. «Als ich die Auslosung gesehen habe, habe ich mich sehr gefreut», erzählt sie. «Ein Spiel gegen ein Aargauer Team ist allgemein speziell. Aber das Derby gegen den FC Wohlen war als Juniorin des FC Muri immer ein besonders wichtiges und hart umkämpftes Spiel, was wohl immer ein wenig in meinem Kopf bleibt.» Unterschätzen will Stierli den FCW nicht. «Solche Spiele sind nie einfach. Ich erwarte aber von meinem Team, dass wir dominant auftreten, der Ligaunterschied sichtbar wird und wir klar gewinnen. Ich hoffe auf ein tolles Spiel und einen gelungenen Anlass, um den Frauenfussball im Aargau zu stärken.»

Ernüchterung bei Mutschellen

Weniger gross wird die Begeisterung bei den Männern des FC Mutschellen sein. In ihrem Lostopf waren Profi-Vereine wie St. Gallen, der FC Zürich, die Grasshoppers Zürich, Winterthur oder Wil. Es wäre möglich gewesen, dass ein grosser Name auf den Mutschellen kommt. Stattdessen treffen die Freiämter zu Hause auf den FC Winkeln SG aus der 2. Liga Ostschweiz.

Sportlich ist das Los machbar. Auf dem Papier begegnen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Die Freiämter haben die Chance, weiterzukommen und in der zweiten Runde auf das grosse Los zu hoffen. Für Mutschellen ist es nicht der erste Auftritt im Schweizer Cup. Schon 2019 stand der Verein in der ersten Runde. Auch damals brachte die Auslosung keinen grossen Namen. Mutschellen traf auf Stade Nyonnais, das damals in der Promotion League spielte. Das Spiel gegen Winkeln findet am Samstag, 15. August, statt. Die Uhrzeit ist noch nicht bekannt.


Neue Clubs für Deda und Jäggi

Die Murianerin Michelle Stierli ist die einzige Freiämterin, die mit dem FC Aarau im Cup auf die Wohlen-Frauen treffen wird. Dabei standen vergangene Saison mit Donika Deda und Andrea Jäggi zwei weitere Spielerinnen aus der Region im Kader. Die 21-jährige Murianerin Deda wechselt innerhalb der Women’s Super League zu Rapperswil-Jona. «Ich suche eine neue sportliche Herausforderung und freue mich auf ein neues Umfeld», sagt die Mittelfeldspielerin. «Mich haben das überzeugende Konzept und die Vision des neuen Vereins angesprochen. Zudem sehe ich den Wechsel als eine gute Möglichkeit, mich sportlich, aber auch persönlich weiterzuentwickeln.»

Auch die 19-jährige Tägligerin Jäggi bleibt der Women’s Super League erhalten. Die Verteidigerin geht zum FC Basel und hat dort einen Vertrag bis Ende 2028 unterschrieben. --jl


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote