Torloser Dämpfer
19.05.2026 Sport, Fussball2. Liga, FC Oftringen – FC Muri 0:0 (0:0)
Die Murianer mussten auswärts bei Abstiegskandidat Oftringen ran. Die Partie endet für die Freiämter mit einer enttäuschenden Punkteteilung. Am Ende haben die Klosterdörfler sogar Glück, nicht ...
2. Liga, FC Oftringen – FC Muri 0:0 (0:0)
Die Murianer mussten auswärts bei Abstiegskandidat Oftringen ran. Die Partie endet für die Freiämter mit einer enttäuschenden Punkteteilung. Am Ende haben die Klosterdörfler sogar Glück, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.
Am Ende laufen die Gäste aus Muri mit hängenden Köpfen in die Garderoben. Verständlich nach dem Gezeigten. Die Schultz-Elf zog in Oftringen einen ganz schwachen Tag ein. Ungewohnt ideenlos und alles andere als souverän erspielen sich die Murianer kaum Torchancen. Sie finden über die gesamte Spieldauer kein Rezept gegen die aufsässigen Oftringer.
Die knapp 90 Zuschauer sehen nur selten gefällige Angriffe. Oft werden die Stürmer mit langen Bällen geschickt, doch meist gehen die Verteidiger als Sieger aus den Duellen hervor. Muris Offensive sieht kein Land und selbst mit stehenden Bällen gelingt es diesmal kaum, Torgefahr zu erzeugen. «Das war nicht das, was wir uns vorgenommen hatten», sagt ein enttäuschter Alain Schultz am Ende und ergänzt: «Ich hatte die Mannschaft davor gewarnt, dass Oftringen ein aggressiver, giftiger Gegner sein wird. Trotzdem waren wir heute nicht bereit, den Kampf anzunehmen.»
Anderswo ist es spannender
Einziger Lichtblick: Die Abwehr hält den Angriffen der Gastgeber stand. Die Null steht. Damit bleibt Muri in der Rückrunde ungeschlagen. Als der Schiedsrichter eine ereignisarme Halbzeit beendet, zieht es die Zuschauer in die Wärme.
Dass das 2.-Liga-Duell auf überschaubarem Niveau stattfindet, macht sich bei den Gesprächen im Club-Beizli der Oftringer bemerkbar. Das parallel laufende Meisterschaftsspiel des FC Aarau gegen Yverdon gerät in den Fokus. Ebenso wie das Startspiel der Eishockey-WM zwischen der Schweiz und den USA, das im TV läuft. Auch in der zweiten Halbzeit wird das Geschehen auf dem Platz in Oftringen nicht attraktiver. Die fehlende Genauigkeit im Spiel zwingt die Murianer immer wieder, hinten herumzuspielen. Was bleibt, sind die langen Bälle in die Spitze. Doch Fidan Tafa, Nermin Saric und Gentrim Uka schaffen es nicht, die gegnerische Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen.
Auch Mittelfeldmotor Miguel Ferreira zieht einen schwachen Tag ein. Deshalb fehlen bis zum Ende Ideen, wie die Oftringer zu knacken wären. «Natürlich bin ich nicht zufrieden mit der heutigen Leistung», sagt Trainer Schultz. Seine Analyse: «Wir sind mit der Spielweise des Gegners nicht klargekommen und haben zu viele zweite Bälle nicht geholt. Insgesamt war das einfach in allen Bereichen ein bisschen zu wenig.»
Eine Zitterpartie in Unterzahl
Die Murianer agieren auf dem Rasen je länger, desto frustrierter. Viel Kopfschütteln oder Händeverwerfen, und immer wieder Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Die Gastgeber wittern ihre Chance und verstärken nochmals ihre Offensivbemühungen. In der Schlussviertelstunde tauchen sie tatsächlich mehrmals gefährlich vor dem Murianer Tor auf. Und als in der 86. Minute Gentrim Uka wegen Reklamieren die zweite Gelbe Karte sieht und vorzeitig unter die Dusche geschickt wird, muss man Schlimmes befürchten. Doch mit vereinten Kräften können die Klosterdörfler ein Gegentor verhindern und das Remis über die Zeit retten.
Zuerst Schöftland, dann Spitzenkampf
Muri ist Teil des Spitzenquartetts um Baden II, Lenzburg und Suhr. Vor der Partie gegen Oftringen waren die Klosterdörfler punktgleich mit Suhr und Baden II und einen Zähler vor Lenzburg gut im Rennen. Da die Konkurrenz aber ihre Hausaufgaben gemacht und ihre Spiele am Wochenende jeweils gewonnen hat, sind die Freiämter auf Rang 4 abgerutscht, wenn auch mit nur zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze.
Heute Dienstag, 20 Uhr, geht es für die Murianer mit dem Heimspiel gegen den Tabellenneunten aus Schöftland weiter. Dort können sie sich für das torlose 0:0 gegen Oftringen rehabilitieren.
Am Freitag, 20.30 Uhr, gastiert der FC Muri dann beim aktuellen Leader Baden II. Mit guten Resultaten in diesen Spielen haben die Klosterdörfler alle Chancen, ein Teil der Spitzengruppe zu bleiben und könnten im Endspurt sogar noch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden. Dafür benötigt es aber vermutlich bessere Auftritte und Ergebnisse als bei der Null-Nummer in Oftringen.
--pf/red

