Top-Triathlet als Stargast
20.01.2026 Sport, LaufsportSpitzenathlet als Starter
Am Samstag, 28. Februar, findet die 42. Ausgabe des Bremgarter Reusslaufs statt. Mit dem Aarauer Sven Thalmann tritt ein Spitzensportler an. Der Triathlet war letztes Jahr in der Profi-Kategorie am Ironman-WM-Final. --jl
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Spitzenathlet als Starter
Am Samstag, 28. Februar, findet die 42. Ausgabe des Bremgarter Reusslaufs statt. Mit dem Aarauer Sven Thalmann tritt ein Spitzensportler an. Der Triathlet war letztes Jahr in der Profi-Kategorie am Ironman-WM-Final. --jl
Triathlet Sven Thalmann nimmt am 42. Reusslauf vom 28. Februar teil
Der Aarauer Sven Thalmann gehört zu den besten Triathleten der Schweiz. Letztes Jahr war er am Final der Ironman-Weltmeisterschaft in Nizza dabei. Jetzt wird er sich in die Liste von Spitzenathleten einreihen, die am Bremgarter Reusslauf gestartet sind.
Josip Lasic
Für Triathleten ist der Final der Ironman-Weltmeisterschaft ein Karrierehöhepunkt. Traditionell fand der Wettkampf auf Hawaii statt. In den letzten Jahren wurden die Finals der Männer und Frauen jedoch getrennt durchgeführt. 2023 und 2025 starteten die Männer in Nizza und die Frauen auf Hawaii. 2024 war es umgekehrt. Sven Thalmann nahm letztes Jahr in Nizza teil, konnte den Wettkampf jedoch verletzungsbedingt nicht beenden. «Als ich vom Rad stieg, war ich noch in den Top 20, obwohl ich keinen guten Tag hatte», berichtet der 26-Jährige. «Für meine erste WM-Final-Teilnahme war das nicht schlecht. Rückblickend bin ich stolz, dass ich überhaupt dabei war. Nur 60 Profi-Triathleten schaffen es jedes Jahr dorthin. Ich war einer von ihnen.»
Ab 2026 kehrt die Ironman-WM zum alten Modus zurück, und der Final der Männer und Frauen wird wieder gleichzeitig auf Hawaii stattfinden. «Schade. Nizza kam mir entgegen. Was die Topografie und das Klima angeht, glaube ich, dass ich dort stärker sein könnte als in Hawaii. Trotzdem ist es mein Ziel, wieder an einem Final teilzunehmen und in den nächsten Jahren unter die besten zehn zu kommen.»
Verglichen mit seinen bisherigen Leistungen beginnt die diesjährige Saison für Thalmann eher unspektakulär. Er wird am 42. Reusslauf in Bremgarten teilnehmen. Für OK-Chef Stephan Gut und sein Team ist es eine Freude, dass Thalmann dabei sein wird. In den vergangenen Jahren starteten immer wieder grosse Namen des Schweizer Sports in der Reussstadt. Der Schweizer Orientierungs- und Marathonläufer Matthias Kyburz gewann den Reusslauf 2019 und 2024. Auch die zweifache Olympionikin Fabienne Schlumpf gehörte schon zu den Siegern in Bremgarten. Mit Thalmann startet nun ein weiterer Spitzenathlet. «Vor Corona war ich schon zweimal beim Reusslauf dabei, allerdings immer nur auf der Kurzstrecke. In den letzten Jahren habe ich vor den ersten Triathlon-Rennen meist Schwimmwettkämpfe absolviert. Dieses Jahr benötige ich nach meiner Verletzung aber die muskuläre Belastung im Laufen.»
Vom Fussball über Schwimmen zu Triathlon
Sportlich durchgestartet und sich einen Namen im Triathlon gemacht hat Thalmann erst in den letzten Jahren. Davor war der Aarauer Schwimmer. Sein grösster Erfolg dabei war ein 3. Platz bei den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften. Während der Kantonsschule hörte er mit dem Schwimmen auf und kam über seinen Bruder zum Triathlon. «Ich musste mich entscheiden, ob ich mich auf die olympischen Distanzen konzentrieren wollte oder auf die nicht-olympischen Distanzen wie Mittel- und Langstrecken. Während Corona absolvierte ich einen Mitteldistanz-Triathlon und holte dabei gleich eine Profilizenz. Also blieb ich dabei.»
Sein sportlicher Hintergrund half ihm, sich schnell an den Triathlon zu gewöhnen. Er war nicht nur Schwimmer, sondern spielte auch Fussball bei den Junioren des FC Aarau. «Für mehr als die U12 hätte es nicht gereicht, wenn ich dabeigeblieben wäre. Aber wir wurden damals mit dem Lauf-ABC gequält. Jetzt bin ich dem Trainer dankbar. Es ist nicht selbstverständlich, dass man als Schwimmer eine gute Laufökonomie hat.» Die Erfolge kamen schnell, vor allem in den letzten Jahren. 2024 gewann er ein Mitteldistanz-Rennen in Cagnes-sur-Mer in Südfrankreich. Kurz darauf bestritt er in Barcelona seinen ersten Triathlon über die Ironman-Distanz. Seine Zeit war damals der Weltrekord für Ironman-Debütanten. «Dieser Rekord wurde in der Zwischenzeit gebrochen, aber ich halte immer noch den Schweizer Rekord über die Langdistanz.»
Sieg ist nicht Pflicht, aber …
Um solche Leistungen zu erzielen, trainiert Thalmann 25 bis 30 Stunden pro Woche. Im Schwimmen wechselte er vom Aarauer Verein Aarefisch zu den Limmat Sharks nach Zürich, um sich weiter zu verbessern.
Nachdem er sein Studium im Bereich Banking and Finance an der Universität Zürich abgeschlossen hat, arbeitet er jetzt in einem 40-Prozent-Pensum bei einer Bank in Aarau. Sein Fokus liegt jedoch auf dem Sport. «Ich arbeite in diesem Bereich, weil es meine Leidenschaft ist und weil die Bank eine Stelle speziell für mich geschaffen hat, wofür ich sehr dankbar bin. Aber mein Hauptaugenmerk liegt auf dem Sport.» Seit Kurzem wird er vom ehemaligen Freiämter Motorsportler David Ludin gemanagt, um seine Karriere weiter zu professionalisieren. Jetzt startet der Triathlet aber zunächst einmal am Reusslauf in
Bremgarten. «Ich gehe davon aus, dass dort auch reine Läufer am Start sein werden, also Athleten, die noch besser sind als ich. Das begrüsse ich. Beim ersten Wettkampf des Jahres will ich auch gefordert werden. Und ich kann einige Dinge ausprobieren, ohne dass es eine Tragödie wäre, wenn es schiefgeht», so Thalmann. «Wenn ich aber die Möglichkeit sehe, vorne mitzulaufen, sage ich nicht Nein. Ich bin aber professioneller Triathlet und langsamer als professionelle Läufer, da bin ich realistisch.»

