Strebel ist nicht mehr Schwingerboss
17.03.2026 Sport, SchwingenDer Freiämter Stefan Strebel gibt sein Amt ab und wird zum ESV-Ehrenmitglied
Es gab einige Neuigkeiten aus der Schwingerwelt. Aus Freiämter Sicht die grösste: Der Villmerger Stefan Strebel gibt an der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen ...
Der Freiämter Stefan Strebel gibt sein Amt ab und wird zum ESV-Ehrenmitglied
Es gab einige Neuigkeiten aus der Schwingerwelt. Aus Freiämter Sicht die grösste: Der Villmerger Stefan Strebel gibt an der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingverbandes (ESV) in Chur offiziell sein Amt als Technischer Leiter ab. Und er wird gleich zum Ehrenmitglied ernannt. Dies schaffte vor ihm erst ein Freiämter in den letzten 100 Jahren.
Die Schwinger-Schweiz traf sich am letzten Wochenende an der Abgeordnetenversammlung in Chur. Total fanden sich 249 Stimmberechtigte und rund 68 Gäste in der Stadthalle ein. Dabei gab es einiges zu bereden. Der Rückblick auf die Schwingsaison 2025, ein guter Verbandsrechnungsabschluss, diverse Neu- und Wiederwahlen und die Ernennung von zehn neuen Ehrenmitgliedern waren die Höhepunkte. Auf der ESV-Homepage heisst es dazu: «Die Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von 67 044.28 Franken ab. Dies ist das Ergebnis einer konsequenten Haltung des Zentralvorstands und aller Gremien des ESV, nur das Geld auszugeben, das vorhanden ist.»
Kilchberger-Schwinget: Ticket kostet jetzt 100 Franken
Der OK-Präsident des 18. Kilchberger-Schwingets 2026, Ruedi Schweizer, ging in seinem Zwischenbericht auf den Vorbereitungsstand des schwingerischen Höhepunkts 2026 ein. Die Arena wird rund 10 000 Zuschauer fassen. Neu werden die Tickets aufgrund der immer höher werdenden Kosten nicht mehr gratis sein. Der Preis von 100 Franken richtet sich nach demjenigen vom Unspunnen-Schwinget.
Wo ist das ESAF 2031?
Ebenfalls thematisiert wurde die Durchführung des übernächsten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests. Nach Thun 2028 wird der Grossanlass im Jahr 2031 in der Romandie stattfinden. Mit dem Walliser, dem Neuenburger und dem Genfer Kantonalen Schwingerverband haben drei Kandidaten bei Obmann Markus Lauener ihr Interesse zur Durchführung des ESAF 2031 angemeldet. Als Höhepunkt wurden einige Mitglieder des ESV in die Gilde der Ehrenmitglieder aufgenommen.
«Stolz»
Es sind dies: Markus Lauener, Jakob Aeschbacher, Roland Gehrig, Beat Kocher (alle BKSV), Rolf Lussi, Erwin Plump (beide NOSV) und dazu die Nordwestschweizer Michael Saner, Guido Thürig, Markus Birchmeier und Stefan Strebel. Strebel wird ESV-Ehrenmitglied. Nach Magnus Döbeli ist er erst der zweite Freiämter in der 101-jährigen Klubgeschichte, der dieses Kunststück schafft. 1995 ist Stefan Strebel als 18-Jähriger erstmals als Aktiver am ESAF. 1998, 2001 und 2004 holt er sich den Kranz am Eidgenössischen. Als Aktivschwinger hat er sich mit seinen total 49 Kränzen längst verewigt. Doch Strebel legt danach auch als Funktionär eine sackstarke Karriere hin. Erst als Jungschwingertrainer der Freiämter, dann als Technischer Leiter des Nordwestschweizerischen Schwingverbandes – erst vom Nachwuchs, dann von den Aktiven. 2020 wird er Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingverbandes – also der höchste Schwinger der Schweiz. Zu seiner Karriere sagt er: «Alles aufgegangen. Ich bin stolz.» Diese Ehrenmitgliedschaft ist eine grosse Ehre für den 49-Jährigen.
Strebel wollte erst noch eine Amtsperiode als ESV-Obmann anfügen – doch weil es mit Guido Sturny einen weiteren Kandidaten um den Posten gab (was eine Kampfwahl zur Folge gehabt hätte), verzichtete Strebel freiwillig auf eine Kandidatur. Das war im Mai 2025. Nun wurde Sturny gewählt.
Bald am Grill des Guggibad-Schwingets
Für Strebel endet sein Weg als Funktionär im Schwingsport. Vor Kurzem sagte er dieser Zeitung: «Es werden in Zukunft viele Herausforderungen auf den Schwingsport zukommen. Sponsoren, Selbstverwirklicher, Fernsehen. Viele wollen etwas vom Schwingerkuchen. Der Schwingsport muss dagegenhalten und die Tradition wahren. Ich hoffe, das gelingt.» Zu seiner persönlichen Gefühlswelt meinte er: «Ich habe keine Angst davor, was nun kommt. Aber ein einschneidender und langer Lebensabschnitt wird zu Ende gehen. Ganz viel Druck wird abfallen. Und ich werde mehr Zeit haben.» Zeit für seine Familie, vielleicht für eine Reise nach Bora-Bora und ganz viele weitere Dinge. Strebel wird es sicherlich nicht langweilig.
Der Villmerger sagte auch immer wieder, dass er – wenn es ihn braucht
– gerne wieder einmal «ganz normal» bei einem Anlass des SK Freiamt anpackt. Und das tut er jetzt. Am Guggibad-Schwinget am 12. April wird er am Grill seine Künste beweisen. Strebel löst sein Versprechen ein und beweist damit zwei Charakterzüge, die ihn schon als Schwinger, Funktionär und Menschen auszeichneten: Bodenständigkeit und Ehrlichkeit. --spr/red

