Die Freiämter Eidgenossen haben vor dem Guggibad-Schwinget unterschiedliche Vorzeichen
Über 80 Schwinger kommen, darunter acht Eidgenossen. Die beiden Freiämter «Bösen» Joel Strebel und Lukas Döbeli wollen am Heimfest brillieren. Chancen ...
Die Freiämter Eidgenossen haben vor dem Guggibad-Schwinget unterschiedliche Vorzeichen
Über 80 Schwinger kommen, darunter acht Eidgenossen. Die beiden Freiämter «Bösen» Joel Strebel und Lukas Döbeli wollen am Heimfest brillieren. Chancen auf den Sieg kann sich aber nur Strebel ausrechnen. Döbeli muss nach langer Verletzungshistorie erst mal wieder den Rhythmus finden.
Stefan Sprenger
Er ist noch nicht in seiner Topform. Leicht erkältet meint Lukas Döbeli: «Ich war lange Zeit verletzt. Das merke ich natürlich. Ich muss wieder in den Rhythmus finden, Selbstvertrauen tanken.» Döbeli bestritt sein letztes Kranzfest im Jahr 2024. Danach folgte eine lange Leidenszeit mit Rückschlägen und Verletzungen. Vor einem Jahr bestritt er drei Rangfeste. Darunter auch das Guggibad-Schwinget. Und dort verletzte er sich am Meniskus und musste die Saison dann vorzeitig beenden. «Das ist noch im Kopf, natürlich.
Aber es wird mich am Sonntag nicht beeinflussen. Damit muss ich umgehen können», erklärt der 26-jährige Bauleiter.
Vor wenigen Tagen gab er am Hallenschwinget in Lenzburg sein Comeback. Es war ein schlechter Start, die Defizite wurden schonungslos aufgezeigt. Döbeli verliert zwar nur einen Gang (gegen Eidgenosse Sinisha Lüscher), doch er stellt drei Gänge (allesamt gegen Kranzer) und schafft nur zwei Siege. Rang 15b mit 54.50 Punkten. Klar zu wenig. Am Guggibad will er eine Schippe drauflegen. Der Eidgenosse aus Sarmenstorf meint: «Das Guggibad war noch nie mein Schwingfest. Ich holte schon mehrere Verletzungen dort. In diesem Jahr will ich die Stimmung geniessen, den Rhythmus finden, gut schwingen – und gesund bleiben.»
Bruder Andreas ordnet ein
Sein Bruder Andreas Döbeli fehlt noch verletzt. Er wird voraussichtlich am Aargauer Kantonalschwingfest im Juni sein Comeback geben. Doch er ist auch der Technische Leiter der Freiämter Aktivschwinger. Andreas Döbeli ordnet ein: «Meinem Bruder Lukas fehlt noch die Wettkampfpraxis. Er war nun fast zwei Jahre weg vom Fenster, da ist es schwierig, sich auf die defensiven Schwinger einzustellen. Das braucht man nicht schönzureden. Wenn er gesund bleibt, dann werden die Mechanismen wieder kommen und er wird das Vertrauen wiederfinden. Und dann werden auch die Resultate wieder besser.»
Wetter sieht gut aus, Teilnehmerfeld stark
Der Wetterbericht für Sonntag siegt gut aus. Heute Mittwoch wird definitiv entschieden, ob das Guggibad-Schwingfest ob Buttwil am Sonntag stattfindet (oder um eine Woche verschoben wird). Es sieht sehr gut aus für die Durchführung an diesem Wochenende. Auch das Teilnehmerfeld ist mit 82 angemeldeten Schwingern aus der gesamten Nordwestschweiz sowie den benachbarten Schwingklubs am Albis und Cham-Ennetsee gut besetzt. Darunter sind acht Eidgenossen: Marius Frank (SK Solothurn), Sinisha Lüscher (SK Olten-Gösgen), Nick Alpiger (SK Lenzburg), Tim Roth (SK Aarau) und die beiden Baselbieter Eidgenossen Lars Voggensberger und Adrian Odermatt. Und vom Schwingklub Freiamt – der total 16 Schwinger stellen wird – sind es die beiden Eidgenossen Lukas Döbeli und Joel Strebel.
Holt sich Joel Strebel die «Sissi»?
Und jener Joel Strebel will beim Festsieg ein Wörtchen mitreden. Für ihn ist das Heimfest eine Erfolgsgeschichte. Nach dem Sieg am Guggibad-Schwinget 2018, 2022, 2023 und 2024 will er in diesem Jahr zum fünften Mal triumphieren. Die Vorbereitung lief gut, «die Motivation für den Schwingsport ist nach wie vor riesig», sagt der 29-Jährige. «Es hat einige Eidgenossen am Guggibad dabei, das wird spannend», sagt er. Für ihn ist sein Heimauftritt ein Test für die Kranzfest-Saison, die am 3. Mai mit dem Solothurner Kantonalschwingfest so richtig lanciert wird. «Nach dem Guggibad-Schwinget weiss man, wo man steht. Und vor unseren Heimfans zu schwingen, ist für mich immer ein Highlight. Und ja, natürlich möchte ich gewinnen», sagt der Aristauer Joel Strebel, der sich Siegerkalb «Sissi» holen will. Auch erwähnenswert: Nach seiner Schulter-Operation wird der Sarmenstorfer Pascal Joho sein Comeback geben.
Das Guggibad-Schwinget ist in diesem Jahr gleich in mehrfacher Hinsicht spannend.