«Sie ist eine Meisterin»
20.02.2026 Kultur, Wohlen, VereineVerein für Kultur im Sternensaal: Präsidentin Eva Keller tritt ab, André Konrad übernimmt
Mit ihr wird der Sternensaal in einem Atemzug genannt. Denn Eva Keller prägte den Sternensaal eindrücklich. Nun tritt sie als Vereinspräsidentin ...
Verein für Kultur im Sternensaal: Präsidentin Eva Keller tritt ab, André Konrad übernimmt
Mit ihr wird der Sternensaal in einem Atemzug genannt. Denn Eva Keller prägte den Sternensaal eindrücklich. Nun tritt sie als Vereinspräsidentin ab. Mit André Konrad tritt ein Kultur-Kenner die Nachfolge an.
Daniel Marti
«Unsere Standing Ovations hast du so was von verdient.» Dies schreibt Hans Melliger in seinem Beitrag zum neuen Programm im Sternensaal. Damit meint er Eva Keller. Die Präsidentin des Vereins Kultur im Sternensaal tritt Anfang März in den Hintergrund. Sie übergibt das Präsidium in neue Hände. Nach 28 Jahren Wirken für den Sternensaal und gleichzeitig für Wohlens Kultur. Ein äusserst wertvolles Engagement.
«Alltäglichen Wahnsinn eines Kulturvereins gemeistert»
In seinem Schreiben vergleicht Hans Melliger die scheidende Präsidentin mit Johannes Muntwyler, Direktor des Circus Monti. Es gebe keinen Unterschied, «beide können gut jonglieren», kommt er zum Schluss. Melliger erklärt: «Beim Jonglieren geht es ja darum, die aufgeworfenen Ringe, Bälle, Keulen und Fackeln abzufangen und wieder in den Umlauf zu schicken, sodass alles gleichzeitig in der Luft und in Bewegung bleibt und ja nichts vor die eigenen Füsse fällt. Eben genau so, wie das unsere Präsidentin Eva Keller während 28 Jahren für den Verein getan hat. Eva Keller ist eine Meisterin im Jonglieren mit Daten, Künstlerinnen, Künstlern und Veranstaltungen».
Bei der Jonglage komme ihr ausserordentliches Geschick mit der Kommunikation noch dazu.
«Ihr Spezialgebiet ist jedoch das Jonglieren mit Knacknüssen, unüberwindbaren Sackgassen und gefährlichen Abprallern, alles Erscheinungen des ganz alltäglichen Wahnsinns eines Kulturvereins. Sie lösen bei Eva Keller nicht Angst, sondern eben Jongliergefühle aus.» Trotzdem haue sie nicht polemisch auf die Pauke, sondern sie hält moralische Werte immer hoch, so Melliger weiter. Seine Einordnung des Engagements von Eva Keller ist bemerkenswert und treffend.
Die langjährige Präsidentin hat den Sternensaal auf eine hohe Stufe gehoben: Das Kleintheater ist eines der Wohler Kultur-Highlights. Es ist beruhigend für die Wohler Kulturszene, dass eine Nachfolgeregelung bereits aufgegleist ist.
André Konrad steht bereit
André Konrad, ebenfalls Sternensaal-Kenner und -Macher, wird die Nachfolge von Eva Keller antreten. Seine Wahl an der Generalversammlung Anfang März wird reine Formsache sein. André Konrad (Jahrgang 1970) gehört seit zwölf Jahren zusammen mit seiner Frau Nadja Baur Konrad zum Sternensaalteam.
Er ist seit zehn Jahren Aktuar. Und seit acht Jahren ist er zudem im Stiftungsrat der Kulturstiftung Pro Argovia tätig – dies als Nachfolger von Alt-Oberrichter Ruedi Bürgi. Seit vier Jahren leitet der designierte Präsident zudem die Sternensaal-Programmgruppe.
Beruflich ist André Konrad tätig als Architekt und Partner bei Hegi Koch Kolb + Partner Architekten AG. Unter anderem zählt ein spezielles Bauwerk, das kürzlich abgeschlossen wurde, zu seinem Betätigungsfeld. Er war mitverantwortlich für die Gesamtsanierung des Chappelehofs. André Konrad betont, «dass der Sternensaal eine grosse Strahlkraft weit über das Freiamt hinaus hat. Das haben wir zu einem grossen Teil dem enormen Engagement unserer langjährigen Präsidentin Eva Keller zu verdanken.»
Es sei ihm ein grosses Anliegen, dass der Kulturbetrieb in diesem Sinn weitergeführt werde.
Grosse Strahlkraft beibehalten
Mit dem Programm soll weiterhin ein breites Publikum angesprochen werden. «Damit meine ich nicht nur gefällige Unterhaltung für möglichst hohe Besucherzahlen, sondern Unterhaltung mit Anspruch und einer Vielfalt, die das ganze Spektrum der Bühnenkunst von Theaterstücken, Konzerten, Kabaretts, Lesungen und allem dazwischen und darüber hinaus abdeckt», so Konrad zu seinen Zielen. «Das Team des Sternensaals hatte die Nase schon immer hart im Wind und hat manche unbekannte Perle auf unsere Bühne gebracht.»
Immer auf der Suche
In der Programmgruppe sei man immer auf der Suche nach spannenden Produktionen, «und wir setzen uns dafür ein, das Vertrauen unserer Gäste zu stärken, damit sie auch vermehrt die Vorstellungen von weniger bekannten Namen besuchen.» Und letztlich mach der designierte Präsident auf seine Art Werbung für den Sternensaal: «Eine Live-Vorführung in einem Kleintheater lässt einen die Bühnenkunst nah, unmittelbar, echt und vergänglich erleben. Ein Bildschirm wird nie einen Theaterbesuch ersetzen können.»


