Schon Weihnachten im Kopf
28.04.2026 BremgartenDie Verantwortlichen beschäftigen sich auch im Frühling mit dem Christchindli-Märt
Nach dem Christchindli-Märt ist immer vor dem Christchindli-Märt, denn «Weihnachten beginnt in Bremgarten», zweifellos und zuverlässig. Das will ...
Die Verantwortlichen beschäftigen sich auch im Frühling mit dem Christchindli-Märt
Nach dem Christchindli-Märt ist immer vor dem Christchindli-Märt, denn «Weihnachten beginnt in Bremgarten», zweifellos und zuverlässig. Das will entsprechend frühzeitig vorbereitet sein.
Hans Rechsteiner
Sabina Glarner, die Präsidentin des Vereins Christchindli-Märt, konnte ihre Enttäuschung zum dürftigen Anmeldeecho fürs traditionelle Helferessen kaum verbergen. 125 waren eingeladen, 39 angemeldet, 20 entschuldigt, 69 haben keinen «Mucks» getan, leider. Dabei galt es doch, hier dem Kern der «Christchindlimärter» den verdienten Dank auszusprechen mit einem frugalen Mahl, entsprechende Getränke dazu, und gute Worte.
Eindrückliche Zahlen und Fakten
Tatsächlich seien es «ohni Umeluege» über 500 Personen, die jeweils irgendwie beteiligt sind und ihren Gratisdienst leisten, bedankt sich Sabina. Die Infrastruktur verlangt Unglaubliches: Drei Wochen Aufbau mit geschmückten Christbäumen, Weihnachtsbeleuchtung über die ganze Oberstadt, während des viertägigen Weihnachtsmarkts. Einweisung, Verkehr, Shuttle, Sicherheit und Feuerwehr, später Ab- und Rückbau. Nicht zu vergessen die direkten Leistungen der Stadt Bremgarten und indirekten über ihren Werkhof: 250 Stände aufstellen, Strom, Wasser, Abfallentsorgung, nach den Markttagen beeindruckende Wiederherstellung einer sauberen Stadt.
Die 6000 Liter des unglaublichen Dora-Glühweins etwa, der bereits viele Wochen vor Termin in der Campküche auf dem Waffenplatz angesetzt wird, verteilt der verschworene Männerverein «Hômzgô» in Militär-Rückentragtansen an die sechs Glühweinhütten im Marktgewühl.
«Weihnachten beginnt in Bremgarten»
Wem der treffende Slogan damals eingefallen ist, tut heute nichts zur Sache – er ist unglaublich wahr und treffend zugleich. Um die hunderttausend Besucher auch aus unseren Nachbarländern pilgern jeweils hierher. Die legendäre Delegation aus Rom beispielsweise geniesst jedes Mal eine spezielle sprachlich ideale Begleitung durch Mario Todisco.
Der Bremgarter Weihnachtsmarkt erzeugt eine besondere Stimmung, berührendes Altstadtfeeling. Da ist feine Weihnachtsmusik, es gibt Kugeln und Krippen, Figuren und Geschichten, Samichlaus und Eseli, Gespräche, Kinderversli und Chlaussäckli, Kunsthandwerk und sinnliche Glühweindüfte. Aber auch ein verblüffendes Kulturprogramm, das Sabina Glarner zuvorderst wichtig ist und das sie selbst verantwortet: in der «Märtchile», im Klösterli, in der Kapuzinerkirche, im Zeughaussaal, im Kellertheater. Letztes Mal war das Märchenmusical «Aschenbrödel» von «MuriMusik» in der Stadtpfarrkirche das grösste Highlight.
Eine Viertelmillion Budget
Natürlich gibt es auch noch eine kommerzielle Komponente hinter dem Ganzen. Das jeweilige Grundbudget eines Bremgarter Christchindli-Märts liegt bei 250 000 Franken. Man muss all die Vorarbeiten, Bestellungen und Reservierungen vorfinanzieren. Allein die beliebten Tassen mit wechselndem Sujet aus Bremgarten und Hermetschwil – gezeichnet sind sie von den tollen Grafikern Markus und Peter Spalinger – kosten, vorfinanziert, jeweils 3000 Franken.
Lange Warteliste
Die jährlichen Bremgarter Weihnachtsmärkte bringen der Stadt und der weiteren Region zweifellos eindeutige Wertschöpfung und grösste Sympathie. Unvergleichliche Stimmung. Genau deshalb startet die Standreservation für den nächsten Christchindli-Märt erst im August. 250 Marktstände können via die Bremgarter Homepage weihnachtsmarkt.ch reserviert werden.
In der ersten Priorität sind langjährige, bewährte zuverlässige Ehemalige, die Warteliste ist sehr lang, aber man versucht einen vielfältigen Branchenmix. Die Standeinnahmen gehen an die Stadt, pro Stand sind es um die 500 Franken für vier Markttage, netto.

