Riesiges Engagement
26.06.2026 BremgartenPersonen und Zahlen im Fokus
Bei der Veranstaltung «Standort-Kafi» in Bremgarten gaben letzten Dienstag die beiden engagierten Frauen Jacqueline Bedo von «Läbigs Bremgarte» und Biggi Winteler von ArtWalk gerne Auskunft. City-Manager Ralph ...
Personen und Zahlen im Fokus
Bei der Veranstaltung «Standort-Kafi» in Bremgarten gaben letzten Dienstag die beiden engagierten Frauen Jacqueline Bedo von «Läbigs Bremgarte» und Biggi Winteler von ArtWalk gerne Auskunft. City-Manager Ralph Nikolaiski wusste von vielen Projekten zu berichten. So verriet er, dass er für das Budget 2027 einen Kredit für die Installation zweier Personenzähler einreichen möchte. Diese könnten die Besucherfrequenz der Altstadt ermitteln. --rwi
Am Standort-Kafi wurden Jaqueline Bedo und Biggi Winteler zu ihren Projekten befragt
Eine Ortschaft lebt durch das Engagement ihrer Einwohner. Das gilt auch für Bremgarten. Am Dienstagmorgen sprach darüber der City-Manager Ralph Nikolaiski mit Jacqueline Bedo von «Läbigs Brämgarte» und Biggi Winteler von «ArtWalk» anlässlich des Standort-Kafis.
Roger Wetli
«Wenn Bremgarten die Finanzen hätte, würde ich ein neues Casino bauen, die Aussenanlage der Sportanlage Bärenmatt verschönern und eine Begegnungszone beim Obertorplatz einrichten», erklärte Jacqueline Bedo auf die Frage von Ralph Nikolaiski. Bedo amtet seit eineinhalb Jahren als Präsidentin des Vereins «Läbigs Brämgarte». «Ich war schon immer sehr aktiv», betonte die Administrationsverantwortliche der Naturschutzorganisation Birdlife Zürich, die seit 30 Jahren in Bremgarten lebt. Ehrenamtlich engagierte sie sich unter anderem für den Ferienpass und war 17 Jahre lang im Vorstand des WWF Aargau. «Dann wurde es Zeit, mich für meinen Wohnort einzusetzen», lachte sie. Als Voraussetzung für die Umsetzung von neuen Ideen setzt Bedo die Begeisterung für etwas voraus – und dass genügend Mitstreiter am gleichen Strick ziehen. Als gutes Beispiel nannte sie das Repair-Café. «Es steht für vieles, was ‹Läbigs Brämgarte› ausmacht, zum Beispiel für Nachhaltigkeit und für ein Miteinander.» Ralph Nikolaiski möchte dieses Repair-Café von der reformierten Kirche in die Altstadt bringen. «Dafür sind wir offen», betonte Bedo. «Denn der bisherige Ort ist nicht ideal. Wr bräuchten eine grössere Lokalität.»
Jacqueline Bedo zählte verschiedene Projekte auf, welche «Läbigs Brämgarte» seit 40 Jahren umsetzt. Dazu gehören etwa die Velobörse, der Flohmi, das Pubquiz oder das Projekt «Läbigi Gärte». «Es gibt viele noch nicht realisierte Ideen. Leider fehlen uns dazu meist die zeitlichen Ressourcen.» Viele Einwohner würden eine starke Verbundenheit mit Bremgarten spüren. «Das ist eine gute Voraussetzung, um hier neue Projekte umzusetzen.»
Gewinn für die ganze Altstadt
Viel Engagement beweist auch Biggi Winteler. Ein grosser Fokus legt sie zurzeit auf die Vorbereitungen des Art-Walks. Dieser findet vom 29. August bis 26. September statt. «Es stellen 60 Kunstschaffende an 50 Orten ihre Werke aus. Dazu schlagen wir drei verschiedene Rundgänge vor», so Winteler. Sie mutmasst, dass die Personenfrequenz wohl das ganze Jahr nie so hoch ist wie während des ArtWalks. Von den Einwohnern und den Geschäftsbetreibern erhofft sie sich Toleranz für diese Besucher. «Manche schauen halt ‹nur› die Kunst an, ohne dass sie gleich etwas in diesem Geschäft kaufen. Womöglich kommen diese potenziellen Kunden aber später wieder.» Für die Künstler bedeute dieser Anlass ein Ausbrechen. «Ihre Werke werden innerhalb der historischen Stadtmauern sichtbar», schwärmte sie.
Wie viele zusätzliche Leute dieser Anlass in die Altstadt lockt, könnte eine elektronische Zählung zeigen. Hans-Ruedi Bossart fragte am Standort-Kafi, ob eine solche in Bremgarten möglich sei. «Die Rheinfelder Altstadt hat das bereits gemacht. Sie kann jetzt potenziellen Mietern von Geschäftsliegenschaften Zahlen liefern, damit diese keinen Blindflug machen müssen. Das würde bei uns die Vermietung von Gebäuden vereinfachen.»
Ralph Nikolaiski erklärte, dass er die Zählung an zwei Orten im Budget 2027 der Stadt eingereicht habe. «Die Installation einer laserbasierten Zählung kostet zwischen 15 000 und 20 000 Franken. Dazu kommen jährliche Kosten. Die Frage ist, ob wir uns eine solche Zählung leisten wollen und können.»
Mehr Schulklassen angemeldet als 2025
Zufrieden ist Ralph Nikolaiski mit dem Stand der Vorbereitungen für den Lehrlingsanlass «Lehrplätz», welcher am Mittwoch, 21. Oktober, von 8 bis 16.30 Uhr im Casino stattfindet. «Letztes Jahr nahmen daran 23 Schulklassen teil, diesmal sind es sicher 27.» Diese erhalten von 35 Ausstellern Einblicke in rund 110 Lehrplätze. «Stark vertreten wird dieses Jahr die Baubranche sein», freute sich der City-Manager. Am Tag darauf findet am selben Ort von 15.30 bis 19.30 Uhr die Palettenmesse statt. «Daran könnten noch mehr Unternehmen teilnehmen. Ich habe deshalb die Anmeldefrist bist Ende August verlängert.» Sabine Glarner regte an, die Öffnungszeit der Palettenmesse bis 21 oder 22 Uhr zu verlängern, damit auch berufstätige Personen die Möglichkeit erhalten, diesen Anlass zu besuchen. Ralph Nikolaiski versprach, dieses Anliegen zu prüfen und allenfalls noch eine Anpassung vorzunehmen.

