Respekt spielt eine wichtige Rolle
23.06.2026 Bremgarten, VereineGeneralversammlung Hermetschwiler Verein Kinderheim «St. Benedikt»
Trotz hochsommerlicher Temperaturen war es Präsidentin Doris Stöckli vergönnt, 28 Prozent der Vereinsmitglieder zur ordentlichen GV des Vereins Kinderheim «St. Benedikt» ...
Generalversammlung Hermetschwiler Verein Kinderheim «St. Benedikt»
Trotz hochsommerlicher Temperaturen war es Präsidentin Doris Stöckli vergönnt, 28 Prozent der Vereinsmitglieder zur ordentlichen GV des Vereins Kinderheim «St. Benedikt» zu begrüssen. Wie schon der Blick in den gedruckten Jahresbericht verheisst, war 2025 wiederum ein sehr bewegtes Jahr.
Stefan Treier
Erfreut über die 25 anwesenden Vereinsmitglieder und sieben Gäste, welche sich für die ordentlichen Vereinsgeschäfte interessierten, begrüsste Vereinspräsidentin Doris Stöckli die Teilnehmerschaft. Unter Bezugnahme auf ihre Äusserungen im informativen Jahresbericht stellte sie den Begriff «Respekt» als «verlässliche Phase für Zusammenarbeit» in den Mittelpunkt. Kinder und Jugendliche lassen teilnehmen am Respekt. Zum Respekt gehören die Ehrlichkeit, das Aussprechen von Dank wie auch der Gruss zwischen den Menschen. Es bereichert, zu erleben, wenn junge Menschen diese Regeln anwenden.
Die Haltung, die unser tägliches Leben prägt
Doris Stöckli betonte in ihrem Jahresbericht den Respekt als wertvolle Grundlage des Lebens im Hermetschwiler Sonderschulheim «St. Benedikt». «Respekt ist kein Selbstläufer. Er will im Alltag gelebt werden, im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, in der Zusammenarbeit mit ihren Familien, im Miteinander im Team oder mit den Fachstellen. Es war offensichtlich zu spüren, dass diese Einstellung im ‹St. Benedikt› als wertvolle Grundlage des Zusammenlebens funktioniert.»
Ein Kernstück des Jahresrückblicks stellte die Vorstandstätigkeit dar. Der Vorstand trat zu sieben Sitzungen zusammen und erläuterte verschiedene Themen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der laufenden Bautätigkeit. Des Weiteren gab es verschiedene Sitzungen mit Vorstandsdelegationen. Im laufenden Jahr will sich der Vorstand mit der Schaffung einer Vereinsstrategie beschäftigen. Dabei soll die Möglichkeit geschaffen werden, im Bedarfsfall auch externe Kräfte beizuziehen. Der Alltag untersteht dauernden Veränderungen, was zu spannenden Herausforderungen für alle Beteiligten führt.
Präsidentin Doris Stöckli blickte auf einen anstehenden Wechsel im Leitungsteam. «In einem Jahr wird unser Finanzfachmann Thomas Stübi in Pension gehen.» Er hat stets darauf geachtet, dass die Gelder zielgerichtet eingesetzt werden. Die Planung seiner Nachfolge ist an die Hand zu nehmen. «Eine besondere Freude macht mir das Dankesagen», so die Präsidentin. Dieser galt allen Mitarbeitenden in Betrieb und Verwaltung, aber auch Gesamtleiter Philipp Zimmermann, dem Leiter der Finanzen und Dienste Thomas Stübi sowie dem Leiter Pädagogik Dani Muntwyler.
Ferner bestätigte Doris Stöckli die im Vorstand bestehende grosse Zufriedenheit. Alsdann durfte sie für ihre zehnjährige Zugehörigkeit zum Vorstand des Vereins «St. Benedikt» eine Ehrung durch Vorstandskollegin Jacqueline Riedo erfahren. Nebst einer «Dankes-Laudatio» gab es für sie einen prächtigen Blumenstrauss. Der Jahresbericht erfuhr die einhellige Zustimmung der Versammlungsteilnehmenden.
Vielseitigkeit im Betrieb durchleuchtet
Eine eingehende Orientierung über die Vielseitigkeit des Betriebes gewährte Gesamtleiter Philipp Zimmermann. Nach einem Hinweis auf die Strategie 2020, einem mit Erinnerungen verbundenem Thema, stellte er Gedanken darüber an, wo «St. Benedikt» heute steht. Es geht vorweg um den Bereich Familienarbeit, einem Projekt der kantonalen Anlaufstelle «Never Walk Alone», das für junge Erwachsene besteht. Diese Stelle berät Jugendliche und junge Erwachsene bei allen Fragen rund ums Erwachsenwerden. Diese Zusammenarbeit erfolgt auf vertraulicher Basis, ist kostenlos und unkompliziert. Die Anlaufstelle verfügt über eine eigene Website mit eingehenden Informationen zum besagten Thema. Nebst der Familienarbeit ist auch eine Nachbetreuung austretender Jugendlicher von grosser Wichtigkeit.
In seinen Detailausführungen streifte er die Bereiche Wohnen und Schule. Für den Wohnbereich gibt es ein konduktives Angebot. Vor allem für Kinder und Jugendliche mit grösserer Aufenthaltszeit sind die Kontakte zu den Familien von Bedeutung. Im Schulbereich werden kreative, moderne Lernmethoden eingesetzt. Beim «Wie weiter?» steht eine Retraite des Vorstandes unter Beizug externer Beratung im Vordergrund. Die auszuarbeitende Vereinsstrategie soll in Konsolidierung mit der Angebotsplanung des Kantons erfolgen.
Finanzen, Budget, Kinderzahlen
Beim Rückblick musste Philipp Zimmermann auf die vorübergehende Schliessung der «Wohngruppe rot» verweisen, was für die Leitung und die Mitarbeitenden eine starke Herausforderung war. Der Schritt war unumgänglich, weil die Indikationen der Kinder immer ausgeprägter werden und sie deshalb mehr Beobachtung benötigen. Viele neigen dazu, sehr depressiv, gar auch aggressiv, zu werden. Bei all den durchlebten Schwierigkeiten darf darauf hingewiesen werden, dass für viele Mitarbeitende eine emotionale Bindung zum Heim besteht und dass die Leute gerne hier arbeiten, den Arbeitsplatz wie auch die Landschaft schön finden. «Wir sind ein lebendiger Ort», so Philipp Zimmermann. Finanzfachmann Thomas Stübi oblag es schliesslich, die Versammlung über die Jahresrechnung 2025 von Betrieb und Verein in Kenntnis zu setzen. Die Auslagen für Wohnen und Schule für ein Kind bezifferten sich im Berichtsjahr auf 206 250 Franken. Der Aufwandüberschuss beim Betrieb bezifferte sich auf 637 700 Franken. Er wurde aus dem Rücklagefonds gedeckt. Das Jahresergebnis beim Verein wies einen Gewinn von 192 000 Franken aus. Von den vereinnahmten Spenden von 135 000 Franken konnten 79 000 Franken gezielt für Aufwendungen zugunsten der Kinder und Jugendlichen eingesetzt werden. Der Rest wurde dem Spendenfonds zugewiesen. Dieser betrug Ende Berichtsjahr stattliche 1,3 Millionen Franken.
Beim Vereinsbudget 2026 stammen die Haupteinnahmen aus der Vermietung von Liegenschaften. Zufolge der laufenden Umbauarbeiten bei den Wohnhäusern sind die Vermietungserträge aus den Liegenschaften etwas geringer eingesetzt. Der Start für die bewilligten Umbauten bei den vier Wohnhäusern ist in der Kalenderwoche 40 dieses Jahres geplant.
Am Ende des Berichtsjahres lebten im Hermetschwiler «St. Benedikt» 35 Betreute, davon 33 Schüler und zwei Lehrlinge, 24 davon stammten aus dem Aargau, 11 haben einen ausserkantonalen Wohnsitz. 21 Austritten standen 25 Eintritte gegenüber. Man verzeichnet im Sonderschulheim nahezu 5000 Schultage und 5900 Übernachtungen.
Zwischen zwei bewegten Vereinsjahren
Präsidentin Doris Stöckli bedankte sich zwischen zwei bewegten Geschäftsjahren bei allen, welche durch ihre Arbeit mitgeholfen haben bei der Lösung vielfältiger Aufgaben. Ein besonderer Dank richtete sie an Vorstandskollege und Ressortleiter Martin Leu, welcher im Rahmen der Umbau-Planung überall «zum Rechten» gesehen hat. Nichts ist selbstverständlich.
Vorstandsmitglied Jacqueline Riedo stellt ihre Kräfte und Fachkenntnisse dem Vorstand seit nunmehr zwanzig Jahren zur Verfügung. Vorstandskollege Stephan Köpfli ehrte sie für dieses langjährige Wirken. «Sie hat vieles ‹unter einen Hut› gebracht.» Als Dankeszeichen überreichte er ihr namens des Vorstandes eine bunte Blumenschale. Der Verein «St. Benedikt» wirkt aufgestellt und dürfte es bei der bestehenden personellen Besetzung wohl noch einige Zeit bleiben.

