Pechsträhne hält an
21.04.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: FC Langenthal – FC Wohlen 2:1 (0:0)
Der FC Wohlen hadert weiterhin mit seiner Punktausbeute in der Rückrunde. Gegen Langenthal brechen den Freiämtern zwei grobe Fehler das Genick. Zwei umstrittene Schiedsrichterentscheidungen sorgen ...
1. Liga classic: FC Langenthal – FC Wohlen 2:1 (0:0)
Der FC Wohlen hadert weiterhin mit seiner Punktausbeute in der Rückrunde. Gegen Langenthal brechen den Freiämtern zwei grobe Fehler das Genick. Zwei umstrittene Schiedsrichterentscheidungen sorgen für Gesprächsstoff.
Langenthal-Stürmer Kevin Krasniqi ist U21-Nationalspieler des Kosovo. In der 87. Minute des Spiels gegen Wohlen zeigt er warum. Er nimmt einen weiten Pass von Mathieu Huber mit der Brust an und lupft ihn anschliessend über FCW-Goalie Joel Bonorand ins Tor zum 2:1. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Sandi Sulejmanagic. Es ist bereits der zweite Fehler eines jungen Freiämter Verteidigers, den Krasniqi eiskalt ausnutzt. Kurz nach Start der zweiten Halbzeit will Luca Nascimento den Ball zum Goalie zurückspielen. Der Pass gerät zu kurz. Krasniqi schaltet blitzschnell, schnappt sich den Ball, umkurvt Bonorand und schiebt zur Führung ein. Zwischen den beiden Treffern der Gastgeber gelingt Wohlen der zwischenzeitliche Ausgleich: Djellon Shahini verwandelt in der 78. Minute einen Freistoss zum 1:1. Doch es reicht nicht. Der FCW verlässt den Platz als Verlierer.
Trainer Piu ist enttäuscht. Aus seiner Sicht haben Willen, Einsatz und Laufbereitschaft einmal mehr gepasst. «Aber wie gegen Buochs, wie gegen Muttenz, wie gegen Zug und in noch vielen anderen Spielen holen wir zu wenig heraus.» Aus den neun Spielen der Rückrunde wäre viel mehr möglich gewesen für die Freiämter als die zwölf Punkte, die man bisher geholt hat. Die beiden jungen Spieler, deren Fehler zu den Gegentoren führten, nimmt er in Schutz: «Ich mache ihnen keine Vorwürfe. Abgesehen von diesen Situationen haben beide gut gespielt. Langenthal hat die Klasse, solche Aussetzer sofort zu bestrafen.»
Fehlender Penaltypfiff, fragwürdiges Abseits
Mehr als die Fehler seiner Spieler ärgern Piu die Schiedsrichter. Zwei Entscheidungen sieht er als klare Benachteiligung. In der 55. Minute trifft ein Schuss von Nicola Peter im Langenthal-Strafraum den Arm von Verteidiger Nadjack. Für Piu ein eindeutiger Handspenalty. Selbst in der Wiederholung ist nicht klar zu sehen, ob Nadjacks Arm angelegt war. Doch seine Reaktion spricht Bände: Der frühere Profi des Grasshopper Clubs Zürich und des FC Schaffhausen hält sich das Gesicht, als wolle er andeuten, dort getroffen worden zu sein – ein Indiz, dass er selbst unsicher war. «Man hat deutlich gesehen, dass er nicht im Gesicht getroffen wurde», meint Piu.
In der 72. Minute erzielt Stefano Cirelli ein Tor, das wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt wird. Cirelli schiesst von der Strafraumgrenze, steht selbst definitiv nicht im Abseits. Zahlreiche Spieler beider Teams befinden sich im Sechzehner. Die einzige Erklärung: Der Schiedsrichterassistent könnte angenommen haben, Nicola Peter habe den Langenthal-Goalie behindert. Angesichts der Distanz zwischen Peter und dem Keeper wohl eine Fehlentscheidung. «Keine Ahnung, was er da gesehen hat», kommentiert Piu. Beide Situationen ereignen sich allerdings vor Shahinis Ausgleichstreffer. Wie das Spiel verlaufen wäre, wenn die Schiedsrichter in diesen Situationen anders entschieden hätten, bleibt Spekulation.
Der Wohlen-Trainer will die Schuld auch nicht allein bei den Referees suchen: «Sie haben uns sicher nicht geholfen, aber es ist generell ärgerlich. Wir waren in der zweiten Halbzeit besser. Und das, obwohl uns mit Alban Pnishi, Santiago Brunner und Noel Romano drei Stammspieler fehlen, während der Tabellenzweite Langenthal komplett war. Die Leistung war gut, aber das bringt uns nichts.»
Zwei sieglose Spiele in Serie sind zu viel
Bis Saisonende bleiben dem FC Wohlen noch sechs Spiele. Es sind die letzten Partien unter Trainer Piu, der seinen Vertrag nicht verlängert. In diesen Spielen will das Team so viele Punkte wie möglich holen. «Die Leistung der Jungs stimmt mich zuversichtlich im Hinblick auf den Endspurt.»
Das erste dieser sechs Spiele findet am kommenden Samstag, 17 Uhr, auf den Niedermatten in Wohlen gegen den FC Solothurn statt. «Nach dem Unentschieden gegen Buochs und der Niederlage jetzt in Langenthal wäre es Zeit, dass wir wieder gewinnen und auf die Siegerstrasse zurückkehren», sagt der Trainer. Das Resultat aus dem Hinspiel könnte vielleicht ein gutes Omen für die Freiämter sein. Auswärts in Solothurn spielte Wohlen nach einer Gelb-Roten Karte für Noah Jappert nur noch zu zehnt. Es gelang dem Team, in Unterzahl in Führung zu gehen und den Vorsprung über fast eine ganze Halbzeit hinweg nicht mehr herzugeben. «Das war vielleicht eine der besten Leistungen in meiner Zeit als Trainer», so Piu. Er hätte nichts dagegen, wenn sich so etwas am kommenden Wochenende wiederholt.
--jl

