Offene Fragen und viel Verständnis
12.06.2026 Bremgarten, VerkehrDiskussion über Teilprojekte
Während der öffentlichen Auflage hat die Stadt Bremgarten die interessierte Bevölkerung zur Projektvernissage ins Zeughaus geladen. Dabei ging es um Details und offene Fragen der beiden Teilprojekte ...
Diskussion über Teilprojekte
Während der öffentlichen Auflage hat die Stadt Bremgarten die interessierte Bevölkerung zur Projektvernissage ins Zeughaus geladen. Dabei ging es um Details und offene Fragen der beiden Teilprojekte «Zürcherstrasse» und «Busbahnhof». Zwei Bestandteile der künftigen ÖV-Drehscheibe. Es entstand ein offener Dialog und konstruktive Diskussionen. Man war sich dabei einig, dass Gewisses auch noch optimiert werden kann. --red
Die Stadt Bremgarten lud zur Projektvernissage «ÖV-Drehscheibe»
Es ist eine Mammutaufgabe, welche die Stadt Bremgarten zusammen mit der AVA und dem Kanton in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Rund um den Bahnhof werden einige voneinander abhängige Grossprojekte in Angriff genommen. Die aktuelle Auflage, für die zurzeit das Mitwirkungsverfahren läuft, betrifft die Bauabschnitte Zürcherstrasse und Busbahnhof. Noch sind einige Fragen offen.
«Die Projekte werden von der Bevölkerung mehrheitlich gut angenommen», freute sich Sandro Schmid, der seit Januar dieses Jahres als Stadtrat im Amt ist. Und doch sah nicht nur er sich an diesem Abend mit einigen Fragen konfrontiert. Die rund 20 An- und Einwohner, welche am Dienstag im Zeughaus erschienen sind, treiben vor allem zwei Dinge um: die geplante Parkplatzsituation und der Güterumschlag vor dem City Center.
«Es ist eine schwierige Aufgabe. Viele gescheite Leute haben sich hier engagiert, um eine möglichst gute Lösung zu finden», räumte auch der Bremgarter Josef «Tschösy» Meier ein, der sich an der Veranstaltung informierte.
Der Umschlagplatz für das Gewerbe, lediglich einer an der Zahl, macht nicht nur ihm Sorgen: «Das finde ich nicht gut. Das wird so nicht funktionieren.» Dieser Güterumschlag war bereits in der Vergangenheit immer wieder ein Thema – auch Taxistandplätze sucht man auf den Plänen vergebens. Hier müssen die Verantwortlichen wohl nochmals über die Bücher.
Dialog und angeregte Diskussionen
Dass die aktuelle Parkplatzsituation rund um die Postfiliale beim Bahnhof unbefriedigend, gar prekär ist, darüber war man sich einig. Um die Anzahl der Parkplätze zu erhöhen, soll die Anordnung der Parkfelder verändert und somit die Zufahrt zum Gewerbe umgestaltet werden, was jedoch die Aufhebung eines Trottoir-Abschnitts nach sich zieht.
Damit ist Einwohner Bernhard Greber nicht einverstanden: «Für Rollstuhlfahrer und Fussgänger ist das viel zu eng.» Er könne nicht verstehen, wie man «einen Gehsteig zugunsten von Parkplätzen opfern kann». Mit seinem Einwand sorgte er für angeregte Gespräche und Diskussionen unter den Anwesenden. Stefano Righetti, Bereichsleiter Tiefbau der Stadt Bremgarten, versicherte: «Die Barrierefreiheit hatte bereits zu Beginn der Projektierung oberste Priorität.»
Vereinzelt waren Fragen zu den geplanten Neubauten zu hören: Wie sollen die Gebäude aussehen, wie hoch werden sie und welche Art von Gewerbe ist geplant? Stefano Righetti verdeutlichte aber: «Heute geht es in erster Linie um den Bushof und die Zürcherstrasse, die Gebäude sind hier nicht Teil der Projektierung.»
Eine Vielzahl an Kompromissen
Unterschiedliche Bedürfnisse waren in die Planung miteinbezogen worden. Da sind einerseits der ÖV mit Bus und Bahn, der Fahrrad- und Individualverkehr sowie die vielen Fussgänger. Aber auch die Anwohner und das Gewerbe galt es zu berücksichtigen. Stadtrat Peter Werder, ebenfalls neu im Amt, verdeutlichte: «Wie so oft war es die Aufgabe, Kompromisse zu finden, und ich denke, dies ist uns gut gelungen.»
Für Kopfzerbrechen hatte bei den Planern noch etwas anderes gesorgt: das Gefälle der Zürcherstrasse. «Auf der einen Seite befinden sich die Gleisanlagen der AVA, auf der anderen Seite die Zürcherstrasse. Darunter eine Tiefgarage und die neue Unterführung», erläuterte Jan Ecknauer, Projektverfasser Bushof. «Die grosse Herausforderung war es, die unterschiedlichen Höhen und Gefälle unter Berücksichtigung der verschiedenen Ebenen aneinander anzupassen und zu nivellieren, ohne dabei die Barrierefreiheit und den Nutzungszweck zu gefährden.»
Der neue Bushof mit seinen fünf Standplätzen soll, zusammen mit dem Bahnhof der AVA, zukünftig die neue zentrale ÖV-Drehscheibe der Stadt Bremgarten darstellen. Dadurch soll der Obertorplatz entlastet und zu einer verkehrsfreien Flanier- und Begegnungszone entwickelt werden. --sca
Vier Projekte
Der Gestaltungsplan umfasst vier voneinander abhängige Projekte: Zürcherstrasse, Bushof, Bahnhof (Gleis- und Perronausbau) sowie die Neubauten «Gleis 1» und «Reusstor». Um Synergien zu nutzen, will man die verschiedenen Projekte zusammen angehen. Diverse rechtliche und politische Hürden wurden bereits genommen. Die Planunterlagen liegen noch bis zum 30. Juni im Rathaus Bremgarten öffentlich auf. --sca

