Nur Vorteile seit Jahrzehnten
06.02.2026 Zufikon, Region BremgartenUrs Huber leitet den Forstbetrieb seit 30 Jahren
Kürzlich feierte Förster Urs Huber sein Arbeitsjubiläum in Zufikon. Er führt ebenfalls den Forstbetrieb Kelleramt. Diese Zusammenarbeit hat sich für alle Seiten bewährt.
...Urs Huber leitet den Forstbetrieb seit 30 Jahren
Kürzlich feierte Förster Urs Huber sein Arbeitsjubiläum in Zufikon. Er führt ebenfalls den Forstbetrieb Kelleramt. Diese Zusammenarbeit hat sich für alle Seiten bewährt.
Roger Wetli
«Dass ich sowohl den Forstbetrieb Zufikon als auch denjenigen des Kelleramtes leite, hat nur Vorteile», lacht Urs Huber. Seit 30 Jahren betreut er nun den Zufiker Wald. Er erklärt: «Dank der engen Zusammenarbeit der beiden Forstbetriebe gibt es eine grössere Waldfläche für uns. Das wiederum schafft höhere Arbeitspensen für das Personal und eine bessere Auslastung - das gilt natürlich auch für die Maschinen.» Er spricht von vielen Synergien, die genutzt werden können. Wobei Urs Huber die einzige Person ist, die in beiden Forstbetrieben angestellt ist. Im Zufiker Forstbetrieb arbeiten zusätzlich zwei Forstwarte plus ein Lehrling, im Kelleramt sind es vier. «Bei Engpässen können wir gegen Rechnung das Personal austauschen. Auch der Lehrling wird bewusst je nach Arbeiten in Zufikon oder im Kelleramt eingesetzt.»
Zusammenarbeit seit 1958
Von den Vorteilen dieser Zusammenarbeit sind auch der Zufiker Gemeindeschreiber Uwe Krzesinski und sein Vorgänger Felix Etterlin überzeugt. «Wir nutzen hier wirklich Synergien», meint etwa Uwe Krzesinski. «Es ist sehr unkompliziert, da alles über denselben Förster geht.» Urs Huber muss seine geleisteten Arbeitsstunden einfach beim entsprechenden Forstbetrieb aufschreiben. Die Abrechnung laufe dann über die Gemeindeverwaltung von Jonen.
Felix Etterlin arbeitete von 1974 bis 2018 in der Zufiker Gemeindeverwaltung. Ab 1977 war er Gemeindeschreiber. Er weiss: «Die Zusammenarbeit zwischen dem Fortbetrieb Zufikon und demjenigen des Kelleramtes gibt es bereits seit 1958. Der langjährige Förster Josef Gumann leitete denjenigen von Zufikon und Oberlunkhofen.» Bevor Gumann in Pension gegangen sei, fiel in Zufikon der Grundsatzentscheid, den eigenen Forstbetrieb in separater Rechtsform weiterzuführen, aber weiterhin auf denselben Chef wie Oberlunkhofen zu setzen. «Damals war absehbar, dass zu Oberlunkhofen auch der Forst von Arni und von Jonen hinzukommen würden. Das geschah dann auch bald und es entstand der Forstbetrieb Kelleramt», erinnert sich Etterlin. 2003 seien dann die Waldungen von Eggenwil noch in die Obhut des Forstbetriebs Zufikon gekommen.
Urs Huber wurde vor 30 Jahren nicht nur Nachfolger von Josef Gumann, sondern übernahm auch dessen Leidenschaft für die Eichen im Zufiker Emaus-Wald. «Diese Eichen waren Josef Gumann sehr wichtig», weiss der ehemalige Gemeindeschreiber. «Toll, dass daraus das heutige Eichenwald-Reservat entstanden ist, für das sich Urs Huber so stark einsetzt.»
18 Lehrlinge ausgebildet
Nicht nur für «seine» Eichen engagiert sich Urs Huber seit 30 Jahren, sondern auch für den Berufsnachwuchs. Aktuell bildet er mit Yannick Niederberger seinen 18. Lehrling aus.
Einige seiner ehemaligen Lernenden sind bereits Förster und führen eigene Betriebe. «Daran habe ich grosse Freude», so Huber.
Felix Etterlin schätzte während der gemeinsamen Berufszeit immer das Engagement des Försters und seine Weitsicht. Er lobt: «Dass wir in Zufikon den Grossteil der gemeindeeigenen Liegenschaften mit Holz aus dem eigenen Wald heizen, ist mit ein Verdienst von Urs Huber.» Auch für den Neubau eines Holzlagers im Nüeschhau habe sich der Förster eingesetzt. Eingeweiht wurde er 2019. «Dieser passt dort tipptop zum nahen Forsthaus», lacht Huber.
Waldumgang für alle geöffnet
Weniger gern erinnert sich der Förster dagegen an den Sturm Lothar zurück, der am 26. Dezember 1999 über die Schweiz fegte und viele Bäume umwarf. «Das war furchtbar, aber auch gleichzeitig eine Bewährungsprobe für die beiden Betriebe, die wir gut überstanden haben.» Die Auswirkungen dieses Sturmes sind bis heute im Wald sichtbar. Urs Huber spricht über diese auch 26 Jahre später immer wieder an den von ihm geführten Waldumgängen. «Die Öffentlichkeitsarbeit ist ihm sehr wichtig», weiss Felix Etterlin. «In Zufikon hat sich Urs Huber dafür eingesetzt, dass der jährliche Waldumgang der Ortsbürger für alle Einwohner geöffnet wurde. Er ist jedes Jahr ein sehr gut besuchter und beliebter Anlass.»
Der ehemalige Gemeindeschreiber betont, dass Zufikon mit Urs Huber einen Förster hat, der auch auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs achtet. «Das macht er unter anderem, in dem er auch Privatholzerei anbietet und mit seinen beiden Betrieben Unterhaltsarbeiten für die fünf Gemeinden ausführt. Huber selbst ist überzeugt, dass die heutige Organisationsform immer noch die richtige ist. «Geht es nach mir, sollte der Forstbetrieb Zufikon eigenständig bleiben. Zusammen mit meinem Forstteam im Rücken möchte ich mit Freude auch die künftigen Herausforderungen anpacken.»

