Das rundum sanierte Stierli-Haus in der Altstadt wurde feierlich eingeweiht
Die Stadt lud am Freitagabend gemeinsam mit der Metzgerei zu einer besonderen Eröffnungsfeier. Das Stierli-Haus konnte nach fast zwei Jahren Bauzeit bezogen werden.
«Es ...
Das rundum sanierte Stierli-Haus in der Altstadt wurde feierlich eingeweiht
Die Stadt lud am Freitagabend gemeinsam mit der Metzgerei zu einer besonderen Eröffnungsfeier. Das Stierli-Haus konnte nach fast zwei Jahren Bauzeit bezogen werden.
«Es ist mir eine besondere Ehre, diese Eröffnungsrede halten zu dürfen», sagte am Freitagabend Bremgartens Vizeammann Doris Stöckli. «Es ist gewissermassen wie ein Heimkommen.» Vor mittlerweile 53 Jahren hat die heute 67-Jährige hier bei Paul und Lisbeth Stierli eine Lehre als Charcuterieverkäuferin gemacht. «Davon nehme ich ganz viele Erinnerungen mit», lächelte sie in das Rund der gegen 100 Anwesenden, die sich hier versammelt hatten, um ein für Bremgarten bedeutendes Ereignis zu begehen: die Wiedereröffnung des Stierli-Hauses und dessen Metzgerei.
Einst eine Markthalle
Denn für das Gebäude der Marktgasse 33 gilt insgesamt, was Metzgerei-Pächter Roberto Colagiero in seiner Rede für seinen Betrieb ausführte: «Für uns ist das weit mehr als nur ein Einzug. Es ist der Beginn einer Ära.» Auch für Bremgartens Altstadt ist das Gebäude gleich nach dem Spittelturm, das die Marktgasse und die Rechengasse spaltet, von übergeordneter Bedeutung. Über 6 Millionen Franken haben Kauf und Sanierung durch die Ortsbürger gekostet. Neben Metzgerei inklusive Produktionsstandort im Kellergeschoss und Personalräumlichkeiten im ersten Stock, sind auch zwei grosszügige Wohnungen entstanden. Wobei der historischen Bedeutung der Liegenschaft beim Umbau stets Rechnung getragen wurde, wie auch Architektin Beatrix Oswald betonte – auch sie hielt zur Eröffnung eine kurze Ansprache.
«Das Haus wurde um 1570 ursprünglich als Markthaus erbaut, unter dessen Arkaden die Marktfahrer ihre Waren feilboten», erklärte sie. Seither hat es sich viele Male gewandelt, bis es 1959 zur Heimat einer Altstadt-Metzgerei wurde. «Wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Generationen hier gelebt und gewirkt haben, geht man mit einer gewissen Ehrfurcht an die Arbeit», sagte Oswald. Zumal der Umbau ein anspruchsvoller gewesen sei. «Immer wieder trafen wir auf Überraschungen.» Gegen 200 Personen haben dabei mitgewirkt, dass das Gebäude nun, nach fast zwei Jahren Totalsanierung, in neuem Glanz erstrahlt.
Investition in die Zukunft
Schmuck ist es geworden, das «neue» Stierli-Haus. Darin waren sich anlässlich der grossen Eröffnung alle einig. Und so genoss man an einem goldenen Herbsttag draussen die Köstlichkeiten der Gourmet-Metzgerei, welche hier nun wieder einziehen durfte. Zugegen waren auch die beiden Töchter von Paul Stierli. Was dessen ehemaliger Lernenden eine besondere Freude war. Gemeinsam mit Frau Vizeammann Stöckli begaben sich die beiden nach dem offiziellen Teil auf eine Führung durch ihr einstiges Elternhaus. Und konnten sich so selbst davon überzeugen, wie behutsam, sorgfältig und hochwertig hier an einem bedeutenden Bremgarter Gebäude Hand angelegt worden ist. Sodass das Altstadt-Metzgerei-Erbe der Stierlis noch viele Jahre den Ladenmix beleben soll. --huy