Neues Altstadtrestaurant
12.04.2024 BremgartenIm Mai feiert das «Zum Turm» Eröffnung
Der bekannte «Luna Rossa»- Wirt Sylejman Zogaj betreibt bald ein zweites Bremgarter Restaurant.
Neben dem Spittelturm kann schon bald wieder eingekehrt werden. Im einstigen ...
Im Mai feiert das «Zum Turm» Eröffnung
Der bekannte «Luna Rossa»- Wirt Sylejman Zogaj betreibt bald ein zweites Bremgarter Restaurant.
Neben dem Spittelturm kann schon bald wieder eingekehrt werden. Im einstigen «Kreuz», das die letzten zweieinhalb Jahre das «Gnusswerk» war, eröffnet Mitte Mai ein neues Restaurant. Wirt Sylejman Zogaj wird beim Bremgarter Altstadteingang Küche für jedermann anbieten. Von gutschweizerisch über Gegrilltes bis hin zur leichten mediterranen Küche. Dank attraktiven Öffnungszeiten und erschwinglichen Preisen möchte «Zum Turm» ein Restaurant für alle sein. --huy
Ein Restaurant für alle sein
«Zum Turm» folgt auf das «Gnusswerk» – Eröffnung im Mai
«Luna Rossa»-Wirt Sylejman Zogaj wagt die Eröffnung eines zweiten Restaurants in der Altstadt. Neben dem Spittelturm will er künftig bürgerliche und mediterrane Küche anbieten – und allenfalls draussen grillieren. Dem Eingangstor Bremgartens soll viel Leben eingehaucht werden.
Marco Huwyler
Es gibt einige Restaurantlokale in Bremgartens Altstadt, die momentan leer stehen. Doch glücklicherweise dauert es nicht überall Monate oder gar Jahre, bis sie wieder mit Leben gefüllt werden. Wenige Tage nach der Schliessung des «Gnusswerks» ist bereits wieder emsiges Treiben im langjährigen «Kreuz» neben dem Spittelturm zu vernehmen. Die Schlüsselübergabe ist erfolgt. Der neue Pächter bereitet sich auf die Eröffnung im Mai vor.
Der Mann, der hier künftig wirten wird, ist in Bremgarten ein Altbekannter. Sylejman Zogaj. Der gebürtige Kosovare bekocht seit neun Jahren Altstadtbewohner und -besucher im «Luna Rossa» neben dem Rathaus. Ein Wirt aus Leidenschaft. Einer der im Kochen und Gastgeberdasein seine Passion gefunden hat. Zogaj kennt im Städtli fast jeden. Mit vielen seiner Gäste ist er schon lange per Du. «Meine Stärke ist es – neben dem eigentlichen Kochen natürlich – dass ich auf die Menschen eingehen kann», sagt Zogaj. Sowohl persönlich als auch kulinarisch. Er wisse, wer was möge und koche für viele seiner regelmässigen Gäste auch gerne individuell angepasste Gerichte. So entsteht Exklusivität und Nähe. «Wer einmal bei mir war, kommt in der Regel gerne wieder», lächelt er. Deshalb ist das «Luna Rossa» auch eine Erfolgsgeschichte und blieb dies, nachdem in der Altstadt eine zweite Pizzeria eröffnete.
Manch ein Wirt wäre damit restlos zufrieden und würde sich zurücklehnen. Doch nicht so Sylejman Zogaj.
Neue Gäste erreichen
Das «Kreuz» neben dem Spittelturm war ein Restaurant, das ihm schon als er nach Bremgarten kam ins Auge gestochen ist. «Die Lage der Lokalität ist fantastisch», findet er. Anderes als das «Luna Rossa», das in der Sternengasse ein wenig versteckt ist, kommt praktisch jeder Altstadtgänger automatisch daran vorbei. «Das Lokal hat deshalb unglaublich viel Potenzial», sagt Zogaj.
Gerade für Gäste, die normalerweise nicht in sein Restaurant finden. «Hier erreicht man auch Touristen und Laufkundschaft.» Der «Luna Rossa»-Wirt beobachtete die Situation neben dem Spittelturm in den letzten Jahren deshalb immer interessiert. Nach dem Aus des «Kreuzes» ergab sich ein Engagement noch nicht. Nun, zweieinhalb Jahre später wollte Zogaj seine Chance packen. Vorpächter Juri Tirez und Hausbesitzer Sandro Comolli kennt er seit Jahren. Eine Einigung war nach dem Aus des «Gnusswerk» schnell gefunden.
Ein unverkennbarer Name
«Zum Turm» wird das neue Restaurant von Zogaj am Obertorplatz heissen. Angelehnt an die exklusive Lage direkt neben dem Spittelturm. «Ich habe lange daran rumstudiert», sagt Zogaj. Etwas Spanisches? Oder Englisches? Oder wieder Italienisch? Nein, das passte irgendwie nicht zu dem, was dem neuen Pächter vorschwebt. Eingängig soll der Name sein. Für alle ein Begriff. Und passend zu Bremgarten. «Da stand ich vor wenigen Wochen neben dem Obertor-Kiosk meines Sohnes (vgl. dazu BBA vom 8.3., d. Red.), blickte Richtung Altstadt – und plötzlich war der Name logisch», schmunzelt Zogaj. Der Spittelturm, das Wahrzeichen Bremgartens.
Ein Monument, das jeder kennt und das man von überall her sieht – was läge da näher, als das Restaurant gleich daneben, damit zu verknüpfen. «Es ist ein Name, der gewiss allen bleibt und unverkennbar ist», findet Zogaj. «Das passt. Schliesslich wollen wir hier auch ein Restaurant für alle sein.»
Möglichst immer offen
Das Restaurant «Zum Turm» soll dementsprechend viele Ansprüche erfüllen. Saisonal will Zogaj hier kochen. Mediterran. Aber auch traditionell und gutschweizerisch. Zogaj freut sich darauf, sein Repertoire nach dem rein italienischlastigen «Luna Rossa» wieder zur vollen Entfaltung zu bringen. Er, der seit 27 Jahren Koch ist und dabei schon Erfahrungen in vielen Schweizer Spitzenküchen unterschiedlichster Stilrichtungen sammeln konnte.
Ganz wichtig ist es dem Wirt, dass sich in seinem «Zum Turm» ein vielfältiges Publikum einfindet. «Ich will keine exklusive, gehobene Küche anbieten, die sich nur wenige leisten können», sagt er. Ausserdem solle man in seinem Restaurant auch etwas für den kleinen Hunger oder Durst bestellen können. «Es muss nicht immer gleich ein Menü sein.» So sollen vermehrt Spontanbesuche zustande kommen, von Leuten, die gerne einfach ein bisschen auf dem Obertorplatz höckeln möchten und sich dabei etwas Kleines gönnen. «Ich möchte, dass dieses Restaurant ein Ort ist, an dem das Leben stattfindet», sagt Zogaj. Deshalb will er auch möglichst oft geöffnet haben. Vorerst ist kein Ruhetag eingeplant. Von Montag bis Sonntag sollen Gäste empfangen werden – und das nach Möglichkeit mit durchgehenden Öffnungszeiten von Mittag bis Abend.
Der Bruder als rechte Hand
Es ist also wahrlich viel, das sich Zogaj vornimmt. Da liegt die Frage auf der Hand, ob er nicht Gefahr läuft, sich zu übernehmen. Doch Zogaj beschwichtigt. «Nein, ich denke, dass wir das gemeinsam meistern können», sagt er. Mit wir, meint er vor allem seine Familie. Bruder Fehmi ist ihm vor rund zwei Jahren nach Bremgarten gefolgt. Seither ist er, der zuvor in Italien als Koch arbeitete, die rechte Hand Sylejmans, die diesem Luft gibt. «Es ist schön, dass ich solche Leute um mich habe, auf die ich mich 100-prozentig verlassen kann», sagt Zogaj. «Wir werden hart arbeiten, aber es wird sich auszahlen.»
Zugute kommt dem Bremgarter Wirt, dass er im Lokal neben dem Spittelturm nicht etwas von null auf aufbauen muss. So ist der Start leichter. Vieles von der Einrichtung und Küche kann Zogaj von Vorpächter Juri Tirez übernehmen, der vor zweieinhalb Jahren alles neu renoviert und für ein modernes Restaurant an dieser Lage perfektioniert hat. «Ich bin Juri freundschaftlich verbunden und sehr dankbar, dass wir die Übergabe so unkompliziert und fair für uns beide abwickeln konnten», betont Zogaj. Im Innern braucht der neue «Turm»-Wirt daher gar nicht allzu viel zu tun vor der Wiedereröffnung. «Der Fokus soll vor der jetzigen Frühlings- und Sommersaison erst mal auf der Gartenwirtschaft liegen.»
Gestaltungsfreiraum gewünscht
Der Aussenbereich sei essenziell für ein Restaurant hier, sagt Zogaj. Doch da es sich um öffentlichen Grund handelt, ist Zogaj auch auf Kooperation der Stadt angewiesen. Und auf ein Gassenreglement, das den Wirten wohlwollend gesonnen wäre. Da gibt es in Bremgarten bekanntlich noch Verbesserungspotenzial. Gerade mit der für viele unverständlichen Saisonregelung, wonach Wirte in der «Wintersaison» vom 15. Oktober bis zum 15. April nicht hinausstuhlen dürfen. Damit hat auch Zogaj seine liebe Mühe. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass dies ändert», sagt er. Auch sonst hofft der Bremgarter auf möglichst wenige Vorschriften, die ihm beim Wirten vor seinem «Zum Turm» in die Quere kommen. Gerne würde er den Aussenbereich möglichst einladend gestalten. Allenfalls auch gerne draussen grillieren. «Zum jetzigen Zeitpunkt weiss ich aber noch nicht, ob und wie mir das gestattet sein wird», sagt Zogaj. Abklärungen laufen. «Wie bei vielem gilt auch hier: Es gibt noch einiges zu tun vor der Eröffnung», lächelt er.
Auch «Luna Rossa» soll bleiben
Läuft alles nach Plan, wird das Restaurant «Zum Turm» in der ersten Maihälfte eröffnet. Das genaue Datum steht noch nicht fest. Klar dagegen ist, dass das «Luna Rossa» wie bis anhin weiterbetrieben wird. Pläne, sich ganz auf das neue Restaurant zu konzentrieren, hegt Zogaj keine. «Das ‹Luna Rossa› ist mein Baby. Das kann ich nicht einfach aufgeben», sagt er mit Vehemenz und zeigt dabei auf das Interieur. Auf Regale, die er selbst geschreinert, eine Wand, die er selbst verputzt hat. Und auf einen Boden, den er selbst verlegte. «Hier ist und bleibt mein Herz verankert», sagt er. Das neue Restaurant dagegen sei vorerst die Verwirklichung einer Vision. «Doch, wenn alles nach Plan läuft, wird das ‹Zum Turm› sehr bald ebenso in mein Herz geschlossen.» Und, wie er hofft, auch in dasjenige möglichst vieler Bremgarterinnen und Bremgarter.