Neue Mantelorganisation geplant
23.04.2024 MutschellenEine statt zwei Organisationen
Projekt «Rego» soll in Spitex und Alterszentren zu Kosteneinsparungen führen
Die Spitex Mutschellen-Reusstal und der Gemeindeverband Regionale Alterszentren möchten enger zusammenarbeiten. ...
Eine statt zwei Organisationen
Projekt «Rego» soll in Spitex und Alterszentren zu Kosteneinsparungen führen
Die Spitex Mutschellen-Reusstal und der Gemeindeverband Regionale Alterszentren möchten enger zusammenarbeiten. Dafür soll es eine neue Mantelorganisation geben.
Roger Wetli
«Rego» ist ein Projekt, dessen 15-seitiger Entwurf aktuell bei den Gemeinderäten der Mitgliederorte der Spitex Mutschellen-Reusstal und des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren vorliegt. Mitte Mai werden sie diesen gemeinsam besprechen und damit einen Vorentscheid fällen, ob die Stossrichtung stimmt. «Wir möchten mit diesem Projekt die Kosten auf der Ebene des Vorstandes und der Leitung senken. Es handelt sich aber um keine Fusion», erklärt Peter Spring, Präsident des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren. Die Präsidentin der Spitex Mutschellen-Reusstal Brigitte Weibel betont: «Bei den Klienten und Angestellten wird nicht gespart.» Neu soll es einen einzigen Vorstand geben. Dieser ist zusammengesetzt aus fünf bis sieben Fachpersonen und Gemeinderäten. Zudem gibt es künftig zwei Delegiertenversammlungen. Gemeinden, welche nur bei der Spitex oder den Alterszentren mitmachen, werden an den Versammlungen nur bei der jeweiligen Organisation Stimmrecht haben. Die Geschäftsleitung besteht aus drei bis vier Personen. Tiefer in der Hierarchie verbleiben die Angestellten bei ihren bisherigen Organisationen unter Vertrag. Mit dieser schlanken Mantelorganisation möchten Weibel und Spring die Spitex und den Gemeindeverband fit für die Zukunft machen. «Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen der Gemeinderäte. Sind sie total gegen unseren Entwurf, suchen wir nach anderen Lösungsansätzen. Sind sie dafür, werden wir das Projekt verfeinern und zur Vernehmlassung senden. Entscheiden werden aber die Gemeindeversammlungen», so Spring.
Spitex Mutschellen-Reusstal und Gemeindeverband Regionale Alterszentren sollen enger zusammenarbeiten
Eine gemeinsame Mantelorganisation möchten die Vorstände der Spitex Mutschellen-Reusstal und des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren gründen. Ihr Vorschlag für das Projekt «Rego» wird momentan in den Gemeinderäten besprochen.
Roger Wetli
«Mit diesem Vorschlag kommen wir den Wünschen der Gemeinden entgegen, welche sich bei der Spitex mehr Mitspracherecht und generell tiefere Kosten im Gesundheitswesen wünschen», erklärt Peter Spring, Präsident des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren und Gemeindeammann von Widen. Brigitte Weibel amtet als neue Präsidentin der Spitex Mutschellen-Reusstal. Sie betont: «Für die Klienten und die Angestellten der beiden Organisationen ändert sich durch die neue Struktur nichts. Die Angestellten bleiben weiterhin bei der Spitex oder den Regionalen Alterszentren unter Vertrag. Wir möchten aber beim Vorstand und im obersten Kader Geld einsparen und Synergien schaffen, um damit günstiger zu werden.» Peter Spring ist sich bewusst: «Der Kostendruck ist da. Wir müssen etwas machen.»
Das Projekt «Rego» sieht vor, dass ein neuer Gemeindeverband mit gemeinsamem Vorstand und Geschäftsleitung und eigenständigen Sparten gegründet wird. Eine Geschäftsleitung mit drei bis vier Personen soll das operative Geschäft leiten. Entlassungen werde es deshalb nicht geben. Dies, weil bei den Alterszentren die Finanzchefin gekündigt hat und bei der Spitex zurzeit die Geschäftsleitung vakant ist.
Nur noch ein Vorstand
Neu soll es zudem einen einzigen Vorstand mit fünf bis sieben Mitgliedern geben. Dieser besteht aus Gemeindevertretern und Fachpersonen. Dazu kommt eine Abgeordnetenversammlung, welche im Frühling über die Jahresrechnung und im Herbst über das Budget entscheidet. «Anstatt vier Versammlungen für zwei Organisationen würde es mit ‹Rego› künftig nur noch zwei geben», so Spring. Durch die neue Mantelorganisation erhalten die Gemeinden auch bei der Spitex ein Mitbestimmungsrecht. Zurzeit ist diese als Verein organisiert, womit die Gemeinden nur am Rande involviert sind.
Im Gemeindeverband Regionale Alterszentren machen zurzeit zehn Gemeinden mit, bei der Spitex Mutschellen-Reusstal sind es 14. «An den Abgeordnetenversammlungen werden zwar alle Gemeindevertreter teilnehmen können, aber nur Stimmrecht bei der jeweiligen Sparte haben», gibt Brigitte Weibel Einblick. Die neue Mantelorganisation wird über die drei Sparten Spitex, Alterszentren und Liegenschaften der Alterszentren verfügen. «Es handelt sich nicht um eine Fusion, sondern um einen rechtlichen Zusammenschluss unter einem gemeinsamen Dach mit identischen Satzungen, aber eigenen Rechnungsführungen. Im Alltag gibt es bereits jetzt viele Berührungspunkte. So haben wir zum Beispiel in den Alterszentren kurzfristig Bewohner, die später durch die Spitex zu Hause betreut werden», weiss Brigitte Weibel.
Sie und Peter Spring sehen in der neuen Mantelorganisation nur Vorund keine Nachteile. Vor allem weil im Vorstand, in der Geschäftsleitung und bei den Stabsstellen Synergien genutzt werden.
Treffen Mitte Mai
Entschieden ist allerdings noch nichts. «Unser Entwurf für mögliche Satzungen enthält 15 Seiten. Wir haben diesen an die jeweiligen Gemeinderäte mit dem Ressort Gesundheit gesendet», so Peter Spring. «Mitte Mai werden wir den Entwurf mit allen Gemeindevertretern besprechen und mögliche Änderungswünsche prüfen. Bei einer grossmehrheitlichen Zustimmung zum Projekt werden die Satzungen den Gemeinderäten aller Verbandsgemeinden zur Vernehmlassung zugestellt», so Weibel.«Ob es diesen neuen Gemeindeverband wirklich geben wird, entscheiden die Gemeindeversammlungen.» Der Entwurf ist also vorhanden, trotzdem möchten Peter Spring und Brigitte Weibel noch keinen Zeitplan nennen. «Dafür gibt es zu viele unbekannte Faktoren», betonen sie.
Beide sind von «Rego» überzeugt. Peter Spring unterstreicht: «Was wir vorhaben, ist grundsätzlich nichts Neues. Bereits heute gibt es andere Verbände, die ähnlich organisiert sind.» So etwa die «vaka», den Dachverband der Spitäler, Kliniken, Pflegeinstitutionen und Spitex-Organisationen im Kanton Aargau. «Wir glauben daran, dass dieses Modell auch bei uns viel bringen wird. Den Bewohnern von Zufikon dürfen wir versichern, dass ein Wechsel in eine andere Organisation nicht notwendig ist, weil bei einer Umsetzung des Projektes den Anforderungen an qualitativ und kostenmässig konkurrenzfähige Dienstleistungen im Gesundheitswesen besser entsprochen wird.»


