Die Eggenwiler Feuerwehr bewies an der Hauptübung ihr Können
Letzten Samstag lud die Feuerwehr Eggenwil zu ihrer Hauptübung auf dem Areal der ehemaligen Schweinemästerei ein. Hautnah konnte die Bevölkerung miterleben, wie zwei Menschen und ein ...
Die Eggenwiler Feuerwehr bewies an der Hauptübung ihr Können
Letzten Samstag lud die Feuerwehr Eggenwil zu ihrer Hauptübung auf dem Areal der ehemaligen Schweinemästerei ein. Hautnah konnte die Bevölkerung miterleben, wie zwei Menschen und ein Hund aus dem brandgefährdeten Bau evakuiert wurden.
Albert Schumacher
Kurz vor Beginn der Veranstaltung herrschte noch ländliche Ruhe rund um die ehemalige Schweinemästerei. Ein Turmfalkenpaar jagte durch die warme Herbstluft über dem Dach des stillgelegten Betriebs, wegen seiner Nischen und Spalten begehrter Nistplatz für die Greifvögel. Dann veränderte sich die Szenerie zusehends. Vom Dorfkern her näherte sich eine kleine Völkerwanderung von über 200 Eggenwiler Schaulustigen, die sich neugierig möglichst im Schatten eines Baumes neben dem Übungsobjekt versammelten.
Schon zwängte sich Rauch durch Türen und Fenster an der Süd- und Westfront des Gebäudes. Nicola Altschul, der neue Feuerwehrkommandant, alarmierte seine Truppe und den Einsatzleiter; der Verkehrsdienst bekam zur Freude des Kommandanten einen ganz konkreten Auftrag wie im Ernstfall: Er sperrte eine Fahrspur der Badenerstrasse ab, und nach kurzer Zeit fuhr das erste Tanklöschfahrzeug am Brandort vor – mit Martinshorn und Blaulicht samt Besatzung in Vollmontur.
Zielstrebigkeit und Tempo gezeigt
Schläuche wurden emsig ausgerollt, Kupplungen und Strahlrohre montiert. Das Szenario sah gemäss dem Kommandanten vor, dass eine um Hilfe schreiende Bäuerin und ihr Sohn – im Fensterrahmen sichtbar – sowie Hund Raksha noch im ersten Stock des Gebäudes weilten und gerettet werden mussten. Um ins Erdgeschoss und zum ersten Stock vorzudringen, brach die Feuerwehr mit der Rettungssäge und dem sogenannten Halligan-Tool, einer Kombination von Beil und Hebelschneide, zielstrebig Türen und Fenster auf.
Der Atemschutztrupp installierte einen Ventilator, der einen Sichttunnel durch die Rauchwand blies, und drang dann ins Hausinnere ein. Über Leitern wurden die Gefährdeten gesichert, ins Freie evakuiert und von der Sanität versorgt. Dabei wurde der elementare Grundsatz umgesetzt, dass zuerst unbedingt Menschen zu retten sind. Gleichzeitig waren aber bereits Schlauchspritzen im Einsatz, welche drohende Brandherde an der Hausfassade gezielt in Schach hielten. Man staunte über Geläufigkeit, Tempo und Sicherheit der Aktionen.
Ein dankbares Übungsobjekt für die Feuerwehr
Jung und Alt verfolgte bei sommerlichen Temperaturen gespannt und beeindruckt die komplexe halbstündige Aktion. Sie brachte das Feuerwehrpersonal unter der Uniform arg ins Schwitzen. Nicola Altschul, der neue Eggenwiler Feuerwehrkommandant, war zufrieden: «Für die Feuerwehr ist es praktisch, an einem abbruchreifen Objekt eine Übung zu inszenieren.» Die Schweinemästerei soll übrigens zeitnah rückgebaut werden. Am selben Ort soll bald eine Produktionshalle der A. Staffelbach AG mit Büros und einer Attikawohnung entstehen.
Nicola Altschul nahm an der Hauptübung die Gelegenheit war, einige Mitglieder der Feuerwehr zu ehren oder zu befördern und Werbung in eigener Sache zu machen. Am 24. Oktober wird für Interessierte ein Infoabend im Feuerwehrmagazin stattfinden. Er konstatierte hoch erfreut: «Im letzten Herbst gelang es uns, 12 neue Leute zu rekrutieren.» Generell lobt Altschul die herrschende Unterstützung durch Gemeinderäte und Gemeindeverwaltung, die voll hinter der Feuerwehr stehen. Seine Arbeit sei zwar anstrengend, aber ein derart motiviertes Korps beflügle ihn enorm.