Mehr Sichtbarkeit und Koordination
27.03.2026 Bremgarten, Umfragen, KulturAuswertung der Umfrage zum Kultursekretariat liefert Grundlagen für das Konzept
Die Stadt Bremgarten hat ihre Bevölkerung und Kulturszene angehört und daraus konkrete Schritte für die Zukunft abgeleitet. Die ausgearbeiteten Handlungsfelder mit den ...
Auswertung der Umfrage zum Kultursekretariat liefert Grundlagen für das Konzept
Die Stadt Bremgarten hat ihre Bevölkerung und Kulturszene angehört und daraus konkrete Schritte für die Zukunft abgeleitet. Die ausgearbeiteten Handlungsfelder mit den angestrebten Wirkungen sollen nun vom Kultursekretariat umgesetzt oder koordiniert werden.
Sabrina Salm
Bremgarten verfügt über ein lebendiges Kulturleben mit bis zu 250 Anlässen jährlich. Doch wer behält den Überblick? Wo finden Kulturschaffende Unterstützung, wie erfahren die Bürgerinnen und Bürger von den vielen kleinen und grossen Events und welche Aufgaben werden von einem Kultursekretariat gewünscht? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Stadt in den vergangenen Monaten einen intensiven Partizipationsprozess gestartet. Viele verschiedene Gespräche und Workshops mit Kulturakteuren sowie eine Online-Umfrage wurden gemacht. Die Ergebnisse daraus wurden ausgewertet und bilden eine wichtige Grundlage für das künftige Kultursekretariat.
Zufrieden mit der Beteiligung
Über einen Monat lang lief die Online-Umfrage. 274 Personen, davon 212 oder 77 Prozent aus Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln, nahmen teil. Die Verantwortlichen zeigen sich mit der Resonanz zufrieden. «Man musste sich Zeit nehmen dafür. Das ist keine Selbstverständlichkeit, zumal wir in letzter Zeit viele Umfragen hatten», weiss es Stadträtin Claudia Bamert zu schätzen. Die Teilnehmerzahl sei zwar nicht mit der Gesamteinwohnerzahl vergleichbar, aber durchaus mit der Präsenz an einer Gemeindeversammlung. Die meisten Umfrageteilnehmenden waren mit 51 Prozent primär kulturinteressierte Einwohner, gefolgt von 30 Prozent, die angaben, beide Perspektiven seien für sie relevant. 19 Prozent gaben an als Kulturakteure (Vereine, Veranstalter, Künstler) an der Befragung teilzunehmen. Das Durchschnittsalter lag bei 52 Jahren.
Die Erkenntnisse der Erhebungen zeigen, dass es Luft nach oben hat. Besonders häufig genannt wurden die fehlende Übersicht über Veranstaltungen, mangelnde Terminkoordination sowie der Wunsch nach einer zentralen Plattform. «Alles auf einen Blick», so bringt es die Auswertung auf den Punkt. «Man will sich die Informationen nicht mühsam zusammensuchen müssen», interpretiert Projektmitarbeiterin Kultur Yaël Kaiser.
Überraschende Zahlungsbereitschaft
Regelmässige Treffen werden von den Kulturakteuren zwar nicht zwingend gefordert. «Doch ein- bis zweimal jährlich eine koordinierte Abstimmung der Anlässe wird klar gewünscht», so Kaiser. Stadtschreiber-Stellvertreterin Maja Schelbert ergänzt: «Damit könnten Überschneidungen vermieden und Synergien besser genutzt werden.» Auch digitale Angebote wie eine zentrale Website Kultur, ein Kulturkalender oder ein digitaler Newsletter stehen hoch im Kurs. «Klassische Kommunikationsmittel wie Flyer, Plakate und lokale Medien sind aber nach wie vor beliebt», erzählt Schelbert. Insgesamt lässt sich sagen: Die Befragten wünschen sich mehr Sichtbarkeit – und Unterstützung dabei. Weiter wurde genannt, dass bezahlbare Räume fehlen sowie Nachwuchssorgen die Vereine beschäftigen.
Besonders spannend war die Frage nach der finanziellen Ausgestaltung des Sekretariats. Die Teilnehmenden konnten zwischen drei Varianten wählen: dem kostenneutralen «Ist-Zustand», einer Variante Plus (50 000 Franken Mehrkosten) und einer Variante Fokus (100 000 Franken Mehrkosten). 48 Prozent der Bremgarterinnen und Bremgarter sprachen sich für den Ist-Zustand aus, 34 Prozent für eine erweiterte «Plus»-Variante und 18 Prozent für eine umfassende «Fokus»-Lösung. «Dass ein beachtlicher Anteil zusätzliche Mittel befürwortet, hat uns überrascht», sagt Claudia Bamert. Wie die Stadträtin aber festhält, wird das neue Konzept im Rahmen des bestehenden Budgets umgesetzt. «Es kommen keine zusätzlichen Kosten auf Bremgarten zu.»
Umsetzung erfolgt schrittweise
«Aus den Ergebnissen der Beteiligungsformate wurden nun sechs Handlungsfelder definiert, die schrittweise umgesetzt werden sollen», erklärt Yaël Kaiser. Diese sind: Beratung und Unterstützung, Vernetzung und Koordination, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Förderung und Finanzierung, Nachwuchs und Jugend sowie Infrastruktur und Ressourcen. Konkret soll das Kultursekretariat als zentrale Anlaufstelle dienen, Kulturakteure beraten, Veranstaltungen koordinieren und die Sichtbarkeit des kulturellen Angebots von Bremgarten nach innen und aussen stärken. «Ausserdem soll die Kulturförderung transparenter, fairer und langfristig wirksamer gestaltet werden sowie ein Konzept für die gerechte Vergabe von Räumen und Infrastruktur geschaffen werden.»
Kultur stärken
Die Umfrageergebnisse und die Handlungsfelder wurden an einem Austauschanlass von dieser Woche erneut mit Kulturakteuren diskutiert. Das Kultursekretariat wird als Unterstützungs- und Anlaufstelle sehr begrüsst. Es dürfe aber nicht dazu führen, dass die Freiwilligenarbeit abnimmt, sondern soll sie sinnvoll ergänzen. Begrüsst wurde auch eine ansprechend gestaltete Website für Kulturakteure und Besuchende. Eine Idee, die am Anlass direkt eingegeben wurde, bezieht sich auf die Infrastruktur. So soll ein Helfertool aufgebaut und eine Materialliste (zum Ausleihen von Material von anderen Vereinen) geführt werden. Ebenfalls wäre eine digitale Infosäule in der Altstadt wünschenswert.
Die Vorarbeiten sind nun gemacht. Jetzt können die Optimierungen erfolgen, damit das Kultursekretariat für die Bevölkerung greifbar wird. Um das zu stärken, was in Bremgarten bereits gelebt wird: die Kultur.


