Mehr als nur eine Firmengeschichte
25.08.2023 BremgartenDie Utz Gruppe realisierte ein beeindruckendes Jubiläumsbuch zum 75-jährigen Bestehen
Georg Utz gründete am 1. Mai 1947 in Zürich unter dem Motto «Ein Ziel, ein Wille, ein Weg» die Georg Utz Werkzeug- und Apparatebau. Im Rahmen einer ...
Die Utz Gruppe realisierte ein beeindruckendes Jubiläumsbuch zum 75-jährigen Bestehen
Georg Utz gründete am 1. Mai 1947 in Zürich unter dem Motto «Ein Ziel, ein Wille, ein Weg» die Georg Utz Werkzeug- und Apparatebau. Im Rahmen einer festlichen Buchvernissage im Bremgarter Zeughaussaal feierte die Utz Holding AG die Fertigstellung des Jubiläumsbuchs «Ein Ziel, ein Wille, ein Weg».
Walter Minder
Als Georg Utz den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war er 32 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, denen später noch vier weitere folgten. Bald gehörte seine Firma dank seiner Innovationskraft, seiner Qualitätsorientierung, seinem Willen und seinem Feeling für erfolgversprechende Nischen zu den wichtigsten Herstellern von Spritzgusswerkzeugen im Land. In den frühen 1950er-Jahren erwarb er das Patent für den Zickzack-Apparat für Nähmaschinen. Er perfektionierte das Produkt und konnte bald einmal mit der New Yorker Singer Company sein erstes grosses Geschäft abschliessen.
Da der Platz in Zürich nicht mehr ausreichte, verlegte er 1953 den Firmensitz nach Bremgarten, wo er sich in einem Gebäude der ehemaligen Seidenweberei einmietete. 1957 kaufte er die gesamte Fabrikliegenschaft inklusive einer grossen Landreserve – ein wichtiger Pfeiler für die erfolgreiche Entwicklung der Georg Utz AG.
Ende der 50er-Jahre liess die Nachfrage nach dem Zickzack-Apparat schlagartig nach – und einmal mehr hatte Georg Utz die richtige Weichenstellung mit der Anschaffung einer Spritzgiessmaschine für die Kunststoffverarbeitung bereits vollzogen. Heute produziert die Utz Gruppe an acht Standorten auf drei Kontinenten mit rund 1350 Mitarbeitenden für globale Unternehmen wie Daimler, Lavazza oder Toyota nachhaltige Mehrweglogistik-Verpackungen und technische Teile aus Kunststoff.
Einblick in das Unternehmen und die Familie
Die Zürcher Autorin Esther Hürlimann hat in den vergangenen vier Jahren unzählige Gespräche, Interviews und persönliche Begegnungen mit Familienmitgliedern, langjährigen Weggefährten der Firma, ehemaligen Mitarbeitenden und dem aktuellen Management geführt. Zudem diente ihr das umfassende Archivmaterial als Informationsquelle. Im Buch wird aus Sicht der heutigen Inhaberfamilie beschrieben, weshalb sich das Unternehmen weiterhin mehrheitlich in ihrem Besitz befindet und weshalb es sich lohnt, sich immer wieder mit den eigenen Wurzeln und Werten zu befassen. Es ist gleichzeitig ein Plädoyer für Familienunternehmen, sind doch in diesen langfristiges Denken, wertbasierte Strategien und Wertschätzung der Mitarbeitenden stärker vorhanden als in anonymen, von Shareholdern geprägten Firmen.
Ein spezielles Podiumsgespräch
In seiner von vier bekannten Hollywood-Filmen ausgehenden Einführung an der Buchvernissage baute Frank Storrer aus deren Inhalten vergleichende Brücken zur Geschichte der Georg Utz AG. Dann moderierte Beatrice Müller ein manchmal auch emotionales Podiumsgespräch mit Heiner Utz, Dieter Utz, Nicola Sporrer, Michael Utz und Esther Hürlimann. Mit ihren Fragen lud sie die Podiumsteilnehmer ein, sich zu sehr unterschiedlichen, zum Teil persönlichen Themen zu äussern. Insbesondere ging es immer wieder um das Verhältnis «Familie und Unternehmen» und um die gegenseitigen Impulse und Herausforderungen. Dabei erfuhren die rund 100 Gäste, dass die Buchvorbereitungen innerhalb der Familie zu intensiven Gesprächen geführt und manche bisher verschlossene Tür geöffnet haben. Nicola Sporrer: «Die Gespräche haben letztlich dazu geführt, dass das Jubiläumsbuch nicht die geplanten 180, sondern 368 Seiten umfasst.» Immer wieder war für die Zuhörerinnen und Zuhörer spürbar, welche Wechselwirkungen die Verbindung «Unternehmen und Familie» auslöst und warum die Utz Gruppe in ihrer jetzigen Konstellation so erfolgreich unterwegs ist.
Vor dem Apéro liess Jonas Raeber in seinen spontan entstandenen Cartoons den Tag nochmals aufleben, bevor Heiner Utz aus den Händen von Nicola Sporrer ein Dankeschön für seine grosse Vorarbeit für das Jubiläumsbuch erhielt.