Magerwiese statt Parkplatz
14.07.2026 Zufikon, Verkehr, Bremgarten, NaturAutos weichen Tieren
Ein Parkplatz wurde zur Magerwiese
Ein offizieller Parkplatz war die Fläche entlang der Rebbergstrasse kurz vor deren Mündung in die Stiefelstrasse nie. Trotzdem tolerierte der Gemeinderat das Abstellen von Fahrzeugen. Seit ...
Autos weichen Tieren
Ein Parkplatz wurde zur Magerwiese
Ein offizieller Parkplatz war die Fläche entlang der Rebbergstrasse kurz vor deren Mündung in die Stiefelstrasse nie. Trotzdem tolerierte der Gemeinderat das Abstellen von Fahrzeugen. Seit Ende Mai ist nun Schluss damit. Der Forst und der Werkhof legten dort eine Magerwiese an. Dies geschah im Rahmen der Strategie Biodiversität Zufikon. Weitere gemeindeeigene Flächen werden folgen.
--rwi
Unter dem Rebberg gibt es neu eine Wiese mit Kleinstrukturen
Über viele Jahre wurde eine Fläche unterhalb des Rebbergs an der Rebbergstrasse über dem Tunnel der Sädelstrasse als Parkplatz genutzt. Jetzt ist dort eine Magerwiese gepflanzt und das Parkieren nicht mehr möglich. Der Zufiker Vizeammann Boris Sommer erklärt, wie es dazu gekommen ist.
Roger Wetli
Die Überraschung war wohl für einige Bewohnerinnen und Bewohner des Belvédère-Quartiers gross, als plötzlich die Parkplätze in der Ecke Rebbergstrasse und Stiefelstrasse unterhalb des Rebbergs verschwunden waren. Anstelle dieser wurde dort jetzt eine Magerwiese erstellt. Steine, Wurzeln und abgelegte Baumstämme sorgen für Kleinstrukturen, in denen sich einheimische Tiere wohlfühlen. Sie verhindern aber auch, dass auf dieser Fläche trotz neuer Magerwiese wieder parkiert wird.
Nie ein offizieller Parkplatz
«Diese Fläche wurde Ende Mai / Anfang Juni durch den Forst und den Werkhof Zufikon umgestaltet», weiss Boris Sommer, Vizeammann von Zufikon. Er betont, dass dieser Ort nie ein offizieller Parkplatz gewesen ist. Er schaut zurück: «Durch eine Baustelle am Kreisel Zufikon hat es sich einst ergeben, dass Autos in diesem Perimeter parkiert wurden. Dies wurde anfänglich geduldet.» Nach einiger Zeit sei diese Fläche als üblicher Parkplatz genutzt worden. «Dies war seitens Gemeinde nie gewollt», erklärt Sommer. «Ausschlaggebend für die jetzige Massnahme war nun ein Ölunfall im oberen Bereich, welcher maschinell entsorgt werden musste. In Zusammenarbeit mit Naturama und dem Forst Zufikon wurde dieser Platz dann neu gestaltet.»
Der Vizeammann betont aber auch, dass es bei diesem Parkplatz zu einer Übernutzung gekommen sei. «Ein weiterer Grund für die aktuelle Massnahme ist aber auch die Strategie im Dorf, die Biodiversität zu fördern. Der Gemeinderat möchte eine hohe Biodiversität in Zufikon.» Boris Sommer sagt, dass diese Massnahmen und Förderung mit dem Naturama abgesprochen wurden. «Ziel ist, dass die Dorfbevölkerung mit Lebensräumen in der vereint werden kann. Es sind zirka 20 Punkte zur Förderung der Fauna.»
Nahrungsgrundlage geschaffen
Die neue Magerwiese unter dem Rebberg zählt als einer dieser Punkte. Ihre Fläche beträgt rund 300 m2. Dabei handelt es sich um einen nährstoffarmen Lebensraum, in dem Blumen und Gräser zwar langsamer als auf einer nährstoffreichen Fläche wachsen, dafür aber die Artenvielfalt grösser ist. Der Gemeinderat spricht insbesondere von Pflanzen wie der Wiesensalbei und der Acker-Witwenblume, die dort wachsen sollen. Diese bilden die Nahrungsgrundlage und einen Unterschlupf für Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken. Gemäht wird sie künftig ein- bis zweimal pro Jahr.
Weitere Massnahmen geplant
Laut Boris Sommer belaufen sich die Kosten für das Anlegen dieser Magerwiese auf rund 5500 Franken. «Davon bekommen wir 50 Prozent Subventionen durch den Kanton. Dies weil Zufikon eine Pilotgemeinde für die Förderung von biodiversen Flächen ist.» Bei dieser neuen Magerwiese wird es aber nicht bleiben. «Unsere Gemeinde hat eine Massnahmen-Priorisierung mit dem Naturama und der Kommission öffentlicher Raum erarbeitet», so der Vizeammann. «Wir möchten gerne alle möglichen gemeindeeigenen Flächen naturnahe gestalten. Rund 20 mögliche Projekte sind in den nächsten Jahren angedacht.»
Boris Sommer stellt in Aussicht: «Anlässlich des Waldumgangs der Ortsbürgergemeinde Zufikon am 19. September wird die Abteilung Bau & Technik gemeinsam mit dem Naturama einen Stand zu all diesen Themen haben.»



