Lüscher räumt alle weg
14.04.2026 Sport, Schwingen1350 Zuschauer sind am Guggibad-Schwinget dabei – Sinisha Lüscher gewinnt überzeugend
Schon vor dem Schlussgang stand der Sieger fest: Sinisha Lüscher aus Muhen gewinnt das Guggibad-Schwinget. Doch auch die Freiämter zeigen gute Leistungen. Lukas ...
1350 Zuschauer sind am Guggibad-Schwinget dabei – Sinisha Lüscher gewinnt überzeugend
Schon vor dem Schlussgang stand der Sieger fest: Sinisha Lüscher aus Muhen gewinnt das Guggibad-Schwinget. Doch auch die Freiämter zeigen gute Leistungen. Lukas Döbeli zeigt sich stark verbessert.
Stefan Sprenger
«Das waren Welten», sagt Lukas Döbeli nach dem Schlussgang am Guggibad-Schwinget. Vor zwei Wochen am Hallenschwinget Lenzburg zeigte er eine enttäuschende Leistung. Doch am Sonntag sieht seine Schwingerwelt schon ein wenig sonniger aus. «Ich schwinge lieber draussen als drinnen», sagt der Sarmenstorfer lachend. Weil sich Joel Strebel kurz vor dem Fest verletzt (siehe Artikel unten) und Bruder Andreas Döbeli erst im Juni sein Comeback gibt, lastet am Heimfest viel Druck auf den Schultern des einzig verbliebenen Freiämter Eidgenossen Lukas Döbeli. «Das war schon ungewohnt», meint er.
«Sieg oder Sarg» im Schlussgang
Doch er meistert seine Aufgabe gut. Er stellt gegen Eidgenosse Marius Frank und Teilverbandskranzer Simon Schmutz. Die restlichen vier Gegner (alles Kranzer oder Nicht-Kranzer) besiegt er. Darunter auch Timo Gisler im Ausschwingen. So rutschte Döbeli in den Schlussgang gegen Sinisha Lüscher. Jener Finaldurchgang war allerdings sportlich ohne Bedeutung. Lüscher hatte solch einen grossen Vorsprung, dass er uneinholbar bereits als Festsieger feststand. Mit der Einstellung «Sieg oder Sarg» ging Döbeli in den Schlussgang, den er eher als «Zusatzgang» sah. Der «Schlungg»-Versuch geht nach hinten los. Lüscher kontert und gewinnt. «Es lief gut. Viele Dinge funktionieren immer besser. Aber es ist noch lange nicht perfekt», sagt der 26-Jährige, der am Heimfest Schwingpraxis sammelt und Selbstvertrauen tankt.
«Sinisha Lüscher war klar der beste Schwinger» – so urteilten die Schwingexperten auf dem Guggibad. Im ersten Gang verletzt sich sein Gegner Tim Roth an der Schulter. Lüscher erhält mit dem Teilverbandskranzer Samuel Schmid einen würdigen Ersatzgegner (den er bezwingt). Auch Dominik Schwegler und Eidgenosse Lars Voggensperger räumt er aus dem Weg. Danach bezwingt er beide Joho-Brüder, die Defensivspezialisten (die einen eigenen Fanclub dabei haben). Erst Pascal, dann Philip. Im Schlussgang ist auch Lukas Döbeli an der Reihe. Sechs Gänge, sechs Siege, 59.00 Punkte.
Überzeugend. «Es hat alles zusammengepasst», sagt der 20-Jährige. «Mit Döbeli hatte ich im Schlussgang einen starken Gegner. Aber auch da ist alles aufgegangen», sagt der Eidgenosse, bevor er im dichten Nebel Siegerkalb «Sissi» in Empfang nimmt. Er sei gerne am Guggibad-Schwinget, wie er sagt. «Es ist toll organisiert, ein wunderbares Fest im schwingbegeisterten Freiamt.» Einzig das Wetter hätte besser sein können. Denn die letzten drei Stunden des Guggibad-Schwingets fanden bei garstigen Bedingungen statt.
Die Favoriten treffen sich beim Guggibad-Schwinget alle vorne in der Rangliste. Unter den ersten sechs sind fast alles Eidgenossen. Einzig Pascal Joho schwingt sich mittendrin. Der 21-jährige Sarmenstorfer feiert vier Siege, schafft einen Gestellten und verliert nur gegen Festsieger Lüscher. Der Lohn: Rang 2b. Und das bei seinem Comeback nach Schulter-OP. «Ich bin absolut zufrieden», sagt Joho. Auch der 21-jährige Boswiler Niklas Stocker (drei Siege, zwei Gestellte, eine Niederlage) darf mit Rang 6c (56.00 Punkten) zufrieden sein.
«Toller Rückhalt»
Mitte Nachmittag macht der Himmel am Guggibad-Schwinget zu. Nebel, Nieselregen, kühler Wind, 7 Grad. Viele Festbesucher suchen die Zuflucht im warmen Festzelt. Der Schwingplatz bleibt dennoch gut gefüllt. 1350 Zuschauer ist eine stattliche Zahl angesichts des miesen Wetters. Es zeigt, dass der Schwingsport im Freiamt einen hohen Stellenwert geniesst. «Auch wenn das Wetter mässig war, sind die Leute gekommen. Wir geniessen einen tollen Rückhalt im Freiamt, dass Guggibad-Schwinget wird geschätzt», sagt Marco Küng, Präsident des SK Freiamt. Auch die Schwinger mögen das Fest im Freiamt. Erneut hat der SK Freiamt einen üppigen Gabentempel angeboten, «wie fast an einem Kantonalschwingfest». Küng zieht «eine positive Bilanz». Das Fest mit 93 Schwingern ging zügig über die Bühne, «das Einteilungsbüro um Josef Reichmuth machte einen starken Job». Ein Makel: Der Schlussgang um 17.30 Uhr war aber eher spät. «In Zukunft werden wir morgens vermutlich eine halbe Stunde früher starten», so Küng. --spr





