Liebeserklärung an den Mutschellen
19.05.2026 Mutschellen, Vereine, TourismusNeuer Verein MuTou – Mutschellen Tourismus – gegründet
Vernetzen, beleben und Menschen zusammenbringen – das sind einige der wesentlichen Punkte vom Verein Mutschellen Tourismus, kurz «MuTou». Angela und Georg Wilckens und Daniel Kathriner ...
Neuer Verein MuTou – Mutschellen Tourismus – gegründet
Vernetzen, beleben und Menschen zusammenbringen – das sind einige der wesentlichen Punkte vom Verein Mutschellen Tourismus, kurz «MuTou». Angela und Georg Wilckens und Daniel Kathriner sind die Köpfe dahinter und wollen dem Mutschellen neue Impulse geben.
Sabrina Salm
Es begann nicht mit einem Businessplan, nicht mit grossen Ambitionen und schon gar nicht mit dem Anspruch, die Region neu zu erfinden. Es begann mit einem Gefühl. Mit der Überzeugung, dass der Mutschellen mehr ist als ein Wohnort und die Region Potenzial hat, um sich zu präsentieren. «Wir sind einfach Fan von diesem Ort», meint Angela Wilckens. Sie hat zusammen mit ihrem Ehemann Georg und Kollege Daniel Kathriner «MuTou» – Mutschellen Tourismus – ins Leben gerufen. Die Gründer meinen lachend: «Der Verein ist eigentlich eine Liebeserklärung an den Mutschellen.»
Alle drei sind fest mit dem Ort verbunden. Die 41-jährige Angela Wilckens und der 49-jährige Daniel Kathriner sind auf dem Mutschellen aufgewachsen – sie in Widen, er in Rudolfstetten und Widen. Beide leben heute in Berikon, sind Eltern und tief in der regionalen Vereinslandschaft verankert. Der Dritte im Bunde ist Georg Wilckens. Der Co-Pilot, der ursprünglich aus Deutschland stammt und zuvor jahrelang in Zürich lebte, musste sich anfangs erst an das beschauliche Dorfleben gewöhnen. Er vermisse zwar ab und zu die Grossstadt, schätze aber die Nähe zu Zürich und das familiäre Umfeld. «Mittlerweile bin ich ebenfalls tief mit dem Mutschellen verbunden. Für Kinder ist es der beste Ort zum Aufwachsen.» Er organisiert seit einigen Jahren die Playgrounds im Berikerhus. Der Verein spreche die Einwohnende in Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg, Widen und Oberwil-Lieli an.
Alles auf einen Blick
Eines der Kernziele ist die Schaffung einer zentralen Online-Plattform. «Jede Gemeinde pflegt ihre eigenen Informationskanäle, Vereine kommunizieren auf unterschiedlichen Plattformen, Veranstaltungen sind verstreut. Wir wollen, dass man künftig auf einen Blick sieht, was hier läuft und was diese Region alles zu bieten hat», sagt Daniel Kathriner. Auf der MuTou-Homepage sollen Veranstaltungen, Vereinsangebote, Gemeindekalender und Freizeitmöglichkeiten gebündelt werden. Von Angeboten für Kinder bis hin zu Aktivitäten für Seniorinnen und Senioren. Erste Vereine wurden bereits kontaktiert und eingeladen, sich zu präsentieren.
MuTou will jedoch nicht nur digital verbinden. Vernetzung soll auch ganz analog stattfinden. Darum lädt der Verein jeweils am ersten Donnerstag des Monats ab 20 Uhr – mit Ausnahmen während Feiertagen oder Ferien – zum sogenannten Fyrabigbier abwechselnd in die Stalden-Bar in Berikon und in die Wide-Bar ein. Ein Treffen ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung und ohne Erwartungen. Es geht primär um das Kennenlernen, das ungezwungene Zusammensein und die Vernetzung quer durch die Gemeinden. Manchmal bleibt es beim Feierabendbier, manchmal darf es auch etwas aussergewöhnlicher werden – wie zuletzt mit einem Karaoke-Abend. MuTou versteht sich nicht als klassischer Verein mit festem Jahresprogramm. Vielmehr als Plattform, Ideenschmiede und vielleicht auch als künftiger Fanclub für den Mutschellen. Denkbar wären Unterstützung lokaler Anlässe, gemeinsame Aktionen für Vereine oder sogar ein Markt mit regionalen Anbieterinnen und Anbietern.
Ab dem 1. Juli 2026 startet bereits das nächste Projekt: ein monatlicher Fotowettbewerb zu wechselnden Themen. Die jeweils besten fünf Bilder sollen im Sommer 2027 an einer ersten Jahresausstellung präsentiert werden. Die genauen Details zur Ausschreibung folgen zum Startschuss im Sommer.
Vernetzung mit Augenzwinkern
Der Name des Vereins sorgt im Umfeld bereits für reichlich Gesprächsstoff. «Gewisse Leute sagen im ersten Moment, wir hätten eine Vollmeise oder seien grössenwahnsinnig», lacht Angela Wilckens gutgelaunt. «Der Name gibt auf jeden Fall zu reden. Daher haben wir ihn für unseren Verein goldrichtig gewählt.» Trotz des Augenzwinkerns im Auftritt meint es das Trio absolut ernst mit dem Drive und dem Spirit, hier etwas Nachhaltiges entstehen zu lassen. Druck wollen sich die drei Initianten jedoch ganz bewusst keinen machen. MuTou soll ohne starre Erwartungen wachsen und gedeihen. Und ihre geliebte Heimat sichtbarer machen.

