Eine Allianz von sieben bürgerlichen Grossräten hat eine Motion im Grossen Rat eingereicht, die fordert, den Anteil des Sports an den Swisslos-Geldern von aktuell 25 Prozent auf 33,3 Prozent anzuheben. Im Gegenzug soll der Anteil des allgemeinen Swisslos-Fonds, der vor allem Kultur- ...
Eine Allianz von sieben bürgerlichen Grossräten hat eine Motion im Grossen Rat eingereicht, die fordert, den Anteil des Sports an den Swisslos-Geldern von aktuell 25 Prozent auf 33,3 Prozent anzuheben. Im Gegenzug soll der Anteil des allgemeinen Swisslos-Fonds, der vor allem Kultur- und Sozialprojekte stützt, von 75 Prozent auf rund 66,6 Prozent sinken.
Der Aargau gehört bei den Kulturausgaben aus den ordentlichen Staatsmitteln seit Jahren zu den Schlusslichtern der Kantone. Gerade deshalb sind viele Kulturinstitutionen und -projekte auf Beiträge aus dem Swisslos-Fonds ange- wiesen. Während meiner Zeit im Grossen Rat habe ich mich immer wieder dafür eingesetzt, die ordentlichen Mittel für die Kultur zu erhöhen. Dieses Anliegen fand jedoch kaum je eine Mehrheit.
Wer Gelder vom Swisslos-Fonds in den Sportfonds umlagern will, verkennt diese Ausgangslage. Leidtragende wären unter anderem Museen, Theater, Musikfestivals, aber auch zahlreiche kleine Vereine der Laienkultur, für welche die Unterstützung aus dem Swisslos-Fonds einen bedeutenden Anteil am Gesamtbudget ausmacht. Auch das Aargauer Kuratorium, das Kulturschaffende und kulturelle Projekte unterstützt, wäre von der Kürzung betroffen. Im Freiamt wären das Kellertheater Bremgarten, der Sternensaal Wohlen, das Künstlerhaus Boswil und viele weitere Vereine von der massiven Kürzung betroffen.
Sport und Kultur sind beide wichtige Pfeiler unseres Kantons. Sie gegeneinander auszuspielen, ist der falsche Weg. Deshalb sollte der bewährte Verteilschlüssel zwischen Swisslos-Fonds und Sportfonds beibehalten werden. Ich hoffe, dass die Mehrheit des Grossen Rates nächsten Dienstag dies ebenfalls erkennt und die Motion zur Umverteilung von Geldern ablehnt.
Thomas Leitch, Wohlen