Kleine grosse Zeichen
02.04.2026 Sport, HandballHandball: Der TV Muri verabschiedet mehrere langjährige Mitglieder – und Präsidentin Lucia Schroth ordnet die Saison ein
Der TV Muri verpasst die kleine Sensation und schrammt knapp an den Aufstiegsspielen zur NLB vorbei. Dennoch war es eine Glanzsaison. ...
Handball: Der TV Muri verabschiedet mehrere langjährige Mitglieder – und Präsidentin Lucia Schroth ordnet die Saison ein
Der TV Muri verpasst die kleine Sensation und schrammt knapp an den Aufstiegsspielen zur NLB vorbei. Dennoch war es eine Glanzsaison. Der Höhenflug ist nicht nur bei der 1. Mannschaft zu erkennen, sondern im ganzen Verein. «Momentan macht es einfach riesige Freude», sagt Präsidentin Lucia Schroth.
Stefan Sprenger
650 Zuschauer. Viele in Rot. Die Stimmung vor der Finalissima ist elektrisierend. Der TV Muri nutzt diese grosse Bühne und verabschiedet gleich mehrere langjährige Spielerinnen und Spieler. Vier bei den Männern, vier bei den Frauen. Die «Eis»-Spieler Lukas Schwenkfelder, Yorick Kaufmann, Jan Heusi und Dominik Lang prägten über viele Jahre das Team.
Blühende Zeiten
Ebenso ist es bei den Spielerinnen Caroline Käppeli, Janine Weibel, Corina Strebel und Lucia Schroth. Zusammengezählt haben sie fast 80 Jahre Handball beim TV Muri auf dem Buckel. Jene acht Akteure werden unter grossem Applaus verabschiedet und erhalten so die Ehre. Auch ein paar Funktionäre – darunter der langjährige Trainer Thomas Stenz – erhalten ihre Bühne.
Es sind alles kleine grosse Zeichen, dass der TV Muri aktuell gesund ist und blühende Zeiten erlebt. Weitere Beispiele gefällig? Das TV-Muri-Urgestein Res Käppeli (Vorstandsmitglied Bereich Sponsoring und Marketing) führt kompetent die Best-Player-Ehrung durch – und hat gefühlt für jeden Zuschauer ein Lächeln übrig. Auch das Bistro ist bestens aufgestellt und präsentiert sich im besten Licht. Und auf dem Feld wird – wie so oft in dieser Saison – bester Sport und ein enorm spannendes Spiel gezeigt.
Hinter dem Erfolg steckt viel Ehrenamt
Dieses Mal mit dem schlechteren Ausgang für das Heimteam. «Es macht aktuell riesige Freude», sagt Lucia Schroth, seit drei Jahren Präsidentin des TV Muri. «Die Stimmung am Samstag war sensationell. Ich selbst habe dies in der Bachmattenhalle noch nie so riesig erlebt. Für mich war es auch ein Zeichen, dass ganz viele Menschen sehr gute Arbeit leisten. Es steckt viel Ehrenamt hinter unserem Erfolg. Alle ziehen an einem Strick», erklärt die 31-Jährige. «Es herrscht eine coole Dynamik im Verein. Und ich glaube, das spürt man auch von aussen.»
«Eine coole Handballfamilie»
Jemanden besonders hervorheben könne sie nicht, «es sind so viele, die ihren Job mit Herzblut und Freude erledigen», sagt Schroth. «Ich bin stolz und glücklich, die Präsidentin des TV Muri zu sein. Solche Momente wie am Samstag bestärken mich enorm. Zugegeben, es kostet manchmal auch einiges an Energie, aber es zahlt sich immer aus.» Der TV Muri sei «eine coole Handballfamilie» und sie habe «ein tolles Vorstandsteam» und deshalb denke sie nicht ans Aufhören.
Im Gegenteil. Schroth will den TV Muri mit Elan in die Zukunft führen. Das Flaggschiff – die erste Mannschaft – wird dabei wohl ziemlich schnell unterwegs sein. «Wir haben in dieser Saison nicht mit solch einem Höhenflug gerechnet. Wir dachten eher, dass es eine Übergangssaison wird. Die positive Entwicklung ist sehr erfreulich. Das Team hat extrem viel Potenzial, sie sind alle verankert im Verein, sie haben den Willen, besser zu werden, und untereinander haben die Jungs der ersten Mannschaft einen grossen Zusammenhalt», so Schroth. Der Weg, den die Mannschaft eingeschlagen hat, soll weitergehen. «Ich hätte ihnen die Teilnahme an den Aufstiegsspielen sehr gegönnt. Aber mit dem 3. Rang dürfen sie dennoch sehr stolz sein. Ich hoffe, sie nehmen es nicht als Dämpfer hin, sondern als Motivation für die Zukunft.» Denn der TV Muri möchte auch die nächste Saison vorne mitspielen und an der NLB schnuppern.
Trainerstaff hat eingeschlagen
Gründe für den Höhenflug gibt es viele. Aber der Trainerstaff wird von allen Beteiligten genannt. Trainer Björn Navarin, Co-Trainer Thomas Stenz, Goalietrainer Michael Schoch und das Physio-Duo Nicole Ransburg und Sabrina Imhof. «Wir haben dem Team zu Saisonbeginn einen Trainerstaff mit auf den Weg gegeben, der es weiterbringt. Und heute kann man sagen, es lief besser als erwartet. Alle haben Fortschritte gemacht, teilweise sehr grosse. Ich glaube, der Trainerstaff hat eingeschlagen. Und das macht Freude.»
Die Murianer Handballer erleben eine Sahne-Saison. Nicht nur bei den Männern. Es könnte bei den Frauen einen Aufstieg zu bejubeln geben. Die SG Freiamt – Zusammenschluss der Handballvereine Muri, Wohlen und Mutschellen – bestreitet am 18. April (auswärts) und 25. April (Wohlen, Hofmatten, 18 Uhr) zwei Aufstiegsspiele gegen das Westschweizer Team RG Vaud. «Ein 1.-Liga-Team bei den Frauen im Freiamt wäre sehr wünschenswert», sagt Schroth.
Etwas bereitet noch Sorgen
Ein paar Sorgenfalten bereitet noch die 2. Mannschaft, die ein Jahr nach dem Aufstieg aus der 3. Liga um den Verbleib in der 2. Liga kämpft. Am Samstag (11. April) braucht sie im Direktduell auswärts gegen Sarnen/ Stans einen Sieg, um den Ligaerhalt zu schaffen. Auch dies ist eine Finalissima. «Für unsere sportliche Strategie ist eine 2.-Liga-Mannschaft wichtig», so Schroth. So, wie der TV Muri momentan im Hoch ist, wird wohl auch dies gelingen.


