Heisse Motoren, lachende Gesichter
05.05.2026 Mutschellen, AutoPure Freude an Nostalgie
Am GP Mutschellen waren alte Autos und Motorräder auf verschiedene Arten erlebbar
Die Fahrer, OK-Mitglieder und Besucher strahlten am Sonntag mit der Sonne um die Wette. Sie erlebten einen grandiosen 10. GP Mutschellen.
Pure Freude an Nostalgie
Am GP Mutschellen waren alte Autos und Motorräder auf verschiedene Arten erlebbar
Die Fahrer, OK-Mitglieder und Besucher strahlten am Sonntag mit der Sonne um die Wette. Sie erlebten einen grandiosen 10. GP Mutschellen.
Roger Wetli
«Es ist schon etwas ganz anderes, diese alten Fahrzeuge auch in Bewegung zu erleben, als sie nur in einem Museum zu betrachten», schwärmte eine Besucherin am GP Mutschellen. Sie fügte an: «Dazu kommen die Geräusche der verschiedenen Motoren, die mal laut, mal leise sind.» So wie ihr ging es wohl sehr vielen Gästen des GP Mutschellen. Sie genossen einen Anlass, der Autos und Motorräder aus über 100 Jahren hör- und fassbar machte. Letzteres konnte man im Fahrerlager erleben. Oft standen dort die Besitzer der fahrbaren Schätze neben ihren Lieblingen und gaben gerne und begeistert Auskunft. Sie stecken in ihre Vehikel nicht nur viel Geld, sondern noch viel mehr Leidenschaft.
Rundum zufrieden
Diese Begeisterung schwappte auf die Besucherinnen und Besucher über. Und wer wollte, konnte sich gar mit Details zu den Motoren vertiefen. Auch darüber redeten die Besitzer gerne.
Viel zu lachen hatte auch das Organisationskomitee. «Wir mussten zwar zwei bis drei Fahrzeuge aufgrund technischer Fehler abschleppen. Es gab aber keine Unfälle», ist OK-Präsident Stefan Baur zufrieden. Auch die Anzahl Besucher entsprach den Erwartungen. «Noch wichtiger ist mir, dass wir einen Anlass auf die Beine stellten, bei dem alle glücklich waren.»
Der 10. GP Mutschellen war ein lebendiges Museum für jedes Alter Einen Volltreffer landeten die Verantwortlichen des GP Mutschellen mit ihrer 10. Durchführung. Mit viel Konstanz und wenigen Neuerungen sorgten sie für ein Spektakel, das vom Kleinkind bis zum Rentner alle begeisterte.
Roger Wetli
«Finanziell erreichen wir sicher eine schwarze Null», strahlte OK-Präsident Stefan Baur gestern Montag. Zwar kennt er die Zuschauerzahlen noch nicht, schätzt aber, dass sich diese im ähnlichen Rahmen bewegten wie bei früheren Ausgaben – sofern trockenes Wetter herrschte. Und das tat es. «Für mich der Höhepunkt waren all die strahlenden Gesichter. Zudem gab es keine Unfälle.» Stefan Baur schätzt es sehr, dass die Neuerungen vom Publikum gut angenommen wurden. So gab es diesmal erstmals ein Pfandsystem auf die Becher, und das OK verzichtete auf den Druck eines Programmheftes. Dafür enthielt der Eintrittsbändel einen QR-Code, der auf die Website leitete, wo das Programm zu finden war. «Wir sparen damit Kosten, schonen die Umwelt und können auch kurzfristige Änderungen im Ablauf noch kommunizieren», so der OK-Präsident.
Eine grosse Portion Nostalgie
Im Zentrum des GP Mutschellen standen die Fahrzeuge, die Fahrer und ihre Geschichten. Wer wollte, konnte mit ihnen im Fahrerlager ins Gespräch kommen. Aus Oberwil-Lieli präsentierte Christian Müller seinen 100-jährigen Cadillac Series 314 V8 Racer. Dieser besitzt keine Abdeckung. «Ich kleide mich deshalb wie ein Motorradfahrer, damit ich bei Regen nicht nass werde. Ich bin damit auch im Winter unterwegs», versicherte er. 2024 fuhr Müller mit seinem Cadillac von Peking nach Paris. «Es ist das einzige Auto dieser Art, das bis heute überlebt hat», ist sein Besitzer stolz. «Für mich schwingt da eine grosse Portion Nostalgie mit.»
Bewusst keine Jubiläumsfeier
Als eine Art «Liebe auf den ersten Blick» beschreibt Claudio Werder aus Muri den Moment, als er als junger Mann 2013 als Besucher des GP Mutschellen aus der Bahn gestiegen ist und sich gleich im Fahrerlager der Motorräder befand. «Also fing ich an zu sparen und kaufte später diesen Töff, den ich zusammen mit meinem Vater restaurierte.» Seit 2016 nimmt er nun mit seiner Motosacoche C35A von 1929 am GP Mutschellen teil. Werder schwärmte: «Der Töff ist ein Schweizer Produkt.» Er bezeichnet sich als grosser Fan des Fahrerlagers. «Hier passieren viele spannende Begegnungen, während man auf der Strecke einfach an den Zuschauern vorbeifährt.»
Die Initianten des GP Mutschellen sind Lieni Füglistaller und Bernhard Taeschler, die bis heute im OK mitwirken. Sie konnten damals Stefan Baur voraus. «Den 3-Jahres-Rhythmus des GP Mutschellen möchten wir behalten. Wir veranstalten diesen jetzt seit 2004. Vielleicht wird es für die nächste Ausgabe im OK Veränderungen geben.» Baur betont, dass sie sich für dieses Jahr bewusst keine Jubiläumsfeier vorgenommen hatten. «Wir wollten auf Konstanz setzen, das ist uns gelungen. Der GP Mutschellen soll ein lebendiges, fahrbares Museum sein.»
Begeisterung geteilt
Das wurde erreicht – auch dank Fahrern wie Erwin Meier aus Niederwil. Sein «Faster AF94 Formula Ford» stammt von 1994. Er erklärte: «Von diesem Modell wurden nur drei gebaut, zwei existieren noch. Es ist toll, wenn man ein solches Auto bewegen kann.» Meier fährt damit regelmässig im Sommer auf Rennstrecken. Der GP Mutschellen bedeutet für ihn viel. «Er ist pure Freude. Und man trifft viele Freunde.» Und solche Begegnungen gab es an diesem GP unglaublich viele.
















