Heimrennen spielt in eigener Liga
14.04.2026 Sport, MotorsportGeneralprobe fürs Jubiläum
Das 69. Motocross Wohlen findet trotz regnerischem Sonntag vor 13 500 Besuchern statt
Ein Tag Sonne, ein Tag Regen, zwei Tage Begeisterung. Die 69. Ausgabe des Motocross Wohlen sorgt für Vorfreude auf das ...
Generalprobe fürs Jubiläum
Das 69. Motocross Wohlen findet trotz regnerischem Sonntag vor 13 500 Besuchern statt
Ein Tag Sonne, ein Tag Regen, zwei Tage Begeisterung. Die 69. Ausgabe des Motocross Wohlen sorgt für Vorfreude auf das Jubiläum im nächsten Jahr.
Josip Lasic
Das Publikum in Wohlen trotzt jedem Wetter. Letztes Jahr lockte der Anlass an zwei warmen Sonnentagen rund 14 500 Fans an. Diesmal brachte der Samstag grosse Hitze. «Wir mussten die Strecke stark bewässern», erklärt OK-Präsident Ueli Hilfiker. Dabei stellte der Event mit über 6000 Eintritten gleich einen neuen Samstagsrekord auf. «Mit dem Regen am Sonntag wurden die Fahrbedingungen aber so richtig ideal.» Fahrer und Fans sahen das offensichtlich genauso. Sie strömten trotz Nässe in Massen auf das Gelände. Insgesamt zählten die Organisatoren 13 500 Besucher – nur 1000 weniger als im Vorjahr. «Im Endeffekt geht es um die Piste. Wir bieten daneben allerdings viel an, was uns spezieller macht.» Das Rahmenprogramm zieht eben nicht nur Motorsportfans an. Viele Menschen aus der Region kommen vorbei. Sie essen eine Kleinigkeit und geniessen die Atmosphäre. Bereits im Vorjahr betonte Hilfiker: «Wir wollen einen Event schaffen, über den die Leute am Montag bei der Arbeit sprechen. Wer nicht da war, soll sich ärgern, weil er nicht mitreden kann.» Das ist den Organisatoren einmal mehr gelungen. Diesen Schwung nehmen sie nun mit. Nächstes Jahr feiert das Motocross Wohlen seine 70. Ausgabe. Dafür plant das OK-Team etwas Besonderes. Ein starkes Fundament steht bereits. Darauf lässt sich optimal aufbauen.
Lokalmatadoren im Kampf um gute Plätze am Motocross Wohlen
Unter den 13 500 Zuschauern und rund 400 Fahrern sind auch diverse Motorsportler, die aus der Region Freiamt kommen. Wie erleben sie den Mix aus Nervosität, Leistungsdruck und Freude, an ihrem «Heimevent» mit dabei sein zu dürfen?
Josip Lasic
Unter all den Fahrerinnen und Fahrern, die am Motocross Wohlen gestartet sind, waren auch diverse Freiämter. Diese Zeitung hat zwei von ihnen, die Mitglieder beim Gastgeberverein Motorsportclub Wohlen sind, zu ihrem Erlebnis an der diesjährigen Ausgabe des Motocross befragt.
Den Wohler Ronald Büchi kennt man in erster Linie aus der Politik, als Einwohnerrat in Wohlen, Grossrat in Aarau und Präsident der SVP Wohlen-Anglikon. Der 64-Jährige ist allerdings leidenschaftlicher Motorsportler. Meist nimmt er an der italienischen Classic-Meisterschaft im Piemont teil. Sein Heimrennen bedeutet dem Mitglied des MSC Wohlen allerdings deutlich mehr. In Italien hat er schon mehrere Pokale sammeln können, doch den Ehrenplatz hat bei ihm zu Hause die Trophäe, die er mit einem 3. Rang am lizenzfreien Motocross in Wohlen geholt hat.
Auch dieses Jahr ging Büchi ambitioniert ins Rennen. Er startete in der OMC-Classic-Kategorie und holte im ersten Lauf den 5. Rang. Im zweiten Lauf fuhr ihm ein anderer Fahrer direkt vor sein Vorderrad. Büchi stürzt kurz vor dem Ziel. «Es ist nichts Weiteres passiert. Aber ich wurde zurückgeworfen.» Den zweiten Lauf beendet der Wohler nur auf dem 8. Rang. In der Endabrechnung bleibt Büchi aber Fünfter. Vor Wohlen hatte Büchi bereits zwei Rennen in Italien bestritten, wo er knapp das Podest verfehlte. Doch für ihn bleibt das Heimrennen das Highlight. «Ich würde alle anderen Rennen auslassen, um hier zu fahren.» Und abgesehen von seinem Sturz lief alles zu seiner Zufriedenheit in Wohlen. «Das Wetter war gut, das Motorrad lief wie geschmiert und ich hatte keinen gröberen Unfall. So kann ich jetzt noch im Festzelt etwas Kleines essen und die Atmosphäre geniessen.»
Auch am nächsten Wochenende im Einsatz
Tim Mäder, 24 Jahre alt, trat in der Masters-Open-Kategorie an. Vor dem Rennen hatte er sich einen Platz in den Top 10 vorgenommen, räumte aber ein, dass er in Wohlen oft sehr nervös sei. «Es ist etwas Besonderes, vor so vielen Leuten zu fahren, die ich kenne. Und in Wohlen ist es auch schwierig, sich eine Platzierung vorzunehmen. Gefühlt starten dort immer viel mehr Fahrer im Vergleich zu anderen Rennen.» Im ersten Rennen konnte er sich gleich den 10. Rang holen. Der zweite Lauf brachte ihm allerdings nur Rang 13. In der Gesamtwertung verpasste er mit dem 12. Rang die Top-10-Plätze nur knapp. «Insgesamt bin ich vor allem mit dem ersten Lauf zufrieden. Im zweiten Durchgang wäre mehr möglich gewesen, aber das ist häufig so. Das Fazit ist positiv.» Trotzdem hat es dem Boswiler, der momentan im luzernischen Sulz lebt, gefreut, wieder an seinem Heimrennen starten zu können. Und für ihn ist der Anlass noch nicht ganz vorbei. Nächsten Samstag startet er am lizenzfreien Motocross und nimmt dort den Yamaha-Cup in Angriff. «Wenn ich mich fit genug fühle, starte ich auch am Rennen der Clubklasse. Das hängt von meiner Form ab.
Aber auf den Yamaha-Cup fokussiere ich mich definitiv.» Den Mitgliedern des MSC Wohlen bedeutet das Heimrennen also sehr viel, und sie investieren einiges, um vor eigenem Publikum erfolgreich zu sein.
Die Resultate des Motocross Wohlen findet man unter: https://speedhive.mylaps.com.








