Handeln mit Herz
24.02.2026 BremgartenWochenmarkt als Frühlingsbote
Die Bremgarter Wochenmarktsaison steht vor der Tür. Mit einem Frühlingsgruss läuten die Händler in 11 Tagen die Saison ein. Die fröhlichen Marktfahrer freuen sich auf altbekannte Gesichter und neue ...
Wochenmarkt als Frühlingsbote
Die Bremgarter Wochenmarktsaison steht vor der Tür. Mit einem Frühlingsgruss läuten die Händler in 11 Tagen die Saison ein. Die fröhlichen Marktfahrer freuen sich auf altbekannte Gesichter und neue Marktgeschichten. --huy
Der Wochenmarkt startet am 7. März in seine neue Saison
Liebhaber von frischen, regionalen Waren dürfen sich freuen. Schon bald ist wieder Wochenmarkt am Altstadteingang. Mit der Premiere in 11 Tagen läuten die fröhlichen Marktfahrer traditionsgemäss auch gleich den Frühling ein.
Marco Huwyler
Man hat sich lieb gewonnen in all den Jahren. Das zeigt sich auch diesmal wieder rasch. «Nacher nämemer aber no eis zäme, gälled», tönt es mit Nachdruck schon bei der Begrüssung. Und tatsächlich – nach dem obligaten Medienteil lässt sich niemand der Gekommenen lumpen. Geschlossen disloziert man nach der Verabschiedung vom Journalisten in ein Altstadtlokal. «Ich ha de die eint oder ander Räubergschicht für eu», frohlockt einer schelmisch. Und lachend ziehen sie von dannen, das bunte Trüppchen derjenigen, die schon bald wieder jedes Wochenende mit ihren Frischwaren den Stadtschulhausplatz bevölkern.
Es «menschelt» am Wochenmarkt
Bald 40 Jahre ist es her, dass der Wochenmarkt 1987 in Bremgarten lanciert wurde. Ganz so lange sind die nun aktiven Händler zwar nicht alle dabei – aber beinahe. Jedenfalls fühlt es sich so an. «Es ist seit vielen Jahren ein lieb gewonnener Fixpunkt in meiner Woche», sagt etwa «Blueme-Röbi» Robert Bütler lächelnd. Wie ihm geht es allen hier. «Beim Wochenmarkt entstehen ganz viele wertvolle, persönliche Beziehungen», bestätigt Biobauer Martin Köchli. Nicht nur zu den anderen Marktfahrern – auch zu den Kunden. «Der Marktstand fungiert als Aushängeschild für uns. Er ist eine Direktverbindung zum Kunden, die bestens funktioniert.»
Ein Teilrückzug
Viele Jahre lang gehörte Köchli mit seiner Frau Josy deshalb zum kleinen Grüppchen derjenigen, die nicht nur am Samstag, sondern auch am Mittwoch gerne ihre Frischwaren auf dem Stadtschulhausplatz feilboten. Doch das ist nun Vergangenheit. Künftig beschränken sich die beiden auf das Wochenende. «Altersbedingt», wie sie seufzend sagen. Doch ganz missen möchten sie die Markttradition in Bremgarten keinesfalls. «Am Samstag werden wir nach wie vor da sein», bekräftigen die Köchlis.
Am Mittwoch neu beim Spittelturm
Ihr Kürzertreten hat allerdings zur Folge, dass, Stand jetzt – abgesehen vom immer auf dem Obertorplatz stationierten «Bennys Bio Panetteria»-Bäckerwagen – nur noch zwei Händler regelmässig unter der Woche nach Bremgarten pilgern. «Wir haben deshalb beschlossen, den Mittwochmarkt neben den Spittelturm zu verlegen», sagt Marktchef Reto Lorenzi. So ist der Standort gleich eingangs der Marktgasse für die verbleibenden beiden Händler noch attraktiver. Und in Kombination mit der Metzgerei Stierli gleich gegenüber liefern «Moscht-Stutzer» Peter Stutzer – der abgesehen vom Apfelsaft auch allerlei andere Frischwaren anbietet – und «Chäs-Philippe» Philippe Blindenbacher auch schon fast alles, was das Marktherz begehrt. «Weitere Händler wären zwar gerne willkommen, aber auch ohne Zuwachs bleibt der Mittwoch so für Marktkunden attraktiv», findet Reto Lorenzi.
Das Geschäft läuft erfreulich
Der Samstagsmarkt bleibt das ohnehin mit seinen neun verschiedenen Marktfahrern, die einen bunten Mix aus Früchten, Gemüse, Kaffee, Kuchen, Blumen, Olivenöl, Brot, Fischen, Käse und vielem mehr anbieten. Das belegen auch die nackten Zahlen. «Die letzte Saison war gut und profitabel, obwohl es viel geregnet hat», bestätigt Barbara Eichenberger, die in Bremgarten Obst, Gemüse und Angus-Fleisch vom eigenen Hof verkauft. Überhaupt seien die letzten Jahre generell erfreulich verlaufen. «Wir haben viele treue Kunden am Wochenmarkt. Auch junge Familien, die regelmässig kommen.» Dies freut Eichenberger besonders, denn: «Es zeigt mir, dass der klassische Frischwaren-Markt auch bei jüngeren Generationen noch Anklang findet.»
Auch Märtkafi-Betreiber Arthur Eichenberger sieht das so und ist davon überzeugt, dass der Wochenmarkt auch in Zukunft attraktiv bleibt. «Sonst hätte ich nicht letztes Jahr in neue Tassli investiert», lacht er. Das Einkaufen mit einem gemütlichen Schwatz unter Bekannten und Freunden bei Kaffee und Kuchen verbinden – der Wochenmarkt ist das pure Gegenteil vom anonymen, schnelllebigen Online-Bestell-Geschäft. «Vielleicht funktioniert es gerade deshalb immer noch so gut», lächelt Köchli, der sich sichtlich darauf freut, manch altbekanntes Gesicht in knapp zwei Wochen wieder an seinem Stand begrüssen zu dürfen.
Geschenk zum Auftakt
Wer zur Wochenmarkteröffnung an den Obertorplatz pilgert, darf sich im Übrigen auf eine kleine Frühlingsüberraschung freuen. Wie üblich läuten die Marktfahrer ihre Saison mit einem kleinen, blumigen Geschenk an alle Kunden ein. Denn wenn wieder gehandelt wird auf dem Stadtschulhausplatz, steht jeweils auch der Frühling vor der Tür. Eine Jahreszeit, die bestens passt zu den herzlichen Bremgarter Marktfahrern mit dem sonnigen Gemüt.
Saisoneröffnung des Bremgarter Wochenmarkts beim Stadtschulhausplatz: Samstag, 7. März, 8 bis 12 Uhr. Weitere Infos, alle Marktfahrer und ihr Angebot: www.bremgarten.ch/markt/7059.

