Grosse Schwester, grosse Ziele
08.04.2026 Sport, HandballDer Aufstieg als Ziel
Larissa Snedkerud ist die ältere Schwester der Schweizer Handball-Nationalspielerin Nora Snedkerud. Die Profi-Handballerin Nora kämpft um die EM-Teilnahme, Schwester Larissa will mit der SG Freiamt in die 1. Liga aufsteigen. ...
Der Aufstieg als Ziel
Larissa Snedkerud ist die ältere Schwester der Schweizer Handball-Nationalspielerin Nora Snedkerud. Die Profi-Handballerin Nora kämpft um die EM-Teilnahme, Schwester Larissa will mit der SG Freiamt in die 1. Liga aufsteigen. Unterschiedliche Ziele, gleiche Sportart. Die Leidenschaft haben beide aber von derselben Person: von ihrer Mutter Barbara, die einst auch auf höchstem Niveau Handball spielte. --spr
Larissa Snedkerud will mit der SG Freiamt in die 1. Liga aufsteigen
Larissa Snedkerud ist die ältere Schwester von Nationalspielerin Nora Snedkerud. Auch sie ist eine starke Handballerin mit Ambitionen. Sie will mit der SG Freiamt in die 1. Liga. «Das ist wichtig für den ganzen Frauenhandball in der Region», sagt sie.
Stefan Sprenger
Die Snedkerud-Schwestern haben in diesen Tagen Grosses vor. Profihandballerin Nora will mit dem Nationalteam die EM-Qualifikation schaffen (siehe Kasten). Und Larissa will mit der SG Freiamt in die 1. Liga aufsteigen.
«Unglaublich zusammengewachsen»
Der Gegner am 18. April (auswärts) und am 25. April (in der Hofmatten in Wohlen) heisst RG Vaud. «Wir sind als Team diese Saison unglaublich zusammengewachsen», sagt Larissa Snedkerud, 23 Jahre alt. Die SG Freiamt schaffte es als Tabellenführer in die Aufstiegsspiele. «Wir freuen uns auf diese Entscheidungsmatches und werden alles geben. Der Aufstieg wäre eine Belohnung für unsere harte Arbeit der letzten Jahre», sagt Snedkerud, die in Widen aufgewachsen ist und heute in Muri wohnt. Im letzten Jahr scheiterte das Team knapp – aufgrund weniger Tore – am Aufstieg. Nun soll es klappen. «Unser Trainerduo Jochen Külling und Matthias Baumgartner hat uns bestens vorbereitet. Wir sind bereit. Der Aufstieg in die 1. Liga wäre enorm wichtig für den Frauenhandball im Freiamt. Auch langfristig.»
Von der Mama geerbt
Die Mitarbeiterin einer Kindertagesstätte ist leidenschaftliche Handballerin. Das spürt man. Und das ist kein Zufall. Es ist sozusagen Familiensache. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Nora Snedkerud ist professionelle Handballerin in Truchtersheim, der höchsten Liga Frankreichs. Die Kreisläuferin spielt zudem im Schweizer Nationalteam. Larissa Snedkerud begann früh mit dem Sport, erst bei Mutschellen, später bei Dietikon-Urdorf. Seit 2023 ist sie bei der SG Freiamt in der 2. Liga. Die Handball-Passion der Snedkerud-Schwestern kommt von Mutter Barbara, die früher selbst Handballerin in der Nationalliga A beim TV Uster war. «Der Sport ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Weil meine Mama auch Handball spielte, sind wir praktisch in der Halle aufgewachsen. Ich würde es mir heute nicht anders wünschen, denn ich durfte durch den Sport viele Freunde fürs Leben finden», sagt Larissa Snedkerud, die auch als Trainerin der U14-Juniorinnen der SG Freiamt tätig ist.
«Nora ist meine beste Kollegin»
Für ihre jüngere Schwester Nora war früh klar: Sie will hoch hinaus und Profispielerin werden. Sie wechselte in jungen Jahren zum LK Zug, wurde als 15-Jährige in die Handball-Akademie der Frauen in Cham aufgenommen. Ihr Weg ging unausweichlich ins Nationalteam – und immer weiter nach oben.
Larissa Snedkerud ist «riesig stolz» auf ihre Schwester, sagt aber: «Ich liebe Handball und spiele sehr gerne. Aber ich sehe es als Hobby und nicht als Beruf. Profihandballerin wäre nichts für mich.» Ihre Schwester Nora sei ihre «beste Kollegin. Und ich bin unglaublich dankbar, dass ich sie habe. Ich durfte in der Vergangenheit so viele tolle Momente mit ihr erleben und habe grossen Respekt für alles, was sie macht.»
Nationalspielerin Nora Snedkerud ordnet sportlich und menschlich ein: «Handballerisch sind wir enorm unterschiedlich. Sie am Flügel, ich am Kreis. Larissa hat einen megaguten Wurf. Unsere Beziehung ist sehr gut. Sie ist nicht nur meine grosse Schwester, sondern auch meine beste Kollegin. Sie unterstützt andere Menschen immer und ist einfach herzensgut.» Und sie blicke immer zu ihrer grossen Schwester auf. «Sie ist beeindruckend», so Nora Snedkerud. Und auch wenn die ältere (und kleinere) Schwester Larissa im Sport nicht so ein hohes Niveau hat wie Nora, so hat sie dennoch Ambitionen. Diesen Aufstieg mit der Freiämter Spielgemeinschaft (Mutschellen, Muri, Wohlen und Dietikon-Urdorf) will sie unbedingt erreichen. Denn auch sie weiss, dass bei solchen Erfolgen oft legendäre Geschichten entstehen, die ein Leben lang halten. Genauso wie ihre Bindung zu ihrer Schwester.
Entscheidende Spiele
Das Schweizer Frauenhandball-Nationalteam will im Dezember 2026 an die Europameisterschaft, die in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei stattfindet. Nun stehen die alles entscheidenden Spiele für die Schweizerinnen an. Morgen Donnerstag (20 Uhr) geht es auswärts gegen Bosnien-Herzegowina. Am Sonntag (18 Uhr) folgt das Heimspiel in der Zürcher Saalsporthalle gegen Italien (das Schweizer Fernsehen überträgt beide Spiele live).
Um den 2. Rang hinter den ungeschlagenen Tabellenführerinnen aus den Niederlanden zu sichern und damit die Qualifikation für die Europameisterschaft zu schaffen, sind zwei Siege nötig. Die Hinspiele gegen Bosnien-Herzegowina (35:19) und Italien (37:25) konnten beide relativ deutlich gewonnen werden. Das will man nun wiederholen, um sich das EM-Ticket zu sichern. Im Kader des Nationalteams sind drei Spielerinnen aus dem Freiamt mit dabei: Daphne Gautschi (Muri), Nora Snedkerud (Widen) und Seraina Kuratli (Wohlen). --spr



