Grosse Ehre für Bremgarten
15.11.2022 BremgartenSRF Musikwelle widmet dem Städtli eine mehrtägige Sendung
Den Christchindli-Märt nimmt der Staatssender zum Anlass, fast eine Woche lang in aller Ausführlichkeit über Bremgarten und dessen Markttradition zu berichten. ...
SRF Musikwelle widmet dem Städtli eine mehrtägige Sendung
Den Christchindli-Märt nimmt der Staatssender zum Anlass, fast eine Woche lang in aller Ausführlichkeit über Bremgarten und dessen Markttradition zu berichten.
Marco Huwyler
SRF Musikwelle ist das drittgrösste Radio in der Deutschschweiz. 400 000 Menschen hören den volkstümlichen Sender täglich. Vom 1. bis zum 4. Dezember erfahren sie dabei ganz viel über Bremgarten. Während des Christchindli-Märts ist nämlich die Sendung «Dorfplatz» zu Gast im Reussstädtli. Dass Bremgarten dafür ausgewählt wurde, ist durchaus speziell. Pro Jahr findet nämlich nur eine Ausgabe der Sendung statt, wobei diese sich über eine Woche hinzieht (im Fall Bremgartens wegen des Christchindli-Märts über vier Tage) und in zahlreichen Einzelbeiträgen verschiedene Aspekte einer Ortschaft beleuchtet. Konzentrieren wird man sich heuer vor allem auf die Bremgarter Markttradition und deren Besonderheiten. Dabei kommen zahlreiche Bremgarterinnen und Bremgarter, Marktfahrer und Besucher zu Wort.
Über 40 Beiträge
Gemäss SRF-Musikwellen-Leiter Bernhard Siegmann ist es eine «gfreudige Sache, dass wir dieses Jahr hier drehen dürfen». Denn Bremgarten mit seinem Christchindli-Märt empfindet er als geradezu prädestiniert, um seine Hörer auf die Feiertage einzustimmen. «Das weihnachtlich geschmückte Städtli mit Marktfahrern und Besuchern aus nah und fern ist nahezu perfekt dafür», sagt der Zürcher. Vom Zeughaus aus sendet sein Team über 40 Beiträge, die meisten von ihnen live.
«Mit Bremgarten den Advent einläuten»
Die SRF-Musikwelle berichtet vier Tage lang vom Christchindli-Märt und den Bremgarter Besonderheiten
In der Sendung «Dorfplatz» werden in zahlreichen Beiträgen, verteilt über Tage, verschiedene Personen, Bräuche, Vereine und Besonderheiten einer Ortschaft beleuchtet. Für die diesjährige Ausgabe hat man sich bei SRF für Bremgarten entschieden. Zur Freude von allen Beteiligten.
Marco Huwyler
«Nach den bisherigen Eindrücken muss ich sagen: Schade, dass ich Bremgarten nicht schon viel früher kennengelernt habe», lächelt Pia Kaeser. Die Freiburgerin ist bei der SRF-Musikwelle für die Sendung «Dorfplatz» verantwortlich. Seit man sich im Frühjahr dafür entschieden hat, die diesjährige Ausgabe im Reussstädtchen zu drehen, hat sie deshalb einige Zeit hier verbracht, um sich mit der Ortschaft vertraut zu machen. Die Radiofrau kam in den Genuss einer Stadtführung des ehemaligen Bremgarter Stadtammanns Robert Bamert. Und was ihr gezeigt wurde, gefällt Kaeser offensichtlich sehr. «Es ist wirklich ein toller, historischer Ort mit so vielen interessanten, schönen Plätzchen. Wir freuen uns mega darauf, bald hier drehen zu dürfen.»
Vier Tage lang, vom 1. bis zum 4. Dezember – also während des ganzen Christchindli-Märts – berichtet SRF aus und über Bremgarten. Einzelne Beiträge werden und wurden bereits vorproduziert. Das meiste jedoch wird am Markt selbst live gedreht und gesendet. Während sechs Stunden täglich mit mindestens einem Beitrag pro Stunde. Dafür wird ein ganzes Team des Staatssenders im Oberen Zoll neben dem Zeughaus einquartiert. Drei im Einsatz stehende Reporter vermitteln Herr und Frau Schweizer vier Tage lang ein facettenreiches Porträt von Bremgarten, dessen Einwohnern und dessen Markttradition.
Exemplarisch für Weihnachten
Das grundsätzliche Konzept des «Dorfplatzes» ist es, einmal pro Jahr eine Woche lang Arbeit, Freizeit und Leben in einem typischen Schweizer Dorf intensiv zu beleuchten. Doch dieses Jahr weicht man von dieser Grundidee leicht ab. Einerseits ist Bremgarten bekanntlich kein Dorf und andererseits findet der «Dorfplatz» zum ersten Mal nicht während einer Arbeitswoche, sondern an einem verlängerten Wochenende statt. «Der Grund für diese leichten Adaptionen ist, dass wir heuer etwas Weihnachtliches machen wollten», sagt Bernhard Siegmann, der Publizistische Leiter von SRF-Musikwelle. Beim Brainstorming sei man so sehr schnell bei Bremgarten gelandet. «Vom Gedanken ‹Weihnachtsmarkt› bis hin zu ‹Bremgarten› war es nicht mehr weit», lacht der langjährige SRF-1-Moderator. «Ich glaube jeder, der sich ein wenig für Märkte und Weihnachten interessiert, hat schon einmal von eurem Christchindli-Märt gehört. Der steht ja fast schon exemplarisch dafür.»
Zudem kam den Machern entgegen, dass der Bremgarter Weihnachtsmarkt gleich zu Beginn des Dezembers stattfindet. «Das ist ideal für uns. So können wir unsere Hörerinnen und Hörer so richtig auf Weihnachten einstimmen. Bremgarten läutet sozusagen vier Tage lang den Advent bei der Musikwelle ein.»
Von der Markttasse bis zum Spittelturm
Worum es in den einzelnen Beiträgen geht, kann Projektleiterin Pia Kaeser zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht im Detail verraten. «Vieles wird auch spontan sein. Gerade die Liveschaltungen.»
Wie sich dies im Zeitalter von Multimedia für ein Medienunternehmen dieser Grösse gehört, werden die Themen auf unterschiedlichen Kanälen für ein unterschiedliches Publikum aufbereitet. Einerseits als klassische Radiobeiträge, andererseits aber auch in Form von kleinen Videos, die über die Homepage von SRF abgerufen werden können.
Mal wird dabei der Spittelturm und seine Geschichte beleuchtet, mal die Herstellung des berühmten Christchindlimärt-Glühweins und deren ebenso berühmten Sammeltassen, mal die St. Josef-Stiftung, mal die Hintergründe der Bremgarter Marktfahrer, mal die Mundart der Freiämter. Zudem werden drei Bremgarter Persönlichkeiten, die etwas mit dem Markt zu tun haben, zum SRF-Musikwellen-Brunch ins Studio eingeladen, wo sie aus dem Nähkästchen plaudern und ihre Lieblingsmusik vorstellen.
Über 40 verschiedene Schaltungen und Beiträge über das Reussstädtli erscheinen über die vier Markttage hinweg. So entsteht schlussendlich fragmentarisch ein schönes Puzzle Bremgartens, das zusammengesetzt ein ziemlich umfangreiches Bild der Kleinstadt abgeben wird. Eröffnet und offiziell angekündigt wird das Ganze von SRF am 28.November mit einem Videoporträt über Bremgarten. Die entsprechenden Aufnahmen – manche davon mit einer Drohne – werden in diesen Tagen von einem Videoteam des Senders gedreht.
Zusätzlich zu alledem findet am Freitag, 2. Dezember, im Zeughaussaal ein von der Musikwelle organisiertes stimmungsvolles Adventskonzert statt. «Damit wollen wir einerseits unsere Hörer musikalisch auf Weihnachten einstimmen und andererseits den Einwohnern und Marktbesuchern zeigen, wie man ein Radioprogramm aufzeichnet», sagt Kaeser. Die Hörer erwartet ein Programm von lokalen Künstlern. Die Merry Sisters, die Schwyzerörgelimusik Mutschellen, das Jodlerduett Sibylle Heer & Corinne Manser sowie die Blasmusikformation Sixpäck spielen dabei «populäre Melodien zum Advent». Ausgestrahlt wird das Ganze dann gut eine Woche später anlässlich des dritten Adventssonntags am 10.Dezember.
Landesweite Werbung vom Feinsten
Auch für SRF und die Musikwelle ist die Sendung ‹Dorfplatz› eine grosse Kiste, die einiges an Vorbereitung und Aufwand erfordert. Entsprechend geehrt darf sich Bremgarten fühlen, wie auch Bernhard Siegmann findet. «Ich denke, das ist gegenseitig. Wir freuen uns sehr, hier zu Gast sein zu dürfen und diese schöne Kleinstadt als Adventsthema zu haben. Auf der anderen Seite erhält Bremgarten eine schweizweite Plattform und ein tiefgründiges Porträt über seinen bekanntesten Markt.» Zudem sei dies gemäss dem Musikwellen-Chef keine flüchtige Eintagsfliege, sondern etwas von Dauer. «Die Beiträge bleiben langfristig auf der SRF-Homepage – ein Jahr lang unter der Rubrik «Dorfplatz» ganz zuoberst – und werden erfahrungsgemäss auch Monate später immer wieder angeklickt.»
Für Bremgarten also eine einmalige Publicity und zeitlose Würdigung, um die sie manch andere Ortschaft beneiden dürfte und die wohl dafür sorgt, dass noch mehr Menschen wie Pia Kaeser auf das Bijou an der Reuss und seine einzigartigen Märkte aufmerksam werden. Für die SRF-Moderatorin jedenfalls ist klar. «In Bremgarten bin ich gewiss nicht zum letzten Mal gewesen.»



